Wirtschaft

Fehmarnbeltquerung: Planung von Femern A S bis zum Beginn des Tunnelbaus steht

26.04.2014

Femern A/S Copenhagen | Berlin: Die Planung des Fehmarnbelttunnels geht jetzt in die letzte und entscheidende Phase. Wir haben Claus F. Baunkjær, den Vorstandsvorsitzenden von Femern A/S, zur Entwicklung und weiteren Planung des Projekts befragt.

„Das Projekt Feste Fehmarnbeltquerung ist schon weit fortgeschritten. Sowohl in Deutschland als auch in Dänemark sind wir im Plan. Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass wir problemlos in die Zielgerade einbiegen werden. Wir sprechen ja trotz allem von einem der weltweit größten Bauprojekte. Allerdings muss ich sagen, dass ich angesichts der bisher erzielten, konkreten Ergebnisse recht optimistisch bin.“

Bevor im Spätsommer 2015 mit dem Bau begonnen werden kann, müssen die Behörden in Schleswig-Holstein einen Planfeststellungsbeschluss für das Projekt erlassen und das dänische Parlament ein Baugesetz verabschieden. Gleichzeitig muss Femern A/S das Vergabeverfahren durchführen und Verträge mit den Baukonsortien schließen, die den Bau durchführen sollen.

Fehmarnbeltquerung: Planung von Femern A S bis zum Beginn des Tunnelbaus steht

Femern A/S konnte alle wesentlichen, für das Jahr 2013 geplanten Maßnahmen erfolgreich abschließen. Sie alle stellen eine wichtige Voraussetzung für die weitere Arbeit des Unternehmens dar:

  • Eine umfassende Umweltverträglichkeitsstudie von Femern A/S bildete im Sommer 2013 die Grundlage für die öffentliche Anhörung des Projekts in Dänemark. Zum Abschluss der Anhörung am 20. September 2013 gingen 42 Stellungnahmen beim dänischen Verkehrsministerium ein.
  • Am 27. August 2013 stellte Femern A/S die Ausschreibungsunterlagen für die vier großen Tunnelbauaufträge fertig: 1) Die nördliche Hälfte des Tunnels, 2) die südliche Hälfte des Tunnels, 3) der Aushub des Tunnelgrabens am Meeresboden und Landgewinnungsflächen, 4) Tunnelportale und Rampen. Auf einer gemeinsamen Informationsveranstaltung traf sich Femern A/S zum ersten Mal mit allen neun präqualifizierten Baukonsortien.
  • Am 19. September 2013 wurden Infrastrukturmaßnahmen in Rødbyhavn durchgeführt, mit denen das Gebiet auch für die kommende Baustelle vorbereitet werden soll. Seither fanden eine Reihe ähnlicher Maßnahmen vor Ort statt.
  • Am 18. Oktober 2013 reichte Femern A/S einen mehr als 10.000-seitigen Antrag auf Durchführung des Planfeststellungsverfahrens bei der Planfeststellungsbehörde in Kiel ein.

„Unsere Kernprozesse im Jahr 2014 basieren auf den Ergebnissen, die wir 2013 erreicht haben. Dabei handelt es sich zwar um parallele Prozesse. Diese sind allerdings voneinander abhängig. Gerade deswegen bin ich stolz darauf, dass eine derart komplexe Planung durchführbar ist. Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir ein ausgewogenes Verhältnis aus erfahrenen, älteren und neuen, jüngeren Mitarbeitern haben. Es sorgt für eine gewisse Sicherheit, dass wir als Teil der Sund & Bælt-Familie über Mitarbeiter mit Erfahrungen u. a. vom Öresund und vom Großen Belt verfügen und zugleich jüngere Kräfte haben, die neue und innovative Ideen einbringen. Hinzu kommt eine gute Zusammenarbeit mit unseren Beratern und Experten, die zu den besten in ihren jeweiligen Spezialgebieten gehören“, fährt Claus F. Baunkjær fort.

2014 hat Femern A/S bereits Folgendes erreicht:

  • Im Januar 2014 veranstaltete Femern A/S einen Industry Day zu zwei neuen Bauaufträgen. Dabei handelt es sich um das „Innenleben“ des Tunnels, also die elektrischen und mechanischen Anlagen sowie die Stromversorgung für den Fahrstrom und die sonstigen bahntechnischen Anlagen. Mehr als 400 Teilnehmer aus etwa 200 verschiedenen Unternehmen nahmen daran teil.
  • Im März 2014 veranstaltete Femern A/S zusammen mit Femern Belt Development fünf Informationsveranstaltungen in ganz Dänemark für kleine und mittelgroße Unternehmen, die als Zulieferunternehmen für den Tunnelbau infrage kommen. Daran nahmen mehr als 600 Unternehmen teil. Entsprechende Veranstaltungen für deutsche Unternehmen finden vom 5. bis zum 8. Mai 2014 in Norddeutschland statt.
  • Am 4. April 2014 gingen bei Femern A/S die technischen Angebote der neun präqualifizierten internationalen Baukonsortien für den Tunnelbau ein.

„Diese Ergebnisse hätten wir ohne eine funktionierende Organisation und ein vertrauensvolles Verhältnis zu unseren vielen, guten Geschäftspartnern in Deutschland und Dänemark nicht erreichen können. Und diese Qualitäten sind es auch, die uns bis zur eigentlichen Bauphase bringen werden“, meint Claus F. Baunkjær.

Für das restliche Jahr 2014 sieht der Arbeitsplan für das Projekt Feste Fehmarnbeltquerung wie folgt aus:

  • Am 5. Mai 2014 beginnt die offizielle Anhörung des Tunnelprojekts in Deutschland. Das Verfahren liegt ausschließlich in den Händen der deutschen Behörde, Femern A/S wird es jedoch sorgfältig mitverfolgen.
  • Im Laufe des Jahres 2014 wird Femern A/S das dänische Verkehrsministerium bei der Ausarbeitung eines Entwurfs für das Baugesetz unterstützen, damit das Gesetz etwa zum Jahreswechsel 2014/2015 im dänischen Parlament eingebracht werden kann. Das Baugesetz soll im Frühjahr 2015 verabschiedet werden.
  • Im Laufe des Sommers 2014 tritt Femern A/S in die erste Dialogphase mit den neun Baukonsortien ein, die Angebote für die vier Tunnelbauaufträge abgegeben haben.
  • Im Herbst 2014 werden die elektrischen und mechanischen Anlagen im Tunnel sowie die Stromversorgung für den Fahrstrom und sonstige Anlagen, also ein Teil des „Innenlebens“ des Tunnels, ausgeschrieben.
  • Die Infrastrukturmaßnahmen auf Lolland laufen noch während des ganzen Jahres 2014 und voraussichtlich bis Sommer 2015.


Deutsches Planfeststellungsverfahren und dänisches Baugesetz

Der Vorstandsvorsitzende Claus F. Baunkjær blickt erwartungsvoll auf die kommenden Monate, in denen die deutschen Behörden, die internationalen Baukonsortien und die dänischen Politiker Stellung zum Bau des weltweit größten Absenktunnels beziehen müssen:

„In Deutschland und Dänemark werden natürlich hohe Erwartungen an uns gestellt. Das betrifft sowohl den Tunnelbau selbst als auch die generelle Bedeutung des Tunnels für die Gesellschaft in den unmittelbar berührten Regionen. Wir spüren, dass wir hier stark in der Pflicht stehen. Doch wir erfahren auch eine enorme Unterstützung unserer Arbeit.

Als staatliches Unternehmen haben wir eine besondere Verpflichtung, über unsere Tätigkeiten zu informieren – sowohl über die Auswirkungen des Fehmarnbelttunnels als auch über die geplante Ausführung des Bauvorhabens. Das gilt für unseren formellen Dialog mit den Behörden und Akteuren und für unseren breiteren Kontakt mit der Öffentlichkeit, z. B. über unsere Homepage, die Informationszentren auf Fehmarn und in Rødbyhavn, Informationsveranstaltungen und die Presse. Und das gilt nicht zuletzt für das Gebiet direkt am kommenden Fehmarnbelttunnel, wo viele Menschen im Zuge der Bauarbeiten und des zukünftigen Tunnelbetriebs neuen Möglichkeiten und Herausforderungen gegenüberstehen. Auch wenn sich unser Unternehmen zu 100 % in dänischem Besitz befindet, arbeiten wir, wie bekannt, sowohl in Dänemark als auch in Deutschland. Die unterschiedlichen Arbeitskulturen müssen wir bei unserer Informationsarbeit ebenfalls berücksichtigen.

Der 5. Mai wird ein großer Tag für das Projekt: Dann beginnt in Deutschland die öffentliche Anhörung zum Tunnelbau. Wir arbeiten seit mehreren Jahren intensiv an dem Planfeststellungsantrag, in dem beschrieben wird, wie der Tunnel gebaut werden soll und wie wir die technischen und die ökologischen Herausforderungen meistern wollen. Für uns ist es wichtig, dass alle Fakten auf den Tisch kommen. Der Antrag basiert auf sehr umfassenden Untersuchungen, die in Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden und einer Reihe dänischer, deutscher und internationaler Fachleute durchgeführt wurden. In dem Antrag weisen wir nach, dass ein Absenktunnel unter Umwelt- und Sicherheitsaspekten, aber auch wirtschaftlich gesehen die beste Lösung ist. Im Zuge der Planung haben wir wichtige Erfahrungen aus den festen Querungen über den Großen Belt und den Öresund berücksichtigt. Diese Bauprojekte konnten ohne dauerhafte negative Auswirkungen auf die Umwelt durchgeführt werden. Die beiden Projekte zeigen damit deutlich, dass feste Querungen entscheidend dazu beitragen können, der Gesellschaft neue Möglichkeiten zu eröffnen, ohne der Umwelt zu schaden.

Das Planfeststellungsverfahren in Deutschland ist ein Verwaltungsverfahren, während große Bauprojekte in Dänemark durch Verabschiedung eines Gesetzes genehmigt werden. Unsere Aufgabe ist es, das dänische Verkehrsministerium bei der Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs zu unterstützen, der zum Jahreswechsel 2014/2015 ins dänische Parlament eingebracht werden kann. Auch hier liegt also ein umfassendes Verfahren vor uns. Es wird erwartet, dass die endgültige deutsche Genehmigung in Form eines Planfeststellungsbeschlusses im Frühsommer 2015 erteilt und das Baugesetz etwa zur selben Zeit verabschiedet wird, so dass wir mit dem eigentlichen Bau des Tunnels im Spätsommer 2015 beginnen können, wenn das Wetter immer noch gut ist.“

Ausschreibungen und andere Aktivitäten

Parallel zum Planfeststellungsverfahren in Deutschland und zu den Vorbereitungen eines Baugesetzes in Dänemark laufen die Vergabeverfahren für die großen Bauaufträge auf Hochtouren. Im Frühjahr 2014 wird Femern A/S die umfangreichen technischen Unterlagen analysieren, die die Baukonsortien am 4. April eingereicht haben.

Über den Sommer 2014 tritt Femern A/S in den sogenannten wettbewerblichen Dialog ein und trifft sich mit jedem einzelnen der Konsortien, um deren Vorschläge zu technischen Lösungen zu besprechen. Sobald alle Unklarheiten in den Angeboten der Bauunternehmen ausgeräumt sind, müssen die Ausschreibungsunterlagen aktualisiert werden. Anschließend stellen die Bauunternehmen im Laufe der Monate Oktober, November und Dezember ihre endgültigen Angebotsunterlagen mit ihren Preiskalkulationen fertig. Das ist eine Riesenaufgabe für jedes der Konsortien, die große Gruppen von Mitarbeitern und Beratern für diese Arbeit abgestellt haben. Geplant ist, dass Femern A/S im Dezember 2014 die verbindlichen Angebote mit den Preiskalkulationen der Unternehmen erhält.

Parallel zum wettbewerblichen Dialog läuft die Präqualifikation für die mechanischen und elektrischen Anlagen im Tunnel. Dabei handelt es sich um zwei große und komplizierte Bauaufträge, für die Femern A/S im Sommer 2014 die geeigneten Bauunternehmen präqualifizieren wird, damit die Aufträge im Herbst 2015 ausgeschrieben werden können.

„Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung, die beiden versetzten Prozesse gleichzeitig zu leiten genauso wie es eine Herausforderung ist, die Zusammenarbeit mit den unglaublich vielen Akteuren und den zahlreichen parallelen Prozessen zu steuern. Das stellt im Ausschreibungsverfahren hohe Anforderungen an unser Unternehmen“, sagt Claus F. Baunkjær.

Gleichzeitig laufen 2014 die Infrastrukturmaßnahmen in Rødbyhavn weiter, mit denen das Gebiet auch für die kommende Baustelle vorbereitet werden soll. Hierbei geht es z. B. um den Ausbau von Straßen sowie den Ausbau des Wasser-, Strom- und Kanalisationsnetzes.

„Bei vielen dieser Infrastrukturmaßnahmen haben auch kleinere Unternehmen vor Ort die Möglichkeit, ein Angebot für die Aufträge abzugeben. Wir sind froh, so viele fähige und kompetente Unternehmen auf Lolland und rund um Rødbyhavn vorzufinden. Mit einigen von ihnen haben wir bereits Verträge unterzeichnet“, sagt Claus F. Baunkjær.

2015 sollen folgende Meilensteine erreicht werden:

  • Deutscher Planfeststellungsbeschluss für das Tunnelprojekt im Frühsommer 2015
  • Verabschiedung des dänischen Baugesetzes im dänischen Parlament spätestens im Frühsommer 2015
  • Unterzeichnung der Verträge für die vier großen Tunnelbauaufträge im Sommer 2015
  • Beginn des Tunnelbaus im Spätsommer 2015

Der Tunnelbau wird dann voraussichtlich Ende 2021 abgeschlossen.
(Pressemeldung vom 26.04.2014)

Quelle: Femern A/S | Foto: Femern A/S
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