Wirtschaft

Die Schifffahrt auf dem Weg zur Klimaneutralität

29.09.2021

Weltweit erstmalige Bebunkerung eines Schiffes mit klimaneutralem, synthetischen LNG im Brunsbütteler Elbehafen

Brunsbüttel Ports GmbHBrunsbüttel, 29.09.2021 - MAN Energy Solutions bebunkert Containerschiff „ElbBLUE“ mit 20 Tonnen „SNG“. SNG aus 100% erneuerbaren Energien hergestellt. Meilenstein zur Dekarbonisierung der Schifffahrt. Umweltminister Albrecht und Maritimer Koordinator Brackmann zu Gast im Elbehafen in Brunsbüttel. 

Bebunkerung des Containerschiffes „ElbBlue“ mit SNG im Brunsbütteler Elbehafen. Foto: Brunsbüttel Ports
Bebunkerung des Containerschiffes „ElbBlue“ mit SNG im Brunsbütteler Elbehafen. Foto: Brunsbüttel Ports

Der Motorenhersteller MAN Energy Solutions hat das Feeder-Containerschiff „ElbBLUE“, welches im Besitz der Reederei Elbdeich ist und von dem Charterer Unifeeder betrieben wird, im Brunsbütteler Elbehafen mit rund 20 SNG (Synthetic Natural Gas), auch synthetisches LNG oder eLNG genannt, bebunkert. Die weltweit erstmalige Bebunkerung eines Schiffes mit SNG stellt einen Meilenstein auf dem Weg zur Dekarbonisierung der Schifffahrt hin zur Klimaneutralität dar.

Mit dem Ziel einer zukünftig klimaneutralen Schifffahrt wird synthetischen und aus erneuerbaren Energien hergestellten Kraftstoffen, wie z.B. SNG, eine entscheidende Bedeutung zukommen. Das im sogenannten truck-to-ship Verfahren gebunkerte synthetische LNG wurde mittels der „Power-to-Gas Technologie“ aus 100% erneuerbaren Energien in Werlte erzeugt.  Synthetische Kraftstoffe wie SNG können ermöglichen, dass die Schiffe zu 100% klimaneutral fahren und jedes Schiff, dass über einen LNG angetriebenen Motor verfügt, kann mit diesem Kraftstoff betrieben werden. Die CO2 Emissionen der „ElbBLUE“ werden auf ihrer kommenden Reise durch den Einsatz des gebunkerten SNG um 56 Tonnen reduziert.

Bebunkerung des Containerschiffes „ElbBlue“ mit SNG im Brunsbütteler Elbehafen. Foto: Brunsbüttel Ports
Bebunkerung des Containerschiffes „ElbBlue“ mit SNG im Brunsbütteler Elbehafen. Foto: Brunsbüttel Ports

Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group, erläutert: „Der Einsatz von synthetischen Kraftstoffen wie SNG wird der Schlüssel für eine klimaneutrale Schifffahrt sein. Durch den Einsatz von synthetischen Kraftstoffen, die aus erneuerbaren Energien hergestellt werden, können die Schiffe sowohl während der Fahrt als auch während der Hafenliegezeiten klimaneutral betrieben werden. Die heutige Bebunkerung zeigt, dass der Einsatz von Kraftstoffen dieser Art bereits heute Realität und umsetzbar ist. Bis flächendeckend ausreichend klimaneutrale Kraftstoffe zu wirtschaftlichen Konditionen für die Schifffahrt zur Verfügung steht, wird der Einsatz von LNG die notwendige Brücke sein, mit der bereits heute Schiffsemissionen signifikant verringert werden können.“

MAN Energy Solutions hat anlässlich der Bebunkerung der „ElbBlue“ zu einem Festakt geladen und hochrangige Gäste folgten der Einladung, um die weltweit erste SNG Bebunkerung eines Schiffes live zu verfolgen. Unter anderem fanden sich der schleswig-holsteinische Umweltminister Jan Philipp Albrecht und der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann, zum Festakt im Brunsbütteler Elbehafen ein und unterstrichen in ihren Redebeiträgen die große Bedeutung dieses Meilensteins in der Energiewende der Schifffahrt.

v.l.n.r. Frank Schnabel (Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group) und Minister Jan Philipp Albrecht (Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein). Foto: Brunsbüttel Ports
v.l.n.r. Frank Schnabel (Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group) und Minister Jan Philipp Albrecht (Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein). Foto: Brunsbüttel Ports

Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther kommentiert die heute in Brunsbüttel stattgefundene Premiere: „Heute ist ein wichtiger Tag für die Fracht-Schifffahrt. Zum ersten Mal wird synthetischer Kraftstoff in Form von SNG als potenziell klimaneutrale Alternative zum Schiffsdiesel auf einem kommerziellen Container-Schiff eingesetzt. Etablieren sich aus erneuerbaren Energien hergestellte Kraftstoffe, wäre das ein Meilenstein hin zur klimaneutralen Container-Schifffahrt. Ich wünsche MAN Energy Solutions und der „ElbBLUE“ eine erfolgreiche Premiere und ich freue mich, dass die heutige Bebunkerung im Hafen Brunsbüttel stattfindet, unser maritimes und industrielles Herz an der schleswig-holsteinischen Westküste, dem Kraftzentrum der Energiewende.“

Das ehemals als „Wes Amelie“ bekannte 1.036 TEU Feeder Containerschiff sorgte bereits im Jahr 2017 für Schlagzeilen als der MAN Hauptmotor auf ein Dual Fuel betriebenes MAN Viertakt Aggregat umgerüstet wurde, um den Betrieb mit konventionellen Kraftstoffen sowie mit LNG zu ermöglichen. Dies stellte die weltweit erste Umrüstung eines solchen Schiffstypen auf einen LNG Dual Fuel Betrieb dar, wodurch die Abgasemissionen des Schiffes signifikant verringert werden konnten.

Frank Schnabel (Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group) begrüßt die Gäste im Brunsbütteler Elbehafen. Foto: Brunsbüttel Ports
Frank Schnabel (Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group) begrüßt die Gäste im Brunsbütteler Elbehafen. Foto: Brunsbüttel Ports

Die Wahl des Brunsbütteler Elbehafens für die erstmalige Durchführung einer SNG Bebunkerung wurde bewusst getroffen, nachdem der Hafen der Brunsbüttel Ports GmbH schon mehrfach für Aufmerksamkeit im Bereich LNG-Bunkering gesorgt hatte. Unter anderem fand dort im Oktober 2019 die erste LNG ship-to-ship Bebunkerung in deutschen Gewässern statt. Das Bunkerschiff „Kairos“ versorgte damals den Laderaumbagger „Scheldt River“. Inzwischen sind LNG-Bebunkerungen in Brunsbüttel, sowohl truck-to-ship als auch ship-to-ship, ein regelmäßiger Vorgang.

Frank Schnabel ergänzt: „Brunsbüttel ist einer der führenden LNG-Bunkerstandorte an der deutschen Nordseeküste. Die Rahmenbedingungen für LNG-Bunkering, und damit auch für SNG Bebunkerungen, sind bei uns besser als in vielen anderen deutschen Häfen, sodass Reedereien sich bewusst für Brunsbüttel als LNG-Bunkerstandort entscheiden. Wir freuen uns sehr, dass sich MAN Energy Solutions, die Reederei Elbdeich sowie Unifeeder für die Durchführung der ersten Bebunkerung eines Schiffes mit SNG ebenfalls für Brunsbüttel entschieden haben.“

(Pressemeldung vom 29.09.2021)
Quelle: Brunsbüttel Ports GmbH | Foto: Brunsbüttel Ports GmbH
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