Wirtschaft

Bosch liefert Fabrikausrüstung zur Batteriefertigung

12.08.2021

Bosch - Robert Bosch GmbHStuttgart: Bosch bündelt Kompetenzen im Maschinenbau und bietet Unternehmen Fabrikausrüstungen für die Batterieproduktion aus einer Hand – von einzelnen Komponenten über Softwarelösungen bis hin zu kompletten Montagelinien. Zu den Pilotkunden zählt Webasto. Das Unternehmen stattet Batteriefabriken mit Bosch-Technik aus. „Wir verstehen das ‚Produkt Batterie‘ und wissen, wie es gefertigt werden muss“, sagt Bosch-Geschäftsführer Rolf Najork, zuständig für die Industrietechnik. Durch den Einstieg in das Geschäftsfeld will Bosch die Wertschöpfungstiefe im Maschinenbau erhöhen und ab 2025 jährlich rund 250 Millionen Euro Umsatz mit Equipment für die Batterieproduktion erzielen. Das Fertigungs-Know-how nutzt Bosch auch in den eigenen Werken. In Eisenach startet Bosch jetzt mit der Serienproduktion von 48-Volt-Batterien der zweiten Generation. 70 Millionen Euro investiert das Unternehmen dieses Jahr in den Ausbau der Fertigung vor Ort.

  • Bosch will ab 2025 jährlich rund 250 Millionen Euro Umsatz mit Fabrikausrüstungen für die Batterieproduktion erzielen.
  • Bosch liefert Industrietechnik aus einer Hand – von einzelnen Komponenten über Softwarelösungen bis hin zu kompletten Produktionsanlagen.
  • Bosch investiert rund 70 Millionen Euro in den Start der Serienproduktion von 48-Volt-Batterien im Werk in Eisenach.
  • Bosch-Geschäftsführer Rolf Najork: „Wir verstehen das ‚Produkt Batterie‘ und wissen, wie es gefertigt werden muss.“

Bosch liefert Fabrikausrüstung zur Batteriefertigung

Foto: Robert Bosch GmbH

„Wir verstehen das ‚Produkt Batterie‘ und wissen, wie es gefertigt werden muss. “ 
Bosch-Geschäftsführer Rolf Najork 

Batteriemarkt wächst jährlich um bis zu 25 Prozent

Der Bedarf ist enorm: Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage bei Lithium-Ionen-Batterien von rund 200 GWh in 2019 auf mehr als 2 000 GWh bis 2030 steigt (Quelle: BMWi, 2021). Über 60 Prozent entfallen derzeit auf die Elektromobilität (Quelle: VDMA, 2020). Bosch bietet Lösungen für die leichte 48-Volt-Hybridisierung über den vollelektrischen Antrieb bis hin zur Brennstoffzelle. Das Unternehmen hat sowohl Erfahrung in der Entwicklung von Batterien für Fahrzeuge, als auch für E-Bikes, Elektrowerkzeuge und Küchengeräte und verfügt über eine langjährige Fertigungskompetenz. Dieses Know-how will Bosch einsetzen, um die steigende Nachfrage zu bedienen. „Wir gehen davon aus, dass der weltweite Batteriemarkt jährlich um bis zu 25 Prozent wächst. Bosch trägt seinen Teil dazu bei, diesen Bedarf zu stillen“, sagt Najork.

Webasto setzt auf Bosch-Technik in der Batterieproduktion

Zu den Vorreitern in der Herstellung von Batteriepacks zählt Webasto. Das Unternehmen engagiert sich seit 2016 im Bereich der Elektromobilität und setzt neben Hochvoltheizern und Ladelösungen auch auf Batteriesysteme für elektrifizierte Fahrzeuge. Die Batterieproduktion im deutschen Werk in Schierling ist Blaupause für neue Produktionsstätten zum Beispiel im koreanischen Dangjin. Bosch liefert dafür automatisierte Montagelinien zum Verschweißen und Einkleben der Batteriezellen. Hierfür werden die verschiedenen Funktionen der Modulfertigung vereint: von der Zellreinigung mit Eingangsprüfung, dem Stapelprozess sowie einem speziellen Laserschweißprozess bis hin zur End-of-Line-Prüfung zur Qualitätssicherung. Dank eines ausgeklügelten Linienkonzepts treten bei der Bearbeitung keine Verunreinigungen durch Partikel auf. Die Zell-Stapel werden mit automatisiertem Roboterhandling in einem zweistufigen Prozess montiert, bestehend aus Dispensertechnologie und Laserschweißen. Mit einem umfangreichen Sicherheitskonzept ist es anschließend möglich, die elektrische Verbindung des Batterie-Moduls mithilfe eines hoch dynamischen und präzisen Laserschweißprozesses zu realisieren.

Bosch-Werke überzeugen mit Batterie-Know-how

Auch in den Bosch-Werken setzt das Unternehmen auf die eigene Industrietechnik. Im Werk in Eisenach werden 48-Volt-Batterien für die Hybridisierung von Pkws gefertigt. In Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sorgen sie vor allem in Städten für weniger Emissionen, senken Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß um bis zu 15 Prozent. Die zweite Generation geht jetzt in Eisenach in Serie. Bei der Produktion durchlaufen über 90 Komponenten mehr als 100 Prozessschritte. Elektrischer Rückenwind fürs Fahrrad kommt aus Ungarn. Seit 2015 fertigt Bosch in Miskolc leistungsstarke E-Bike-Akkus, die sich durch eine hohe Reichweite und eine lange Lebensdauer auszeichnen. Rund 20 Stationen sind in der Fertigung notwendig, ehe die Akkus gemeinsam mit Antrieb und Display das perfekt aufeinander abgestimmte Bosch-E-Bike-System bilden. Dazu zählen Zelleingangsprüfung, Modul- und Packmontage sowie die Integration des Batteriemanagement-Systems. Die vollautomatisierte Produktion vor Ort gewährleistet einen hohen Qualitätsstandard, maximale Batteriesicherheit und stabile Lieferketten für die E-Bike-Hersteller. Auf der IAA Mobility in München (7. bis 12. September) stellt Bosch seine Lösungen für die Elektromobilität vor.

Bosch bietet „Full Service“ für die Produktion

Beim Aufbau von Fabriken agiert Bosch als Generalunternehmer und Zulieferer einzelner Komponenten und Software-Lösungen. „Als führendes IoT-Unternehmen und erfolgreicher Maschinenbauer bieten wir die Möglichkeit, die Fabrik der Zukunft individuell zu gestalten“, sagt Najork. Bosch entwickelt Anlagen, Maschinen, Hard- und Software zur Fertigung von Batteriemodulen und -packs, die aus zylindrischen, prismatischen oder Pouch-Zellen gebaut und in Elektrofahrzeugen eingesetzt werden. Dabei werden Schraub-, Schweiß- oder Klebe-Prozesse genutzt, um die Zellen fest miteinander zu verbinden. Je nach Anforderung liefert Bosch sowohl teilautomatisierte als auch vollautomatische Linien. Auch Antriebs- und Steuerungstechnologien, intelligent konzipierte Handarbeitsplätze, Fertigungsmanagementsysteme (MES) zur Produktionsplanung sowie Software für die Vernetzung von Maschinen und Anlagen sind Teil des Portfolios.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 395 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2020). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 71,5 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Als führender Anbieter im Internet der Dinge (IoT) bietet Bosch innovative Lösungen für Smart Home, Industrie 4.0 und Connected Mobility. Bosch verfolgt die Vision einer nachhaltigen, sicheren und begeisternden Mobilität. Mit seiner Kompetenz in Sensorik, Software und Services sowie der eigenen IoT-Cloud ist das Unternehmen in der Lage, seinen Kunden vernetzte und domänenübergreifende Lösungen aus einer Hand anzubieten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen und Produkte für das vernetzte Leben, die entweder über künstliche Intelligenz (KI) verfügen oder mit ihrer Hilfe entwickelt oder hergestellt werden. Mit innovativen und begeisternden Produkten sowie Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH sowie ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs-, Entwicklungs- und Vertriebsverbund von Bosch über fast alle Länder der Welt. Mit ihren weltweit mehr als 400 Standorten ist die Bosch-Gruppe seit Frühjahr 2020 CO₂-neutral. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit rund 73 000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 129 Standorten, davon etwa 34 000 Software-Entwickler.

(Pressemeldung vom 12.08.2021)
Quelle: Robert Bosch GmbH | Foto: Robert Bosch GmbH
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