Wirtschaft

Branchenforum Maritime Sicherheit - Marineschiffbauindustrie fordert fairen Wettbewerb

22.06.2015

VSM | Verband für Schiffbau und Meerestechnik e. V. - GeMaX – German Maritime Export Initiative Berlin: Am 17. Juni trafen in der Berliner Julius-Leber-Kaserne Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft bei einem ganztägigen Branchenforum zum Austausch aktueller und zukünftiger Sicherheitsherausforderungen zusammen. Um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Marineschiffbauer bei europaweiten Ausschreibungen sicherzustellen, fordert die deutsche Marineschiffbauindustrie faire Wettbewerbsbedingungen.

"Wir begrüßen die politischen Initiativen zur Gestaltung eines europäischen Binnenmarktes und zur Stärkung der europäischen rüstungsindustriellen Basis", betonte Dr. Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer des Verbands für Schiffbau und Meerestechnik e. V. (VSM), in seinem Beitrag zum Workshop "Nationale strategische industrielle Fähigkeiten". "Das bestehende Ungleichgewicht bei den Unternehmensstrukturen in Europa betrachten wir aber mit großer Sorge."

Man dürfe sich nicht der Illusion hingeben, dass die vollständig privatwirtschaftlich strukturierten deutschen Unternehmen einen fairen Wettbewerb mit subventionierten Staatsbetrieben erwarten können. Es sei notwendig und bleibe eine gemeinsame Herausforderung für Politik und Industrie, zu einer optimalen Nutzung der industriellen Kapazität in Europa zu kommen, um für unsere Marine das beste Material und für die Steuerzahler den wirtschaftlichsten Preis zu erzielen. Solange aber Rüstungsgüter vom europäischen Wettbewerbsrecht weitgehend ausgenommen sind und nationalstaatliche Ausnahmeregelungen zugelassen und in anderen EU-Staaten praktiziert werden, ist kein "Level Playing Field" für die deutsche Marineschiffbauindustrie möglich. Marktkräfte werden nicht funktionieren. Für einen fairen Wettbewerb ist die deutsche Marineschiffbauindustrie bestens aufgestellt, so Lüken.

Der deutsche Marineschiffbau verfügt im Überwasserschiffbau und im U-Boot-Bau über wertvolles Know-how, das national und international hoch angesehen und weltweit nachgefragt ist. Das Produktportfolio orientiert sich in erster Linie am Bedarf der Deutschen Marine und umfasst Unterseeboote, Korvetten, Fregatten, Hilfs- und Versorgungsschiffe, Schnellboote, Patrouillenboote, Boote für die Minenabwehr, Einzelkomponenten und komplette Systeme. Als hochspezialisierte Systemhäuser integrieren die Werften Produkte und Dienstleistungen einer vielfach mittelständisch geprägten, heimischen und bundesweit ansässigen Zulieferindustrie - die Produktion erfolgt entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

"Die technologische Leistungsfähigkeit und Innovationsstärke unserer deutschen Marineschiffbauindustrie ist für Deutschland von essentieller strategischer Bedeutung – sei es bei Neubau, Instandsetzung oder Wartung. Wir setzen uns daher für eine ganzheitliche nationale Sicherheits- und Industriepolitik ein", sagte Lüken. Für Erhalt und Fortentwicklung der grundlegenden, strategischen industriellen Fähigkeiten im Marineschiffbau seien nationale Beschaffungs- und Forschungsvorhaben weiterhin von maßgeblicher Bedeutung. "Diese Aufträge dienen dem Erhalt außerordentlicher industrieller Exzellenz und bieten die Referenz für den zur Auslastung der Unternehmen notwendigen Export."

Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen des Branchenforums „Maritime Sicherheit“ sollen Grundlage für die Formulierung des künftigen maritimen Arbeitsprogramms der Bundesregierung sein. Insgesamt gibt es sieben vorbereitende Branchenforen zu maritimen Schwerpunktthemen. Die „Maritime Strategie“ wird im Rahmen der 9. Nationalen Maritimen Konferenz, die im Oktober dieses Jahres unter Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin in Bremerhaven stattfindet, vorgestellt. (Pressemeldung vom 22.06.2015)

Quelle: Verband für Schiffbau und Meerestechnik e. V. | Foto: VSM
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