Wirtschaft

Der Kupfermarkt aktuell: Kupfermail Nr 101 der Aurubis AG

27.09.2012

Aurubis AG Hamburg: Ein wenig Wundern sei erlaubt. „Der Optimismus ist zurück“ titelt eine namhafte deutsche Zeitung im Wirtschaftsteil. War noch vor kurzem der Zusammenbruch der Euro-Zone auf breiter Linie erwartet worden, ist jetzt davon kaum noch die Rede. Alles tendiert inzwischen nach oben. Dies gilt gleichermaßen für den Aktienmarkt wie für Kupfer. Im Rückblick scheint es der 26. Juli zu sein, an dem die veränderte Sichtweise festgemacht werden kann. Damals erklärte der Präsident der EZB, dass man alles tun würde um den Euro zu retten. Es folgte: das Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichts zum Rettungsschirm, die Pläne der amerikanischen FED zur Stimulierung der Wirtschaft und Chinas Konjunkturprogramm, mit dem ebenfalls das Wirtschafts-wachstum angeregt werden soll.

Der Kupfermarkt aktuell: Kupfermail Nr 101 der Aurubis AG
 
Kupfermarkt
Am Kupfermarkt haben die Entscheidungen in Schlüsselländern der Weltwirtschaft zur Stützung der Konjunktur steigende Kurse hervorgerufen. Der Kupferpreis an der LME, der während des Monats August und bis in den September hinein in einem Korridor von 7.400 bis 7.600 US$/t schwankte, kletterte über die Marke von 8.000 US$/t und erreichte in der Spitze am 14.09. eine Höhe von 8.400 US$/t. Dabei hielt sich für Kassa-Dreimonatstermine ein Contango von bis zu 20 US$/t. Zuletzt hatten die Kurse von Mitte Januar bis Mitte Mai 2012 auf einem Niveau über 8.000 US$/t gelegen. 
 
In Euro ausgedrückt fiel der Kursanstieg allerdings nur halb so hoch aus, da sich die europäische Währung im Verhältnis zum US-Dollar mit 1,31 US-Dollar ebenfalls deutlich erholen konnte.
    
Unmittelbare Folge des Preisanstiegs, der auch an der SHFE beobachtet werden konnte, war ein nachlassendes Kaufinteresse an den Weltmärkten, jedoch mit regional unterschiedlicher Intensität. 

Der Kupfermarkt aktuell: Kupfermail Nr 101 der Aurubis AG
 
Vor allem in China übten sich die Käufer in Zurückhaltung. Ein Preisanstieg, wie jetzt gesehen, sei nicht akzeptabel und verringere das Kaufinteresse deutlich, ist von chinesischen Verarbeitern und Händlern zu hören. Als Konsequenz daraus, verringerten sich die Prämien für Kathoden in Shanghai. Dort liegen in Zolllagern nach Schätzungen der Analysten von CRU noch rund 670.000 t Kupfer. Mengen daraus werden nach Reuters-Angaben mit Prämien von 30 bis 65 US$/t gehandelt. Hinzu kommen rund 167.000 t Kupfer in den Lagerhäusern der SHFE. Zwar verfügt die LME über keine Lagerhäuser in China, die Kupferbestände der Börse in den asiatischen Nachbarstaaten können jedoch ebenfalls hinzugerechnet werden. Dabei handelt es sich um insgesamt 93.000 t Kupfer, von denen rund 67.000 t in Südkorea und 12.000 t in Singapur liegen.
 
Die durch den gestiegenen Kupferpreis hervorgerufene Kaufzurückhaltung läuft den Erwartungen einer wiederbelebten Nachfrage am Ende des Sommers entgegen. Dieser Negativeffekt wird jedoch zum Teil durch eine positive Bewertung des von China aufgelegten neuen Konjunkturprogramms kompensiert. Am 2. September veröffentlichte die National Development and Reform Commission die Bereitstellung von umgerechnet 157 Milliarden US$ für Infrastrukturprojekte, darunter vor allem der Ausbau des Schienenverkehrs. Für Kup-fer ist dies eine gute Nachricht, da daraus auch ein entsprechender Kupferbedarf entsteht. Bevor dieser konkret am Markt materialisieren wird, dürfte jedoch noch Zeit vergehen.

Der Kupfermarkt aktuell: Kupfermail Nr 101 der Aurubis AG
 
In Europa stellt sich die Situation etwas anders dar. Ob hier nach den klaren Worten zur Lösung der Schuldenkrise nun das Eis gebrochen ist, muss sich noch zeigen. 
 
Die Europäische Zentralbank geht bislang davon aus, dass das BIP im Euro-Währungsraum 2012 um 0,6 % bis 0,2 % schrumpfen wird. Es gibt jedoch deutliche regionale Unterschiede. Vor allem die Mittelmeeranrainer entwickeln sich weiterhin schwach. Auf Italien und Spanien entfiel 2011 nach Wood Mackenzie aber nur ein Bedarf an raffiniertem Kupfer von 894.000 t, das sind rund ein Viertel des europäischen Gesamtbedarfs von 3,441 Mio. t gewesen.
 
Der Rest Europas inklusive Polen kam im gleichen Jahr auf eine Kupfernachfrage von 2,547 Mio. t und hier ist die wirtschaftliche Lage nicht ganz so schlecht. Das Beispiel Deutschland: Die deutsche Industrie ist mit guten Zahlen ins dritte Quartal gestartet. Das produzierende Gewerbe stellte im Juli 1,3 % mehr her als im Vormonat. Die deutsche Elektroindustrie erwartet für das Gesamtjahr 2012 eine Produktion von plus 1 bis 2 %, der Maschinenbau und das Bauwesen ein Plus von jeweils 2 %. In der deutschen Autoindustrie wird die Inlandsproduktion zwar voraussichtlich stagnieren, im Ausland jedoch ein Plus von 8 % erreichen. Die Vorzeichen in diesen für den Kupferabsatz wichtigsten Branchen sind damit noch im positiven Bereich. 
 
Zwei weitere Faktoren kennzeichnen den europäischen Markt. Der Preisanstieg für Kupfer hat sich durch die Euro-Umrechnung nicht so stark ausgewirkt, wie in Dollar-orientierten Ländern. Zum zweiten ist die Versorgungssituation eine andere. In den europäischen Lagerhäusern der LME befinden sich derzeit lediglich rund 16.000 t, von denen allein 10.000 t im niederländischen Vlissingen durch die Auslieferungsmodalitäten der LME länger gebunden sind. De facto ist damit die LME für europäische Verarbeiter, die auf physische Belieferung aus standortnahen Destinationen angewiesen sind, keine Option. Verzögerungen von Schiffen, die Kathoden aus Übersee anliefern, wirken sich deshalb anders als früher, direkt aus und lassen Spot-Bedarf entstehen, der dann schwierig alternativ abzudecken ist. Angesichts der hohen Preise dürften entlang der Wertschöpfungskette kaum Mengen vorgehalten werden. Die Spot-Kathodenprämien in Europa liegen deshalb weiterhin im Großen und Ganzen bei etwa 90 bis 100 US$/t. 
Kupferrohstoffe und Kupferprodukte
 
Nach Angaben der ICSG ist die weltweite Produktion der Kupferminen in den 10 Jahren von 2002 bis 2011 von 13,6 Mio. t auf 16 Mio. t Kupfer gestiegen. In die-sem Zeitraum nahm die Konzentratproduktion um 15 % und die SXEW-Produktion um 31 % zu. Regionaler Schwerpunkt des Anstiegs waren Lateinamerika und Afrika. Auch in jüngster Zeit konnten durch die Realisierung von Projekten Zuwächse erzielt werden. Die Escondida-Mine, die zu den größten Vorkommen weltweit zählt, hat ihre Produktion im zweiten Quartal 2012 z. B. um 22 % gegenüber dem Vorquartal erhöht. Aktuell ist am Markt für Kupferkonzentrate eine Situation entstanden, die von zurückhaltender Hüttennachfrage und gutem Angebot gekennzeichnet ist. Die TC/RCs im Spotgeschäft haben sich auf knapp US$ 70 und 7 cents erhöht. Für die nächsten Monate wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Am europäischen Altkupfermarkt hat der Anstieg der Kupferpreise zu einem erhöhten Angebot geführt, da das jetzige Preisniveau für Händler ein Verkaufssignal darstellt. Die am Markt anzutreffende Nachfrage ist dabei nur verhalten und unterstützt so höhere Raffinierlöhne. An den europäischen Kupfer-Produktmärkten zeigt sich nach der Sommerpause weiterhin keine durchgreifende Belebung. (Pressemeldung vom 20.09.2012)
Quelle: Aurubis AG | Foto: Aurubis AG
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