Wirtschaft

Der GL aktualisiert Vorschriften für Binnenschiffe

28.11.2011

Hamburg: Um auch weiterhin die Sicherheit der Binnenschifffahrt zu gewährleisten und deren Effizienz zu fördern, hat der Germanische Lloyd (GL) seine Vorschriften für Binnenschiffe (Rules for Inland Navigation Vessels, INV) aktualisiert. Die neue Version trat am 1. November 2011 in Kraft und umfasst Vorschriften für: Klassifizierung und Untersuchungen, Schiffbau und -konstruktion, Maschinen, Systeme und elektrische Anlagen sowie zusätzliche Anforderungen für verschiede Klassezeichen.
 
Die aktualisierten Vorschriften sollen in erster Linie sicherstellen, dass die Schiffe den neuesten Regelungen des Europäischen Übereinkommens über die internationale Beförderung von gefährlichen Gütern auf Binnenwasserstraßen (ADN) entsprechen. Neben einer Aktualisierung von Abschnitt 3 der Vorschriften „Transport gefährlicher Güter“, der die Klassifizierung von Schiffen für den Transport gefährlicher Güter, Ausrüstungen und Systeme für Tankschiffe sowie Überwachungs- und Alarmsysteme für den Tankfüllstand umfasst, wurde ein neuer Unterabschnitt hinzugefügt, der die Vorgaben des ADN für alternative Konstruktionen von Ladetanks behandelt.
 
Abschnitt 2 – „Klassifikation“ – führt einige neue Typenzusätze für Binnenschiffe ein, darunter: „Hotelschiff“, „Ausflugsdampfer“, „Restaurantschiff“, „Leichter“ und „Schubleichter“. Die ersten drei dieser neuen Klassenzusätze wurden eingeführt, um internationalen Kunden die Erlangung einer Klassifikation für verschiedene Arten von Fahrgastschiffen auf Basis der jeweiligen verschiedenen nationalen Sicherheitsstandards zu ermöglichen. Der GL-Zusatz „Fahrgastschiff“ bleibt Schiffen vorbehalten, die die Sicherheitsstandards der Europäischen Union erfüllen. Die Klassenzusätze  „Leichter“ und „Schubleichter“ wurden eingeführt, um eine detailliertere Beschreibung dieser weit verbreiteten Arten von Binnenschiffen zu bieten.
 
Weitere wichtige Aktualisierungen sind: eine Überarbeitung der Berechnungsmethode zur Überprüfung der Beulfestigkeit im Abschnitt 2 „Werkstoffe und Grundsätze für die Konstruktion“ in Anpassung an die neuesten Beulfestigkeitsnachweise für Seeschiffe, die Umsetzung der Anforderungen für „kleine Luken“ wie Mannlochabdeckungen sowie die Integration zusätzlicher Möglichkeiten für die Reduzierung der Kimmdicke im Bug- und Heckbereich in Abschnitt 5 „Rumpfstärken“. Die Vorschriften umfassen außerdem Ergänzungen bei den Entwurfslasten für Zwischendecks sowie für die Dimensionierung von  Unterzügen im Bug- und Heckbereich und bei den Entwurfslasten für wasserdichte Schotte und Ballasttanks. Auch die Anforderungen für Schanzkleider und Geländer wurden angepasst.
 
Die Aktualisierung erfolgt in einer entscheidenden Phase des Marktes für Binnenschiffe, da deren Bedeutung als wichtiger Bestandteil des Frachtverkehrs in Zukunft zunehmen dürfte. Der Transportsektor steht unter dem allgemeinen Druck, seine CO2-Emissionen zu reduzieren. In diesem Zusammenhang hat die Europäische Kommission eine Verlagerung von 30 Prozent des Frachtfernverkehrs von der Straße hin zum Bahn- und Schiffsverkehr bis 2030 vorgeschrieben, wobei dem Ausbau von Binnenwasserwegen eine zentrale Rolle zukommt. (Pressemeldung vom 25.11.2011)
Quelle: Germanischer Lloyd | Foto: GL
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