Wirtschaft

Erzeugerpreise August 2021: +12,0 % gegenüber August 2020

20.09.2021

Statistisches Bundesamt (Destatis)Wiesbaden, 20.09.2021 - Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im August 2021 um 12,0 % höher als im August 2020. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Dezember 1974 (+12,4 %), als die Preise im Zusammenhang mit der ersten Ölkrise stark gestiegen waren. Im Juli 2021 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei 10,4 % und im Juni 2021 bei 8,5 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die gewerblichen Erzeugerpreise um 1,5 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise gegenüber August 2020 war die Preisentwicklung bei Energie, gefolgt von der Preisentwicklung bei den Vorleistungsgütern.

Starke Preissteigerungen bei allen Energieträgern

Die Energiepreise waren im August 2021 im Durchschnitt 24,0 % höher als im Vorjahresmonat und 3,3 % höher als im Vormonat Juli 2021. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie hatte Erdgas in der Verteilung mit einem Plus von 44,2 %.

Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 8,3 % höher als im August 2020.

Besondere Preisentwicklungen bei Energie im August 2021

 

 

Veränderung in % CO2-Bepreisung
(national)
August 2021 gegenüber
August 2020 Juli 2021
Erdgas (in der Förderung) 226,2 12,8 nicht enthalten
Erdöl (in der Förderung) 62,2 0,3 nicht enthalten
Erdgas (Verteilung) 44,2 6,2 je nach Anfall
darunter: 
Börsennotierungen für Erdgas 400,0 22,3 nicht enthalten
an Kraftwerke 147,4 16,7 je nach Anfall
für die Industrie 123,5 12,5 je nach Anfall
für Wiederverkäufer 46,7 6,1 nicht enthalten
an Handel und Gewerbe 8,4 0,9 enthalten
Mineralölerzeugnisse 30,5 0,2 je nach Anfall
darunter: 
Flüssiggas als Kraft oder Brennstoff 87,2 9,4 je nach Anfall
Flugturbinenkraftstoff 69,7 3,2 je nach Anfall
Leichtes Heizöl 63,6 -2,3 je nach Anfall
Kraftstoffe 25,1 0,1 je nach Anfall
Elektrischer Strom 20,4 3,7 .
darunter: 
Börsennotierungen für Strom 121,1 8,9 .
für Weiterverteiler 34,7 6,1 .
für Sondervertragskunden 25,2 3,7 .
für Haushalte 1,1 0,5 .
für gewerbliche Anlagen 0,8 0,6 .

Hohe Preissteigerungen bei den Vorleistungsgütern, vor allem bei Holz, Sekundärrohstoffen und Metallen

Vorleistungsgüterwaren 17,1 % teurer als im August 2020 und 1,4 % teurer als im Vormonat Juli 2021. Besonders hoch waren die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr bei Nadelschnittholz (+124 %) und bei Sekundärrohstoffen (+104 %), aber auch bei Verpackungsmitteln aus Holz (+89,4 %) und Betonstahl in Stäben (+87,2 %). Metalle waren im Durchschnitt insgesamt 34,9 % teurer als ein Jahr zuvor. Die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren 58,0 % höher, Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 23,0 % mehr. Auch im August dürfte der starke Preisanstieg bei den Stahl- und Holzpreisen insbesondere in der hohen Nachfrage im In- und Ausland sowie in Problemen in der Versorgung mit Rohstoffen begründet sein, bei den Stahlpreisen zusätzlich in den kräftigen Preissteigerungen für Eisenerzimporte (+109 % von Juli 2020 bis Juli 2021). Die Erzeugerpreise für chemische Grundstoffe wiesen ebenfalls ein starkes Plus gegenüber dem Vorjahresmonat auf (+20,0 %). Nur sehr wenige Vorleistungsgüter kosteten weniger als im Vorjahresmonat. Hierzu gehörte vor allem Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln (-15,9 %).

Die Preise für Gebrauchsgüter waren im August 2021 um 2,8 % höher als ein Jahr zuvor, insbesondere durch die Preisentwicklung für Möbel (+3,9 %). Investitionsgüter, wie beispielsweise Maschinen und Fahrzeuge, kosteten 2,4 % mehr (+0,6 % gegenüber Juli 2021). Besonders hoch war hier der Preisanstieg gegenüber August 2020 bei Metallkonstruktionen (+13,9 %), aber auch bei Metallbehältern, Heizkörpern und Heizkesseln (+9,1 %).

Preisanstieg bei Verbrauchsgütern vor allem durch gestiegene Preise für Öle und Fette

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im August 2021 um 2,1 % höher als im August 2020 und stiegen gegenüber Juli 2021 um 0,2 %. Nahrungsmittel waren 2,6 % teurer als im Vorjahr. Pflanzliche, nicht behandelte Öle kosteten 38,3 % mehr als im August 2020, Butter 16,4 % mehr. Weniger als im August 2020 kosteten vor allem Schweinefleisch (-3,1 %) und verarbeitete Kartoffeln (-2,1 %).

Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz)
Jahr / Monat 2015 = 100 Veränderung in % gegenüber
Vorjahresmonat Vormonat

2020

August 103,2 -1,2 0,0
September 103,6 -1,0 0,4
Oktober 103,7 -0,7 0,1
November 103,9 -0,5 0,2
Dezember 104,7 0,2 0,8

2021

 

 

Januar 106,2 0,9 1,4
Februar 106,9 1,9 0,7
März 107,9 3,7 0,9
April 108,8 5,2 0,8
Mai 110,4 7,2 1,5
Juni 111,8 8,5 1,3
Juli 113,9 10,4 1,9
August 115,6 12,0 1,5
davon:
Vorleistungsgüter 120,3 17,1 1,4
Investitionsgüter 108,3 2,4 0,6
Gebrauchsgüter 110,1 2,8 0,5
Verbrauchsgüter 109,1 2,1 0,2
Energie 122,1 24,0 3,3

Methodische Hinweise:
Der Index misst die Entwicklung der Preise für die im Bergbau, im Verarbeitenden Gewerbe sowie in der Energie- und Wasserwirtschaft in Deutschland erzeugten und im Inland verkauften Produkte. Berücksichtigt werden dabei alle Steuern und Abgaben auf die Produkte außer der Mehrwertsteuer. Er stellt damit die Preisveränderungen in einer frühen Phase des Wirtschaftsprozesses dar. Erhebungsstichtag ist jeweils der 15. des Berichtsmonats.

Weitere Informationen:
Alle aktuellen Ergebnisse enthält auch die Fachserie 17, Reihe 2 "Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte". Lange Zeitreihen können für den Gesamtindex über die Tabelle Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (61241-0002), für tiefer gegliederte Subindizes über die Tabelle Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (61241-0006)) in der Datenbank GENESIS-Online bezogen werden.

Hinweise zur CO2-Bepreisung nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz sind auf der Themenseite Erzeugerpreise gewerblicher Produkte verfügbar.

Krisenmonitor ermöglicht Vergleich zwischen Corona-Krise und Finanz- und Wirtschaftskrise
Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind auch Teil des „Krisenmonitors“ (www.destatis.de/krisenmonitor), mit dem das Statistische Bundesamt die Entwicklung wichtiger Konjunkturindikatoren in der Corona-Krise und in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gegenüberstellt. Der Krisenmonitor ergänzt die Sonderseite Corona-Statistiken(www.destatis.de/corona), die statistische Informationen zu den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie bündelt.

Podcast liefert Hintergründe und Analysen zur aktuellen Preisentwicklung
Hintergrundinformationen und Analysen zu den Folgen der Corona-Pandemie für die Preisentwicklung insbesondere im Verbraucherpreisindex liefert auch der Podcast „StatGespräch“ zum Thema Inflation. Darin erklären wir, welche Rolle Basiseffekte spielen.

(Pressemeldung vom 20.09.2021)
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) | Foto: Statistisches Bundesamt (Destatis)
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