Wirtschaft

Bilanz Geschäftsjahr 2020: AGRAVIS robust unterwegs

08.04.2021

AGRAVIS Raiffeisen AGMünster: Die AGRAVIS hat am 24. März 2021 über die Jahresbilanz 2020 berichtet - wegen der Corona-Pandemie ohne Präsenzveranstaltung. Dabei stellte das Unternehmen aktuelle Geschäftszahlen vor und kündigte unter anderem eine weiterhin starke Investitionsbereitschaft an.

Berichte zur Bilanz 2020: AGRAVIS robust im Markt unterwegs

Die AGRAVIS Raiffeisen AG ist robust durch das Geschäftsjahr 2020 gekommen. Das Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmen schloss mit einem Umsatz von 6,39 Mrd. Euro (Vorjahr: 6,45 Mrd. Euro) und einem Ergebnis vor Steuern von 30,5 Mio. Euro (Vorjahr: minus 20,5 Mio. Euro) ab. „Nach den Einmal-Belastungen des vergangenen Jahres bestätigen die Zahlen, dass die AGRAVIS ihren Kurs konsequent umsetzt“, bekräftigte deshalb auch AGRAVIS-Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff auf der digitalen Bilanz-Pressekonferenz: „Trotz der erneuten Trockenheit, die regional unterschiedlich ausgeprägt war, der Herausforderungen durch Vogelgrippe, Afrikanische Schweinepest und natürlich der gesamten Corona-Pandemie sowie der gesellschaftlichen und politischen Debatten um die in Anführungsstrichen „richtige“ Landwirtschaft.“ Schulte-Althoff präsentierte auch ein deutliches Plus im Eigenkapital, das durch die Ausgabe von Genussscheinen von 543,5 auf rund 578 Mio. Euro gestiegen ist. „Die Eigenkapitalquote hat sich damit um über zwei Prozentpunkte von 27,4 auf 29,6 Prozent erhöht – wir sind dem langfristigen Ziel von einer Eigenkapitalquote von 30 Prozent sehr nahe gekommen.“

In Lösungen denken und handeln

Insgesamt zeigt sich auch der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler zufrieden mit dem Erreichten: „Das Jahr hat gezeigt, dass wir in Lösungen denken und handeln. Und wir wollen im Verbund mit unseren genossenschaftlichen Partnern noch mehr Markt machen. Aber wir straffen auch Strukturen, reduzieren Doppelarbeit und setzen den Weg der Digitalisierung konsequent, aber mit Augenmaß und Praxisbezug, fort. Das sind viele kleine Schritte, die uns erfolgreich machen, viele kleine Mosaiksteine, die am Ende das große Bild ergeben.“

Digitales Geschäft wächst

Bei der AGRAVIS müsse gerade die Digitalisierung, so machte es der Vorstandsvorsitzende deutlich, für Landwirtschaft und Genossenschaften künftig eine spürbar nützlichere Rolle einnehmen. „Unser digitales Geschäft wächst mit der Expertise des stationären, des analogen Geschäfts. Wir müssen es schaffen, mehr und mehr Dienstleistungen mit einem klassischen Mehrwert digital anzubieten.“ Dieses spiegelt sich dann auch in den Investitionen des Konzerns wider: Schwerpunkte des Investitionsvolumens 2020 und auch 2021 gehen in Digitalisierungsprojekte. „Wir investieren weniger in Steine und Beton, mehr in Digitalisierung, Prozesse und IT-Anwendungen. Wir sehen uns als Digitalisierungstreiber. Wir haben den Anspruch, die Digitalisierung praxisgerecht und mit dem Blick auf das wirtschaftlich Machbare weiter voranzutreiben. Das machen wir aus der Kenntnis des Geschäfts heraus, aus Kenntnis der Strukturen und mit dem Know-how unserer Mitarbeiter:innen, die immer wieder neue Ideen entwickeln. Deshalb hat für uns die Innovationskraft künftig auch eine wachsende Bedeutung.“

Noch mehr Kundennähe

Zu dieser Weichenstellung, das machte Vorstandschef Dr. Köckler ebenfalls deutlich, gehöre es, „die Strukturen permanent weiterzuentwickeln und dabei mehr Kundennähe aufzubauen. Das tun wir Schritt für Schritt in unserem Konzern, um an Leistungsstärke, aber auch Marktzugang und wirtschaftlicher Stärke zu gewinnen.“ Jüngstes Beispiel dafür sei nicht nur die seit Jahresbeginn aktive AGRAVIS Ost, in der drei zuvor eigenständige Gesellschaften aufgegangen seien, sondern auch die GiG, in der ab 1. Mai die Vertriebsaktivtäten für Geflügelfutter im westlichen Arbeitsgebiet der AGRAVIS zusammengeführt werden. „Ein starkes Signal in den genossenschaftlichen Verbund und in Richtung der Landwirte, dass sie alle Dienstleistungen von der Konzeptentwicklung über das Geflügelmanagement bis hin zum Vertrieb von Geflügelfutter künftig aus einer Hand bekommen“, erläuterte Dr. Dirk Köckler und betonte, dass das für ihn ein praktisches Beispiel für Change und Weiterentwicklung bei AGRAVIS sei. „AGRAVIS leistet gern durch Innovationen einen Beitrag für zukunftsfähige Konzepte unserer Landwirtschaft.“

Geschäftsjahr 2021 realistisch geplant

Auf Basis dieser steten Weiterentwicklung sieht der AGRAVIS-Chef das Unternehmen auf einem guten Weg. „Wir gehen auch für 2021 weiter von der Robustheit im AGRAVIS-Geschäft aus. Wir haben das Geschäftsjahr deshalb konservativ realistisch geplant. Beim Umsatz gehen wir in 2021 von 6,2 Mrd. Euro aus und beim Ergebnis vor Steuern streben wir einen ähnlichen Wert wie in 2020 an. Wir haben mit 31,6 Mio. Euro vor Sonderprojekten geplant. Das heißt, wir gehen davon aus, dass sich die Branche auch unter den Herausforderungen des Klimawandels und der Pandemie sowie den politischen Rahmenbedingungen weiter konsolidieren wird. Wir investieren zudem 58,3 Mio. Euro – abermals mit einem Schwerpunkt in unseren digitalen Ausbau.“

Fachlicher Dialog mit Gesellschaft und Politik

Der AGRAVIS-Chef setzte sich gegenüber den Medienvertretern aber auch für einen sachlichen, fachlichen Dialog mit Gesellschaft und Politik ein und betonte, dass „die Landwirtschaft durch die Corona-Pandemie, weil systemrelevant, an Wertschätzung gewann. Ausreichend Warenversorgung, regionale Produkte, Direktvermarktung, heimische Ware standen plötzlich im Rampenlicht, und da viele Verbraucher sich auch selbst wieder ans Säen und Ernten im heimischen Garten wagten, ist das Verständnis für die heimische Landwirtschaft gestiegen. Was nicht geklappt hat, ist Wert und Wertschätzung in Einklang zu bringen. Die Folge: Der Preiskampf im Lebensmitteleinzelhandel führte uns allen vor Augen, welchen Wert Lebensmittel haben bzw. welche Wertschätzung sie nicht haben.
Lösungen wurden in der Borchert-Kommission und in der Zukunftskommission beschrieben. Diesen Handlungsrahmen gilt es in 2021 politisch verlässlich umzusetzen – damit Investitionen der Landwirtschaft auch langfristig gesichert sind und Bilder, in denen Landwirte Zufahrten zu Auslieferungslägern des Lebensmittelhandels dicht machten, um auf angespannte Lage aufmerksam zu machen, nicht mehr erforderlich sind.“

Die operativen Geschäftsfelder des AGRAVIS-Konzerns in 2020

Geschäftsfeld Pflanzen

Produktumsatz praktisch auf Vorjahresniveau, leichter Rückgang von 0,3 Prozent zu 2019. Produktumsatz: 2.677 Mio. Euro (2019: 2.684 Mio. Euro)

  • Rückgang beim Betriebsmitteleinsatz durch das regional abermals sehr trockene erste Halbjahr und strengere Vorgaben der Düngeverordnung
  • Witterungsbedingt geringere Erfassung von Getreide und Ölsaaten vor allem im Osten, geringere Dienstleistungserlöse als Folge
  • Pflanzenschutz: trockenes erstes Halbjahr, im Herbst witterungsbedingt gute Behandlungsquote möglich
  • Düngemittel: Insgesamt wieder gestiegener Mengenabsatz, aber niedriges Preisniveau
  • Saatgut: positive Impulse durch Exklusivsorten, starke Nachfrage nach Mischungen und Grassaaten, Zuwachs auch bei Zwischenfrüchten
  • Pflanzenbau-Vertriebsberatung: Futterbau-Vertriebsberatung erfolgreich angelaufen, Piloteinheit Farm-Management positiv entwickelt
  • Agrarerzeugnisse: Fokus auf Kerngeschäft Trendwende beim Ergebnis eingeleitet

Geschäftsfeld Tiere
Produktumsatz im Vergleich zu 2019 praktisch konstant, plus 0,2 Prozent auf 1.270 Mio. Euro gestiegen

Mischfutter:

  • Fokus auf Absicherung der eigenen Produktionskapazitäten, dazu genossenschaftliche Zusammenarbeit mit den Mischfutterwerken ausgeweitet
  • Produktionstonnage mit 4,9 Mio. Tonnen konstant (einschl. Beteiligungen) – davon Schweinefutter rund 1,8 Mio. Tonnen; Rinderfutter rund 1,6 Mio. Tonnen und Geflügelfutter rund 1 Mio. Tonnen
  • Schweinefutter in den konzerneigenen Werken minus 4,1 Prozent, Rinderfutter minus 3,6 Prozent, Geflügelfutter plus 1,4 Prozent

Spezialfutter:

  • Equovis GmbH und Profuma Spezialfutter GmbH im nationalen Markt gut behauptet
  • Höherer Absatz beim Mineralfutter und Hygieneprodukten; Milchaustauscher unter Druck
  • Petfood-Sektor entwickelte sich erfreulich

Tiergesundheit:

  • Umsatzanstieg realisiert
  • Wachstumsmärkte durch Corona beeinträchtigt
  • Umsatzanteil an Haus- und Kleintierprodukten erhöht

Geschäftsfeld Technik
Produktumsatz im Vergleich zu 2019 um 12,1 Prozent auf 973 Mio. Euro gestiegen

  • Unter Corona-Bedingungen stets volle Einsatzfähigkeit gegeben, Schichtpläne etc.
  • Neumaschinengeschäft bei Schleppern klar im Plus
  • Gebrauchtmaschinengeschäft national stabil, beim Export nach Osteuropa Corona spürbar
  • After-Sales deutlich über Vorjahr: Werkstätten gut ausgelastet, Ersatzteilgeschäft im Plus
  • Onlineshop ATStore24 ging erfolgreich ans Netz, 7 Mio. Ersatzteile bestellbar, Baustein der Omnichannel-Strategie
  • Fokussierung auf Haupt- und Kernmarken

Geschäftsfeld Märkte
Produktumsatz deutlich erhöht: plus 19,4 Prozent auf 350 Mio. Euro

  • Erfolgreiche Terres-Kooperation: stationäre Märkte des Verbundes als Wachstumstreiber
  • Einzelhandel in der Raiffeisen-Markt GmbH ebenfalls deutlich über Plan
  • Hohe Wachstumsraten im Onlinegeschäft auf raiffeisenmarkt.de, Corona als Treiber
  • Omnichannelstrategie geht unabhängig von der Pandemie auf; stationär und online sind für Kund:innen eine Einheit
  • Erfolgreiche Eigenmarken mit hohem Umsatzanteil
  • Baustoffhandlungen in Westfalen und im Emsland in genossenschaftliche Hände gegeben, AV konzentriert auf Einkauf in Regio Baustoffe GmbH

Geschäftsfeld Energie
Produktumsatz im Vergleich zu 2019 um 16,2 Prozent auf rund 1.051 Mio. Euro gesunken

  • Durch Preisverfall an Rohölmärkten hoher Heizölabsatz und gutes Kontraktgeschäft beim Diesel
  • Kraftstoffabsatz durch Lockdown rückläufig
  • Projektgeschäft im Tankstellensegment ausgebaut
  • Weiteres Wachstum beim Vertrieb von Holzpellets, team Energie GmbH neuer Gesellschafter der RBB
  • Absatz bei Schmierstoffen stabil
  • Strom- und Erdgasvertrieb solide

Die AGRAVIS Raiffeisen AG ist ein modernes Agrarhandelsunternehmen in den Segmenten Agrarerzeugnisse, Tierernährung, Pflanzenbau und Agrartechnik. Sie agiert zudem in den Bereichen Energie und Raiffeisen-Märkte einschließlich Baustoffhandlungen sowie im Projektbau. Die AGRAVIS- Gruppe erwirtschaftet mit über 6.300 Mitarbeiter:innen 6,4 Mrd. Euro Umsatz und ist als ein führendes Unternehmen der Branche mit mehr als 400 Standorten überwiegend in Deutschland tätig. Internationale Aktivitäten bestehen über Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in mehr als 20 Ländern und Exportaktivitäten in mehr als 100 Ländern weltweit. Unternehmenssitz ist Münster. 

(Pressemeldung vom 24.03.2021)
Quelle: AGRAVIS Raiffeisen AG | Foto: AGRAVIS Raiffeisen AG
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