Bildung

Deutschland - Nur mit guten Löhnen geht Bildung weiter

06.10.2022

ver.di Vereinte DienstleistungsgewerkschaftBerlin: Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) unterstrich am  5.10.2022 mit einem bundesweiten Aktionstag unter dem Motto “Nur mit guten Löhnen geht Bildung weiter“ die Forderungen nach besserer Finanzierung und sicheren Arbeitsverhältnissen in der Weiterbildung. „Weiterbildung unterstützt Menschen in der Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft, sie sichert Teilhabe und stärkt die Demokratie. Es muss damit Schluss sein, dass Beschäftigte in der Weiterbildung häufig zu unsicheren Bedingungen mit befristeten Verträgen oder als Honorarkräfte arbeiten. Gerade auch in der öffentlich geförderten Weiterbildung braucht es eine Finanzierung, die faire Arbeitsbedingungen ermöglicht“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. „Die Bedingungen in der Branche müssen endlich ihrer Bedeutung und den zunehmenden Anforderungen gerecht werden.“

Immerhin gilt für das pädagogische Personal in der beruflichen Weiterbildung ein zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverband der Zweckgemeinschaft des Bundesverbandes der Träger beruflicher Bildung (BBB) ausgehandelter, allgemeinverbindlicher Branchenmindestlohn. Umfassende Tarifverträge für alle Beschäftigtengruppen sind allerdings die Ausnahme. Über die Hälfte der rund 530.000 Lehrkräfte haben lediglich einen Honorarvertrag. Von den Angestellten sind viele sachgrundlos befristet.

„Zentrale Ursache für die prekären Bedingungen ist der auch politisch veranlasste Preiswettbewerb“, kritisierte Bühler. „Wir fordern, dass öffentliche, vor allem von der Bundesagentur für Arbeit vergebe Aufträge an die Einhaltung von Tarifverträgen geknüpft werden. Gute Qualität gibt es nicht zum Dumpingpreis.“

Die Gewerkschafterin sieht auch die Bundesländer in der Pflicht, für eine auskömmliche Finanzierung der öffentlich geförderten Erwachsenen- und Weiterbildung zu sorgen. „Bildung ist keine Ware. Das machen die Beschäftigten den politisch Verantwortlichen und den Arbeitgebern mit ihren Aktionen deutlich.“

(Pressemeldung vom 06.10.2022)
Quelle: ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft | Foto: ver.di
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