Wirtschaft

Deutsche Bahn - Die erste Batteriezugflotte für Mecklenburg-Vorpommern kommt

28.11.2022

DB | Deutsche Bahn AG | DB Mobility Logistics AGBerlin | Schwerin:  Das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Deutsche Bahn (DB) gehen den nächsten Schritt in Richtung emissionsfreier, klimaneutraler Schienenverkehr. Erstmals wird DB Regio in Mecklenburg-Vorpommern Batteriezüge auf heutigen Dieselstrecken im Netz Warnow II einsetzen. Reinhard Meyer (Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit von Mecklenburg-Vorpommern) startete heute am Rostocker Hbf gemeinsam mit Daniel Bischof (Prokurist, Abteilungsleiter Verkehrswirtschaft und Digitalisierung der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH), Alexander Kaczmarek (DB-Konzernbevollmächtigter für die Länder Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern) und Jure Mikolčić (CEO Stadler Division Deutschland) zur Probefahrt mit dem Test- und Erprobungsfahrzeug des Herstellers Stadler.

  • Nächster Schritt in Richtung Klimaneutralität: Batteriezüge von Stadler ersetzen Dieselfahrzeuge
  • Ab Dezember 2026 erste Züge für den Nahverkehr mit der nachhaltigen Antriebstechnologie in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs

Das Einsatzgebiet der insgesamt 14 Züge ist ab Ende 2026 das Netz Warnow II mit den Strecken RB11 (Wismar – Rostock - Tessin) und RB12 (Bad Doberan – Rostock - Graal-Müritz). Im Februar hatte DB Regio den Zuschlag für das Netz erhalten.

Die Batteriezüge von Stadler sind eine besonders nachhaltige Alternative für den Nahverkehr. Direkte Verbindungen zwischen elektrifizierten und nichtelektrifizierten Streckenabschnitten können damit durchgehend und emissionsfrei befahren werden.

Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit: „Wir gehen den nächsten Schritt beim Dieselausstieg hin zu einem weitgehend emissionsfreien Bahnverkehr in Mecklenburg-Vorpommern. Der Ersatz von Dieseltriebzügen durch Fahrzeuge mit klimaneutralen Antrieben ist ein Schritt in Richtung vollständige Dekarbonisierung des Nahverkehrs. Batteriezüge sind eine attraktive Brückentechnologie, gerade wenn das Streckennetz über keine elektrische Oberleitung verfügt. Wir brauchen bezahlbare Mobilität mit langfristigen Perspektiven, einer ausgebauten Infrastruktur auf der Schiene hier im Land, diese muss gefördert und entwickelt werden. Wer die Schiene stärkt, schützt das Klima und stärkt die öffentliche Mobilität in Stadt, Umland und den ländlichen Räumen. Daran arbeiten wir mit allen Beteiligten.“
 
Alexander Kaczmarek, DB-Konzernbevollmächtigter für die Länder Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern: „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit dem Land im Netz Warnow II eine batterieelektrische Fahrzeugflotte in Mecklenburg-Vorpommern auf die Schiene bringen dürfen. Wir rücken unserem Ziel, als Deutsche Bahn bis 2040 klimaneutral zu sein, heute wieder ein Stück näher. Die Batterie-Technologie ist auch für unsere Werkstatt Rostock neu und sichert viele qualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region.“

Jure Mikolčić, CEO Stadler Division Deutschland: „Mit dem FLIRT Akku leistet Stadler einen ökologischen und innovativen Beitrag zur Verkehrswende. Über die Dauer des Verkehrsvertrages von 13 Jahren werden durch den Einsatz von batterieelektrischen Zügen 35 Millionen Kilogramm CO2 eingespart. Gleichzeitig sind batterieelektrische Fahrzeuge leiser und zudem durch ihren geringeren Energieverbrauch sowie günstigere Instandhaltungskosten wirtschaftlicher als Dieselfahrzeuge.“

Zusätzlich zu dem Energiespar- und Klimaschutzeffekt bieten die Züge von Stadler insgesamt 99 Sitz- und zwölf Fahrradstellplätze. WLAN und Steckdosen sorgen für einen hohen Reisekomfort. Ein videoüberwachter Fahrgastbereich sowie eine moderne Fahrgastinformation bieten Sicherheit und Orientierung. Barrierefreiheit ist selbstverständlich: Die Fahrzeuge verfügen über eine rollstuhlgerechte Toilette und ausgewiesene Rollstuhlbereiche. Die Züge sind durch die Leichtbauweise aus Aluminium sehr energiesparend und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern.

Alternative Antriebe (Batterie- oder Wasserstoffzüge) und Kraftstoffe setzt die DB bereits unter anderem in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen ein. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz, indem sie Dieselfahrzeuge ersetzt und die CO2-Emissionen um ein Drittel reduziert. Für die Überbrückung von nichtelektrifizierten Bahnstrecken setzt die DB auch auf Oberleitungsinseln, wie in Schleswig-Holstein. Ein weiterer Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes ist das Schulen von Triebfahrzeugführer:innen zur energiesparenden Fahrweise.

Deutsche Bahn - Die erste Batteriezugflotte für Mecklenburg-Vorpommern kommt

Foto: Batterieelektrischer Triebzug Stadler Typ Flirt Akku Foto: Deutsche Bahn AG © Stadler

Der FLIRT Akku ist die batteriebetriebene Ausführung der FLIRT-Typenreihe von Stadler. Die betriebliche Reichweite des Fahrzeugs liegt bei rund 100 Kilometern. Damit können 80 Prozent der nichtelektrifizierten Strecken Deutschlands mit dem Regionalzug im Batteriebetrieb befahren werden. Mit 224 gefahrenen Kilometern im reinen Batteriebetrieb hält der FLIRT Akku den Weltrekord für die längste Fahrt eines Regionalzugs im reinen Batteriemodus ohne zusätzliche Ladung. Neben der rein elektrischen und der batterieelektrischen Variante bietet Stadler den FLIRT auch mit Wasserstoff an. So entwickelt Stadler für die amerikanische San Bernardino County Transportation Authority (SBCTA) den ersten FLIRT mit Wasserstoff-Antrieb.

(Pressemeldung vom 25.11.2022)
Quelle: Deutsche Bahn AG | Foto: DB AG
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