Gesellschaft

Deutschland: Potenzieller Treibhauseffekt verwendeter fluorierter Treibhausgase 2020 gesunken

17.01.2022

Statistisches Bundesamt (Destatis)Wiesbaden: Der potenzielle Treibhauseffekt der im Jahr 2020 in Deutschland eingesetzten fluorierten Treibhausgase (FKW, HFKW, Blends) ist gegenüber 2019 um 14 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, wurden 2020 rund 6 262 Tonnen dieser Treibhausgase verwendet. Das waren 1 051 Tonnen weniger als 2019. Gegenüber 2015 lag der Rückgang bei 33 %.

Der Einfluss der einzelnen Treibhausgase auf das Klima ist unterschiedlich. Als Vergleichsgröße dient das CO2-Äquivalent, das die Klimawirksamkeit von Kohlendioxid (CO2) mit einem Erwärmungspotenzial von 1 beziffert. Gemessen in CO2-Äquivalenten sank die eingesetzte Menge an fluorierten Treibhausgasen von 9,6 Millionen Tonnen im Jahr 2019 auf 8,3 Millionen Tonnen im Jahr 2020.

Die fluorierten Treibhausgase beeinflussen die Erderwärmung und tragen zur Klimaveränderung bei. Da diese Stoffe überwiegend in geschlossenen Systemen wie zum Beispiel in Klimaanlagen verwendet werden, tritt eine Gefährdung erst mittel- bis langfristig bei der Freisetzung in die Atmosphäre auf. Daher werden diese Stoffe auch als „potenziell emissionsrelevant“ bezeichnet. Das Umweltbundesamt schätzte für das Jahr 2020 Treibhausgasemissionen in Höhe von insgesamt 739 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Das waren 8,7 % weniger als im Vorjahr (2019: 809 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente). Der Anteil der fluorierten Treibhausgase (FKW, HFKW, Blends) an allen Treibhausgasemissionen belief sich demnach im Jahr 2020 auf 1,7 %.

Meistverwendetes fluoriertes Treibhausgas ist 1 430 Mal klimawirksamer als CO2

R 134a (Tetrafluormethan) ist das am häufigsten verwendete fluorierte Treibhausgas in Deutschland. Der Stoff trägt in einem Zeitabschnitt von 100 Jahren 1 430 Mal stärker zum Treibhauseffekt bei als CO2. 2020 wurden rund 3,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente R 134a eingesetzt, überwiegend als Kältemittel zum Beispiel in Klimaanlagen, Kühlschränken oder als Treibmittel zur Herstellung von Kunst- und Schaumstoffen, wie zum Beispiel in aufgeschäumten Dämmplatten zur Wärmedämmung von Gebäuden. Im Vergleich zu 2019 (3,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente) verminderte sich das Emissionspotenzial der eingesetzten Menge dieses Stoffes um 17 %.

Als Ersatz für R 134a wird unter anderem der Stoff R 1234yf (Tetrafluorpropen) eingesetzt, da dieser eine deutlich geringere Klimawirksamkeit hat (4 CO2- Äquivalente statt 1 430). Die Verwendung des Kältemittels R 1234yf ist von 2015 bis 2020 von 23,2 Tonnen auf 1 480 Tonnen angestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von 0,1 auf 5,9 Tonnen CO2-Äquivalente.


Pressemitteilung Nr. 022 vom 17. Januar 2022

(Pressemeldung vom 17.01.2022)
Quelle: Statistische Bundesamt (Destatis) | Foto: Statistische Bundesamt
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