Gesellschaft

Die Schifffahrt kann noch weiblicher werden

19.05.2022

BSH Bundesamt für Seeschifffahrt und HydrographieHamburg: Anlässlich des ersten “Internationalen Tags der Frauen in der Seeschifffahrt“ weist Dr. Karin Kammann-Klippstein, Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), auf die Bedeutung von Frauen für die Zukunft der Seeschifffahrt hin.

Schiffe wurden schon in der Antike als weiblich angesehen. Selbst wenn sie männliche Namen tragen, wie die Gorch Fock, spricht man von ihnen in der weiblichen Form, auch auf Englisch heißt ein Schiff „she“.  Auch wenn sich nicht wirklich ermitteln lässt, warum das so war und ist, lässt sich feststellen, dass die Besatzung noch immer zu weit über 90 Prozent männlich ist.

Doch die Schifffahrt wandelt sich. Die Branche wird komplexer. Auf den Schiffen hält die Automatisierung bis hin zur autonomen Schifffahrt Einzug, unterstützt durch künstliche Intelligenz. „Die Fähigkeit, in Netzwerken zu arbeiten, Informationen zu sammeln, zusammenzuführen und zu teilen“, so die Präsidentin der zentralen maritimen Behörde, „ist heute auf den Schiffen ebenso gefragt wie ein kooperativer Führungsstil und zukünftig sogar die Fähigkeit, auf Distanz zu führen. Zunehmend sind in dieser global agierenden Branche Fähigkeiten gefragt, die besonders Frauen auszeichnen“.

Die Schifffahrt kann noch weiblicher werden

Foto: Die Besatzung von schoffen ist noch über 90 Prozent männlich. Foto: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, © Claudia Thomsen

Die Schifffahrt entwickle sich zu einer immer spannenderen, offenen, bunten und experimentierfreudigen Branche, die vor allem im Bereich der Digitalisierung und der Nachhaltigkeit durch Innovationen von sich reden mache. An Bord ändern sich die Anforderungen. Zunehmende Automatisierung soll es den Besatzungen zukünftig ermöglichen, für einen beschränkten Zeitraum das Schiff einem „autonomen Wachoffizier“ zu übergeben. Dies führe zu einer Entlastung für die Schiffsbesatzungen. Mit dem zunehmenden Einsatz autonomer maritimer Systeme könnte für die Seeleute auch die Notwendigkeit abnehmen, permanent an Bord sein zu müssen. Das alles seien Entwicklungen, unter denen die Schifffahrt sich auf dem stark umkämpften Nachwuchskräftemarkt besser behaupten könne. Dafür sei es auch notwendig, dass Barrieren abgebaut werden, die Frauen von der Entscheidung für einen Beruf in der Schifffahrt abhalten, und ein Arbeitsumfeld geschaffen werde, das die berufliche Teilnahme aller an der maritimen Branche ermögliche.

„Durch Innovation und fortschreitende Automatisierung der Systeme entstehen auch landseitig zunehmend Arbeitsplätze, z.B. an den Schnittstellen zwischen Schiff, Land und Hafen,“ so Dr. Kammann-Klippstein

Nach Angaben des Verbands Deutscher Reeder arbeiten an Bord der deutschen Handelsflotte rund 6.900 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Lediglich sechs Prozent von ihnen sind Frauen. Nach dem aktuellen Bericht über die Belegschaft der Seeleute 2021 (Seafarer Workforce Report 20219) des Ostseeischen und Internationalen Schifffahrtsrats (The Baltic and International Maritime Council – BIMCO) und der Internationalen Schifffahrts-Kammer (International Chamber of Shippung – ICS) seien lediglich 1,2 Prozent der rund 1,9 Millionen Seeleute weltweit Frauen.

Um den Anteil von Frauen in der Schifffahrt zu erhöhen, hat die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (International Maritime Organization – IMO) den 18. Mai zum „Internationalen Tags der Frauen in der Seeschifffahrt“ ernannt.

Das BSH ist die zentrale maritime Behörde Deutschlands. An den beiden Dienstsitzen in Hamburg und Rostock sowie auf 5 Schiffen arbeiten rund 1.000 Beschäftigte aus über 100 Berufen. Im Mittelpunkt der Aufgaben stehen u.a. die Förderung, Sicherheit und Überwachung der Seeschifffahrt, Forschung und Erhebung langer Datenreihen im Bereich der Ozeanographie und Meereschemie, der Wasserstandsvorhersagedienst sowie die nautische Hydrographie, im Rahmen derer amtliche Seekarten erstellt werden. Ein in letzter Zeit stetig anwachsender Bereich ist die Zuständigkeit als Genehmigungs- und Überwachungsbehörde für Offshore-Windenergieanlagen. Als deutsche Flaggenstaatsverwaltung und Dienstleister für die maritime Wirtschaft unterstützt das BSH diese mit Genehmigungen, Haftungsbescheinigungen, Produktprüfungen, Zulassungen und Bereitstellung von Daten.

Um die Vereinbarkeit von Schutz und Nutzung der Meere kontinuierlich zu verbessern und das Wissen über die Meere kontinuierlich zu vertiefen, arbeitet das BSH in der maritimen anwendungsorientierten Forschung und an der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen. Untersuchungen und Bereitstellung von Daten zu Seegangsmessungen in Offshore-Windparks und sowie der Aufbau von Schallmessnetzen in Nord- und Ostsee und die Bereitstellung von Daten und technischen Informationen zu Impulsschall im Meer sind Beispiele dafür. Auch die Entwicklung von Technologien zur Messung von Schiffsemissionen in der Luft gehört dazu. Mit dem BSH Systemlabor Navigation und Kommunikation steht eine Testumgebung für komplexe Navigations- und Kommunikationssysteme zur Verfügung.

(Pressemeldung vom 18.05.2022)
Quelle: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie | Foto: BSH
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