Gesellschaft

Deutschland - Nationaler Bildungsbericht 2022

24.06.2022

Die Bildungslandschaft in Deutschland steht aktuell vor sehr großen Herausforderungen. So stellen unter anderem die Folgen der Corona-Pandemie und die sich durch die Flüchtlinge aus der Ukraine ergebenden Bedarfe den Bildungsbereich vor große Aufgaben. Da

BundesregierungBerlin: „Der Bildungsbericht zeigt einmal mehr: Unser Bildungssystem muss besser werden. Es muss den Einzelnen bestmöglich fördern und dafür den Herausforderungen der Zeit gewachsen sein. Wir brauchen eine schnellere Digitalisierung der Bildung, eine bessere Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen und vor allem mehr Chancengerechtigkeit“, sagte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger bei der Vorstellung des Nationalen Bildungsberichts 2022  am 23.6.2022 in Berlin.

Große Herausforderungen für das Bildungssystem

Der Bildungsbericht zeigt: Die Folgen der Corona-Pandemie und die sich durch die Flüchtlinge aus der Ukraine ergebenden Bedarfe stellen den Bildungsbereich vor große Aufgaben. Zudem zeichnen sich auch Herausforderungen vor dem Hintergrund steigender Geburtenraten, einer wachsenden Heterogenität von Kindern und Jugendlichen, sozialer Ungleichheit bei Bildungschancen sowie der Umsetzung von Inklusion in allen Bildungsbereichen ab. Auch die wachsende Digitalisierung der Gesellschaft und Arbeitswelt stellen das Bildungssystem und seine Fach- und Lehrkräfte vor neue Aufgaben.

Aufgaben gemeinsam bewältigen

Diese temporären und langfristigen Herausforderungen könnten nur gemeinsam von Bund, Ländern und Kommunen bewältigt werden, betonte die Bundesbildungsministerin. „Der Bund hat in den letzten Jahren sein Engagement weiter ausgebaut und unterstützt die Länder und Kommunen auch weiterhin. Wir wollen aber natürlich ein mehr an Bildung mit einem mehr an Qualität ermöglichen zusammen mit Ländern und Kommunen“, sagte sie. „Der Digitalpakt ist hier ein Beispiel. Wir haben damit der Digitalisierung einen ersten Anschub gegeben. Damit dürfen und müssen wir uns aber nicht zufriedengeben, wir müssen ihn weiter beschleunigen, denn wir sehen, dass es zu lange dauert, bis das Geld aus dem Haushalt dann auch wirklich in den Schulen ankommt“, sagte Stark-Watzinger.

Der Nationale Bildungsbericht liefert alle zwei Jahre Zahlen und Entwicklungen aus allen Bildungsbereichen - von der frühkindlichen Bildung bis zur beruflichen Weiterbildung. Im Fokus des diesjährigen Berichts steht das „Bildungspersonal: Struktur, Entwicklung, Qualität und Professionalisierung“. Erstellt wird der Bericht von unabhängigen Wissenschaftlern im Auftrag der Kultusministerkonferenz und des Bundesbildungsministeriums.

Bildungspersonal hat Schlüsselrolle

Schwerpunkt des Bildungsberichts 2022 ist das Bildungspersonal, das für die Bildungsprozesse eine Schlüsselrolle einnimmt.

Die Anzahl des Personals in der Frühen Bildung, in allgemeinbildenden Schulen und Hochschulen sowie in Teilen des Weiterbildungsbereichs hat sich seit 2010 teils merklich erhöht. Allein Kindertageseinrichtungen verzeichneten einen Personalzuwachs von 75 Prozent, die Hochschulen von 25 Prozent. Dabei folgte die zahlenmäßige Entwicklung des Bildungspersonals überwiegend den Teilnehmendenzahlen. Insgesamt zeigen sich daher trotz des größeren Personalbestands lediglich geringfügige qualitative Verbesserungen in den Betreuungsrelationen

Dabei nehmen die Bedarfe an qualifiziertem Bildungspersonal weiter zu: Besonders groß ist der Bedarf an zusätzlichem Personal in der Frühen Bildung und in den allgemeinbildenden Schulen. Mit dem Rechtsanspruch auf ein Ganztagsangebot im Grundschulbereich wird bis 2030 ebenfalls mit großem Zusatzbedarf von Fachkräften gerechnet. 

Personalgewinnung und Personalqualifizierung bleiben laut Bildungsbericht damit in den kommenden Jahren eine vordringliche Aufgabe für die Sicherung qualitativ hochwertiger Bildungsangebote.

Auch positive Entwicklungen

Der inzwischen neunte Bericht bestätigt aber auch positiven Entwicklungen im deutschen Bildungssystem, so zum Beispiel:

  • Höhere Bildungsausgaben: Die Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft betrugen im Jahr 2020 241 Milliarden Euro. Das entspricht 7,2 Prozent am BIP und einer Steigerung von 0,5 Prozentpunkten gegenüber 2019. Die Ausgaben je Schülerin bzw. Schüler liegen mit 14.200 US-Dollar über dem OECD-Durchschnitt von 11.800 US-Dollar.
  • Mehr Bildungsteilnehmer: Die Zahl der Bildungsteilnehmerinnen und -teilnehmer stieg gegenüber 2010 um 4 Prozent (das entspricht 600.000 Personen). Dieser Zuwachs lässt sich auf vorübergehend hohe Geburtenzahlen, Zuzüge aus dem Ausland sowie dem Trend zum lebenslangen Lernen zurückführen.
  • Mehr Bildungseinrichtungen: Der Anstieg in der Bildungsbeteiligung geht 2020 mit einer Zunahme formaler Bildungseinrichtungen um 4 Prozent (entspricht + 4.000 Einrichtungen) gegenüber 2010 einher. Dieser Ausbau erfolgt insbesondere im Bereich der Kindertagesbetreuung und der Hochschulstandorte.
  • Höhere Bildungsabschlüsse: Der langfristige Trend zur Höherqualifizierung setzt sich fort: Im Jahr 2020 verfügten 26 Prozent der Bevölkerung über einen höheren beruflichen oder akademischen Abschluss (+ 5 Prozentpunkte gegenüber 2010).
  • Mehr Ganztagsbetreuung: Sowohl das Angebot der Ganztagsbetreuung als auch deren Inanspruchnahme nehmen deutlich zu. Im Schuljahr 2020/21 sind 71 Prozent aller Schulen Ganztagsschulen. Im Jahr 2005/06 traf dies lediglich auf 28 Prozent aller Schulen zu. Über die Hälfte aller Grundschulkinder (1,62 Millionen) nutzten im Schuljahr 2020/21 Ganztagsbetreuung in Schulen. Zugleich ist davon auszugehen, dass der Bedarf an Ganztagsangeboten weiter steigt und in den nächsten 10 Jahren mehr als 500.000 zusätzliche Plätze (insbesondere in den alten Bundesländern) benötigt werden.


(Pressemeldung vom 23.06.2022) Anbieter: Bundesministerium für Bildung und Forschung

(Pressemeldung vom 24.06.2022)
Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, BMBF | Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
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