Gesellschaft

Bevölkerung - erstmals leben mehr als 84 Millionen Menschen in Deutschland

28.09.2022

Statistisches Bundesamt (Destatis)Wiesbaden:  Im 1. Halbjahr 2022 ist die Einwohnerzahl Deutschlands erstmals auf über 84 Millionen Menschen gestiegen. Am 30. Juni 2022 lebten in Deutschland 843 000 Personen mehr als zum Jahresende 2021, das entsprach einem Bevölkerungswachstum von 1,0 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, gab es Bevölkerungszunahmen dieser Größenordnung seit der Deutschen Vereinigung nur in den Jahren 1992 (+700 000) infolge der Grenzöffnungen in Osteuropa und des Kriegs in Jugoslawien sowie 2015 mit der damaligen Fluchtwanderung (+978 000). Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2021 war die Bevölkerungszahl nur um 82 000 Personen oder 0,1 % gestiegen. Ausschlaggebend für die aktuelle Entwicklung ist der Zuzug von Geflüchteten aus der Ukraine infolge des russischen Angriffskriegs: Im 1. Halbjahr 2022 gab es eine Nettozuwanderung von rund 750 000 Ukrainerinnen und Ukrainern nach Deutschland. Insgesamt lag die Nettozuwanderung nach vorläufigen Ergebnissen bei rund 1,0 Millionen Personen. Sie war damit sieben Mal höher als im 1. Halbjahr 2021 (134 000). Zugleich wirkte der Überschuss der Sterbefälle über die Geburten dämpfend auf das Bevölkerungswachstum: So starben im 1. Halbjahr 2022 in Deutschland 161 000 Personen mehr, als in diesem Zeitraum geboren wurden.

  • Erstmals leben mehr als 84 Millionen Menschen in Deutschland – Bevölkerung gegenüber dem Jahresende 2021 um 843 000 Personen oder 1,0 % gewachsen
  • Zuzug von Ukrainerinnen und Ukrainern infolge des russischen Angriffskriegs führt zu Zuwanderung in ähnlicher Größenordnung wie 1992 und 2015
  • Ende Juni 2022 lebten in Deutschland 501 000 ukrainische Frauen und Mädchen sowie 248 000 ukrainische Männer und Jungen mehr als Ende 2021

Mehr als eine halbe Million Frauen und Mädchen aus der Ukraine zugewandert

Die Zahl der in Deutschland lebenden Frauen und Mädchen ist im 1. Halbjahr 2022 mit +526 000 (+1,2 %) deutlich stärker gestiegen als die Zahl der Männer und Jungen mit +317 000 (+0,8 %). Dies spiegelt wider, dass vor allem Frauen und Kinder vor dem Krieg aus der Ukraine geflüchtet sind: Ende Juni 2022 lebten in Deutschland 501 000 ukrainische Frauen und Mädchen mehr als Ende 2021. Die Zahl der in Deutschland lebenden ukrainischen Männer und Jungen stieg um 248 000.

Bevölkerung in allen Bundesländern gewachsen

Die Einwohnerzahl ist in allen Bundesländern gestiegen, regional jedoch unterschiedlich: Bezogen auf die im jeweiligen Bundesland lebende Bevölkerung war sie in Berlin (+1,3 %) am stärksten, gefolgt von Bayern und Hessen (jeweils +1,2 %). Bremen (+0,5 %), Thüringen (+0,6 %) und das Saarland (+0,7 %) verzeichneten dagegen die geringsten Zuwächse.

Bevölkerung - erstmals leben mehr als 84 Millionen Menschen in Deutschland


Infografik: Statistische Bundesamt (Destatis)

Methodische Hinweise: Die Entwicklung der Bevölkerungszahlen in einem Zeitraum ergibt sich zum einen aus den Geburten und Sterbefällen, zum anderen aus den Zu- und Fortzügen, die die Standesämter beziehungsweise Meldebehörden den Statistischen Ämtern mitteilen. Zudem fließen Korrekturen in die Berechnung ein. Korrekturen entstehen, wenn Meldebehörden oder Standesämter zuvor mitgeteilte Datensätze vervollständigen oder berichtigen.

Die dargestellten Bevölkerungszahlen sind auf Basis des Zensus 2011 gerechnet. Sobald Ende 2023 die Ergebnisse des Zensus 2022 mit Stichtag 15. Mai veröffentlicht werden, werden die Ergebnisse auf Basis des Zensus 2011 revidiert. Berechnungsbasis wird dann der Zensus 2022 sein. Durch die Revision wird möglicherweise die Einwohnerzahl der Einwohner nach unten auf weniger als 84 Millionen korrigiert. Die Zunahme der Bevölkerung im 1. Halbjahr 2022 wird allerdings davon nicht beeinflusst.

Die Nettozuwanderung stellt die Zuwanderung nach Deutschland abzüglich der Abwanderung dar. Die dargestellten Daten sind vorläufig.

Pressemitteilung Nr. 410 vom 27. September 2022

(Pressemeldung vom 28.09.2022)
Quelle: Statistische Bundesamt (Destatis) | Foto: Statistische Bundesamt
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