Wirtschaft

Bertelsmann Geschäftsjahr 2013: Milliardeninvestitionen und Gewinnsprung

26.03.2014

Bertelsmann SE & Co. KGaA Berlin: Das internationale Medienunternehmen Bertelsmann hat im Geschäftsjahr 2013 kräftig in den Geschäftsausbau investiert und zugleich Umsatz, operatives Ergebnis und Konzernergebnis gesteigert. Die Investitionen zur Umsetzung der Konzernstrategie beliefen sich einschließlich übernommener Finanzschulden auf 2 Mrd. Euro nach 655 Mio. Euro im Vorjahr und damit auf den höchsten Wert seit 2005. Gleichzeitig wurde das Konzernergebnis um 42 Prozent auf 870 Millionen Euro gesteigert. Das ist der höchste Konzerngewinn seit 2006 und liegt deutlich über den jüngsten Erwartungen. Mit Transaktionen wie dem Zusammenschluss von Penguin und Random House zum größten Publikumsverlag der Welt, der Komplettübernahme von BMG oder der bisher größten Arvato-Akquisition Gothia erzielte Bertelsmann wichtige Fortschritte bei der Strategieumsetzung. Dazu zählen auch die Neuausrichtung zentraler Geschäftseinheiten und verstärkte Aktivitäten in Wachstumsregionen. Für das laufende Jahr sind weitere Schritte entlang aller strategischen Stoßrichtungen geplant. Die finanzielle Basis dafür wurde mit der Platzierung von Aktien der RTL Group im vergangenen Jahr gelegt. Bertelsmann kündigte für die kommenden Monate vor allem einen signifikanten Ausbau seines Bildungsgeschäfts an. Auch ein Markteintritt der Musikrechtetochter BMG in China wurde in die Wege geleitet. Bertelsmann wird in den nächsten Jahren mehrere Milliarden Euro in den Ausbau bestehender und neuer Geschäfte investieren und strebt weitere Zukäufe an.

Der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe erklärte: „Bertelsmann verzeichnete 2013 eine erfreuliche Geschäftsentwicklung und agiert aus einer Position der Stärke. Unser Wachstumsprofil haben wir durch strategische Weichenstellungen verbessert und die digitale Transformation in allen Bereichen vorangetrieben. Die Vielfalt unserer Kreativangebote und Services sucht ihresgleichen. Zugleich belegen unsere Zahlen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und solide Finanzierung unseres Unternehmens. Auf dieser Basis werden wir 2014 weiter daran arbeiten, Bertelsmann wachstumsstärker, digitaler und internationaler zu machen“. So wolle Bertelsmann verstärkt in Wachstumsbereiche wie Bildung und Musikrechte sowie in die kreative Substanz des Unternehmens investieren: „Bildung wollen wir schrittweise zur dritten Ertragssäule neben Medieninhalten und Services ausbauen. Bei den Musikrechten stehen eine weitere Internationalisierung und ein Ausbau des Geschäfts mit Masterrechten im Vordergrund.“

Rabe betonte, dass Bertelsmann 2013 und in den ersten Monaten des laufenden Jahres in allen vier strategischen Stoßrichtungen – Stärkung der Kerngeschäfte, digitale Transformation, Ausbau von Wachstumsplattformen und Expansion in Wachstumsregionen – deutlich vorangekommen sei.

So wurden die Kerngeschäfte insbesondere durch die Schaffung der weltweit führenden Publikumsverlagsgruppe Penguin Random House zum 1. Juli 2013 gestärkt. Die RTL Group baute ihre Senderfamilien weiter aus. Sie erwarb außerdem TV-Produktionsgesellschaften und in Deutschland attraktive Übertragungsrechte an den Qualifikationsspielen der Fußballnationalmannschaft zur EM 2016 und WM 2018. Mit Gruner + Jahr und Arvato stellten sich zwei Unternehmensbereiche von Bertelsmann neu auf: Gruner + Jahr spricht seine Leser und Nutzer seither entlang definierter „Communities of Interest“ an. Arvato organisierte sich neu in Solution Groups, um sowohl die Länderkoordination als auch die Key Accounts für seine wichtigsten Kunden zu stärken.

Bertelsmann erhöhte zugleich seine Präsenz und Reichweite in der digitalen Welt. Die RTL Group verzeichnete 2013 insgesamt 16,8 Milliarden Onlinevideo-Abrufe. Durch ihre Beteiligung an Multichannel-Networks avancierte sie zum drittgrößten Anbieter auf YouTube (ohne Musikvideos). Penguin Random House erweiterte sein E-Book-Angebot auf mehr als 77.000 Titel. Gruner + Jahr baute sein Portfolio an E-Magazinen, reichweitenstarken mobilen Angeboten und Apps aus. Arvato erzielte als Dienstleister für international führende Unternehmen aus den Bereichen IT, Hightech und E-Commerce weiteres Wachstum. Die verschiedenen Unternehmen und Redaktionen von Bertelsmann betreiben inzwischen rund 3.500 Social-Media-Kanäle mit kumuliert 300 Mio. Followern auf Twitter, Facebook, Google+ und YouTube.

Ein wichtiger Meilenstein beim Ausbau von Wachstumsplattformen wurde 2013 mit der vollständigen Übernahme von BMG erreicht. Bertelsmann gehört gut fünf Jahre nach dem Ausstieg aus dem traditionellen Tonträgergeschäft nunmehr wieder zu den führenden Unternehmen der Musikindustrie. BMG expandierte im Berichtsjahr mit mehreren Katalogübernahmen und prominenten Künstler-Signings, darunter Mick Jagger und Keith Richards von den Rolling Stones, Robbie Williams und die Backstreet Boys. Zu Jahresbeginn 2014 folgte die Übernahme von Talpa Music in den Niederlanden. Im Bildungsbereich wurde über den „University Ventures Fonds I“, dessen Ankerinvestor Bertelsmann ist, ein attraktives Beteiligungsportfolio in den USA und Europa aufgebaut. Im Wachstumsbereich Financial Services stärkte sich Arvato mit der Übernahme der Gothia Financial Group, die Kunden in 21 Ländern betreut. Mit der Übernahme von Netrada stieg Arvato zu Jahresbeginn außerdem zu einem der führenden europäischen Dienstleister für integrierte E-Commerce-Services auf.

Bertelsmann beschleunigte zudem den Geschäftsausbau in Wachstumsregionen: Gemeinsam mit CBS expandierte die RTL Group erstmals nach Südostasien. Im Buchgeschäft verbesserte Bertelsmann seine Position in China, Indien und Südamerika durch den Zusammenschluss von Penguin und Random House. In China erzielte Arvato weiteres profitables Wachstum mit seinen Dienstleistungsangeboten. Der Investmentfonds Bertelsmann Asia Investments baute sein Portfolio aus und verzeichnete eine sehr positive Wertentwicklung. In Brasilien wurde ein schrittweiser Geschäftsaufbau mittels Investitionen in Fonds und innovative Startups eingeleitet.

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe: „Wir sind auf einem guten Weg, das Umsatzvolumen bis 2017 auf rund 20 Mrd. Euro zu steigern und unser Konzernergebnis schrittweise auf einen Wert über eine Milliarde Euro zu heben. Dazu werden die vielfältigen Wachstumsinitiativen in unseren Unternehmensbereichen und auf Konzernebene, mögliche Zukäufe sowie die Vollkonsolidierung von Penguin Random House, BMG und Gothia im laufenden Jahr beitragen. Parallel dazu fahren wir wachstumsschwache Geschäfte wie die Replikation, Druck- und Direktkundengeschäfte zurück.“

Positive Beiträge kamen 2013 vor allem aus den genannten Portfolioerweiterungen sowie aus dem deutschen Fernsehgeschäft. Der Umsatz legte im Berichtsjahr um 1,8 Prozent auf 16,4 Mrd. Euro (Vorjahr: 16,1 Mrd. Euro) zu. Den Zuwächsen durch die Portfolioerweiterungen standen Rückgänge durch normalisierte Umsätze im Buchgeschäft, insgesamt schwache Werbemärkte in Europa und den Rückbau strukturell rückläufiger Geschäfte gegenüber. Organisch ergab sich dadurch ein Umsatzrückgang um 2,8 Prozent. Die Wechselkurseffekte betrugen -1,2 Prozent, Portfolio- und sonstige Effekte 5,8 Prozent.

Das operative Ergebnis wurde 2013 trotz Anlaufverlusten beim Aufbau neuer Geschäfte gesteigert: Bertelsmann erzielte ein Operating EBIT von 1,75 Mrd. Euro nach 1,73 Mrd. Euro im Vorjahr. Die Umsatzrendite erreichte mit 10,7 Prozent erneut einen zweistelligen Wert (Vorjahr: 10,8 Prozent). Das Ergebnis spiegelt insbesondere einen starken Geschäftsverlauf bei der Mediengruppe RTL Deutschland, gut laufende IT- und SCM-Services bei Arvato sowie die im Berichtszeitraum umgesetzten strategischen Portfoliomaßnahmen wider.

Das Operating EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten stieg vor diesem Hintergrund auf 2,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,2 Mrd. Euro). Zu dem Anstieg trug auch die Vollkonsolidierung von BMG bei. Die EBITDA-Marge erreichte 14,1 Prozent (Vorjahr: 13,8 Prozent).

Das Konzernergebnis verbesserte sich im Berichtsjahr durch geringere Belastungen aus Sondereinflüssen um 42 Prozent auf 870 Mio. Euro (Vorjahr: 612 Mio. Euro). Das ist der höchste Wert seit 2006.

Der Geschäftsausbau führte 2013 zu den höchsten Investitionen seit acht Jahren. Einschließlich übernommener Finanzschulden investierte Bertelsmann 2,0 Mrd. Euro (Vorjahr: 655 Mio. Euro), maßgeblich für die Akquisitionen BMG und Gothia sowie für den Zukauf diverser Musikkataloge und Filmrechtepakete. Die Nettofinanzschulden reduzierten sich dank der Erlöse aus der Platzierung von Aktien der RTL Group und einer hohen operativen Mittelfreisetzung zum Jahresende dennoch auf 636 Mio. Euro (Vorjahr: 1.218 Mio. Euro). Die weiter gefassten wirtschaftlichen Schulden verminderten sich zum 31. Dezember 2013 auf 4.178 Mio. Euro nach 4.773 Mio. Euro im Vorjahr. Der bereinigte Operating Free Cash Flow betrug 1,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,9 Mrd. Euro).

Bertelsmann-Finanzvorstand Judith Hartmann ergänzte: „Bertelsmann hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 eine hohe Ertragskraft unter Beweis gestellt und steht finanziell hervorragend da. Alle Zeichen stehen auf Expansion, die Mittel dafür sind vorhanden. Allein die erfolgreiche Platzierung von RTL-Group-Aktien hat uns einen Erlös von 1,5 Mrd. Euro erbracht. Für 2014 rechnet Bertelsmann mit einer deutlichen Umsatzsteigerung, einer weiterhin hohen Profitabilität und einer positiven Entwicklung des Konzernergebnisses.“

Die Mitarbeiter werden an den erzielten Erfolgen beteiligt: Sie erhalten für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 101 Mio. Euro (Vorjahr: 92 Mio. Euro), die bisher dritthöchste Summe in der Firmengeschichte.

Für den Bertelsmann Genussschein 2001 (ISIN DE0005229942) werden am 12. Mai 2014 gemäß den Genussscheinbedingungen erneut 15 Prozent auf den Grundbetrag ausgeschüttet. Die Ausschüttung für den Genussschein 1992 (ISIN DE0005229900) wird bei 7,49 Prozent (Vorjahr: 7,39 Prozent) liegen.

Sondereinflüsse
Die Sondereinflüsse beliefen sich auf -46 Mio. € nach -405 Mio. € im Vorjahr. Ein Großteil der Restrukturierungsaufwendungen entfällt auf rückläufige Geschäfte, insbesondere auf die anstehende Schließung des Prinovis-Standorts in Itzehoe. Zudem sind Kosten für die Umsetzung der neuen Organisationsstruktur der Bereiche Gruner + Jahr und Arvato sowie Integrationskosten im Rahmen des Zusammenschlusses von Penguin und Random House enthalten. Positiv schlugen ein Gewinn aus der Neubewertung von BMG nach der Übernahme der restlichen BMG-Anteile sowie eine Wertaufholung auf den Beteiligungsbuchwert bei Atresmedia zu Buche.

Cashflow
Im Berichtszeitraum wurde ein Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 1.785 Mio. Euro generiert (Vorjahr: 1.876 Mio. Euro). Der nachhaltige, um Einmaleffekte bereinigte Operating Free Cash Flow betrug 1.760 Mio. Euro (Vorjahr: 1.861 Mio. Euro), die Cash Conversion Rate lag mit 100 Prozent (Vorjahr: 107 Prozent) im Zielkorridor von 90 bis 100 Prozent.

Bilanzsumme
Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2013 erhöhte sich deutlich auf 21,4 Mrd. Euro (Vorjahr: 18,9 Mrd. Euro). Die Steigerung resultiert insbesondere aus der Anteilsreduzierung an der RTL Group, dem Zusammenschluss von Penguin und Random House, der Übernahme der ausstehenden BMG-Anteile und der Akquisition von Gothia. Die liquiden Mittel blieben mit 2,7 Mrd. Euro auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Die Erlöse aus der Anteilsreduzierung an der RTL Group sowie der Zusammenschluss von Random House und Penguin erhöhten das Eigenkapital auf 8,7 Mrd. Euro (Vorjahr: 6,1 Mrd. Euro). Dadurch erhöhte sich die Eigenkapitalquote von 32,2 Prozent im Vorjahr auf 40,7 Prozent.

Investitionen
Die Gesamtinvestitionen einschließlich übernommener Finanzschulden erhöhten sich deutlich auf 1.988 Mio. Euro (Vorjahr: 655 Mio. Euro). Das Gros entfiel auf Kaufpreiszahlungen für die Übernahmen von BMG und Gothia, auf Sachanlageinvestitionen bei Arvato sowie den Erwerb von Musikkatalogen und Filmrechten bei BMG und der RTL Group.

Mitarbeiter
Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte der Konzern weltweit 111.763 Mitarbeiter (Vorjahr: 104.286). Der Anstieg um 7.477 Beschäftigte ist im Wesentlichen auf strategische Portfolioerweiterungen zurückzuführen. Im Jahr 2013 absolvierten 1.304 Menschen (Vorjahr: 1.254) eine Berufsausbildung in den inländischen Bertelsmann-Unternehmen.

Unternehmensbereiche

RTL Group

Trotz überwiegend rückläufiger Werbemärkte in Europa konnte der führende europäische Unterhaltungskonzern RTL Group im Geschäftsjahr 2013 seine Profitabilität deutlich steigern. Der Umsatz erreichte 5,9 Mrd. Euro nach 6,0 Mrd. Euro im Vorjahr, was einem Rückgang um 1,9 Prozent entspricht. Diese Umsatzentwicklung spiegelt robuste Kerngeschäfte trotz negativer Währungseffekte sowie niedrigere Erlöse der Produktionstochter Fremantle Media wider. Beim Operating EBIT konnten vor allem ein erneutes Rekordergebnis der Mediengruppe RTL Deutschland und die starke Performance der niederländischen TV-Sender die Auswirkungen der negativen Entwicklung der Werbemärkte in weiten Teilen Europas überkompensieren. Einzig der deutsche TV-Werbemarkt wies leichtes Wachstum aus.
Das Operating EBIT stieg um 6,8 Prozent auf den neuen Rekordwert von 1,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,1 Mrd. Euro). Die Umsatzrendite verbesserte sich damit auf 19,3 Prozent (Vorjahr: 17,7 Prozent). Das Operating EBITDA legte leicht auf 1,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,3 Mrd. Euro) zu; die EBITDA-Marge erreichte damit 22,6 Prozent (Vorjahr 20,9 Prozent). Zum Jahresende beschäftigte die RTL Group 11.589 Mitarbeiter (31. Dezember 2012: 11.931 Mitarbeiter). Auf den Zuschauermärkten gelang es der RTL Group, ihre führenden Positionen überwiegend zu behaupten. In Frankreich, den Niederlanden, Ungarn und Kroatien gewannen die Senderfamilien der RTL Group Anteile am TV-Werbemarkt.

Die Mediengruppe RTL Deutschland steigerte sowohl den Umsatz als auch das Ergebnis. Das Sender-Flaggschiff RTL Television blieb in der Hauptzielgruppe weiterhin klarer Marktführer. Die französische Groupe M6 erzielte unter anderem aufgrund des rückläufigen Werbemarktes geringere Umsätze; das Operating EBIT ging wegen Anlaufverlusten für den neuen Digitalkanal 6ter zurück. Die Zuschauermarktanteile blieben trotz des Markteintritts neuer Wettbewerber weitestgehend stabil. RTL Nederland erzielte trotz eines schrumpfenden Werbemarktes Zuwächse bei Umsatz und Operating EBIT sowie höhere Zuschauerquoten.

Die Produktionstochter Fremantle Media registrierte weltweit anhaltendes Interesse an ihren wichtigsten Talentshows und investierte in die Entwicklung neuer Formate. Der Umsatz ging vor allem währungsbedingt und wegen der Stornierung von Formaten in einzelnen Territorien zurück; das Operating EBIT lag leicht unter Vorjahr. Fremantle Media erwarb im November die dänische Produktionsgesellschaft Miso-Film, die sich auf Serien und Fernsehfilme spezialisiert hat.

Im Wachstumsmarkt Asien initiierte die RTL Group zusammen mit CBS Studios International den Aufbau zweier neuer Sender. Der erste Sender RTL CBS Entertainment HD startete 2013 in Malaysia, Thailand, Singapur und auf den Philippinen; der Start des zweiten Senders soll im Frühjahr 2014 folgen. In Kroatien baute RTL Hrvatska einen neuen Kinderkanal auf, der im Januar 2014 auf Sendung ging und aus dem Stand sehr gute Einschaltquoten erzielte.

Weiterhin stark ausgebaut wurde das Digitalgeschäft der RTL Group: Die Gruppe erwarb einen Mehrheitsanteil an Broadband TV, einem der größten Multichannel Networks auf Youtube. Auch beim führenden Onlinevideonetzwerk StyleHaul für Mode und Beauty, beim deutschen Youtube-Netzwerk Divimove sowie beim niederländischen Video-on-Demand-Anbieter Videoload stieg die RTL Group ein. Die verschiedenen Onlineplattformen und mobilen Applikationen der Gruppe verzeichneten hohe Wachstumsraten.

Die RTL Group ist seit Ende April 2013 auch an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Bertelsmann reduzierte seine Beteiligung und hält seither 75,1 Prozent der Kapitalanteile.


Penguin Random House

Für Random House war 2013 geprägt durch den historischen Zusammenschluss aller Geschäftseinheiten außerhalb Deutschlands mit Pearsons Publikumsverlagsdivision Penguin Group. Der Merger von Penguin Random House wurde zum 1. Juli vollzogen; zugleich startete ein auf mehrere Jahre angelegter Integrationsprozess. An dem neu entstandenen Unternehmen – der weltweit größten Publikumsverlagsgruppe – hält Bertelsmann 53 Prozent, Pearson 47 Prozent der Anteile.
Der Umsatz der Gruppe erreichte 2,7 Mrd. Euro und umfasst damit das Geschäft von Random House einschließlich der deutschen Verlagsgruppe im Gesamtjahr sowie die Penguin-Geschäfte weltweit im zweiten Halbjahr. Die Erlöse lagen um 23,9 Prozent höher als der Random-House-Umsatz im Vorjahr (2,1 Mrd. Euro). Bereinigt um Wechselkurs- und Portfolioeffekte ging der Umsatz gegenüber dem Rekordjahr 2012 zurück, das durch den Ausnahmeerfolg der Roman-Trilogie „Fifty Shades“ geprägt war. Das Operating EBIT sank unter anderem aufgrund von Abschreibungen durch den erstmaligen Ansatz immaterieller Penguin-Vermögenswerte gegenüber dem hohen Niveau des Vorjahres um 4,9 Prozent auf 309 Mio. Euro (Vorjahr: 325 Mio. Euro). Die Umsatzrendite betrug 11,6 Prozent (Vorjahr: 15,2 Prozent). Das Operating EBITDA stieg auf 363 Mio. Euro (Vorjahr: 352 Mio. €); die EBITDA-Marge erreichte damit 13,7 Prozent (Vorjahr 16,4 Prozent). Zum Jahresende beschäftigte Penguin Random House 11.838 Mitarbeiter (31. Dezember 2012 Random House: 5.712 Mitarbeiter).

Erfolgreichste Neuerscheinung war Dan Browns „Inferno“, von dem Penguin Random House binnen sieben Monaten im englischsprachigen Raum rund sechs Mio. Exemplare absetzte. Weitere Bestseller waren unter anderem „Lean In“ von Sheryl Sandberg, „And The Mountains Echoed“ von Khaled Hosseini, „The Fault In Our Stars“ von John Green sowie John Grishams „Sycamore Row“. Auch die Nachfrage nach den englisch-, deutsch- und spanischsprachigen Ausgaben der „Fifty Shades“-Trilogie hielt an: Mehr als sieben Millionen Print-, Digital- und Audioexemplare wurden 2013 verkauft.

In den USA platzierte das kombinierte Unternehmen von Juli bis Dezember 261 Hardcover- und Taschenbuchtitel auf den Bestsellerlisten der „New York Times“, davon 27 auf Platz eins. Penguin Random House UK steuerte im selben Zeitraum 14 Nummer-eins-Titel auf den Bestsellerlisten der „Sunday Times“ bei. In Deutschland baute die Verlagsgruppe Random House besonders ihr Digitalgeschäft aus, das erstmals mehr als zehn Prozent des Umsatzes ausmachte. Stärkster Titel war im Berichtsjahr „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ von Jonas Jonasson. Ein solider Geschäftsverlauf in Lateinamerika sowie ein starkes spanischsprachiges Bestsellerportfolio glichen die anhaltend schlechte Buchkonjunktur in Spanien aus, wo die Verlagseinheit seit November unter dem Namen Penguin Random House Grupo Editorial firmiert. In Indien und Südafrika wurden Mitgesellschafter aus den dortigen Verlagsaktivitäten herausgekauft.

Mit neuen Apps, der zunehmenden Einbeziehung sozialer Medien in die Buchvermarktung sowie einem weiter wachsenden E-Book-Absatz baute Penguin Random House seine Vorreiterrolle bei der digitalen Transformation aus: Insgesamt verkaufte die Gruppe im Berichtszeitraum weltweit über 100 Mio. E-Books; mehr als 77.000 Titel sind inzwischen international digital verfügbar. Zahlreiche Autoren von Penguin Random House gewannen 2013 prestigeträchtige Auszeichnungen, darunter Alice Munro den Nobelpreis für Literatur. Außerdem wurden Autoren der Gruppe mit vier Pulitzer-Preisen, einem National Book Award in den USA sowie dem Deutschen Buchpreis prämiert.



Gruner + Jahr

Bei Gruner + Jahr war das Geschäftsjahr durch eine personelle, organisatorische und strategische Neuausrichtung geprägt, die das bisherige Druck- und Verlagshaus in ein Inhaltehaus mit qualitativ hochwertigen Print- und Digitalangeboten für definierte Zielgruppen transformieren soll. Wirtschaftlich verzeichnete Gruner + Jahr im Berichtsjahr einen deutlichen Umsatzrückgang und Einbußen im operativen Ergebnis. Hintergrund waren rückläufige Werbeeinnahmen, die Teilschließung der Wirtschaftsmedien und weitere Verkäufe, verstärkte Investitionen ins Digitalgeschäft sowie ein rückläufiges internationales Geschäft. Der Umsatz erreichte 2,1 Mrd. Euro nach 2,2 Mrd. Euro im Vorjahr (-6,9 Prozent); das Operating EBIT sank um 13,1 Prozent auf 146 Mio. Euro (Vorjahr: 168 Mio. Euro). Die Umsatzrendite ging auf 7,1 Prozent zurück (Vorjahr: 7,6 Prozent). Das Operating EBITDA betrug 193 Mio. Euro nach 213 Mio. Euro im Vorjahr; die EBITDA-Marge erreichte damit 9,3 Prozent (Vorjahr: 9,6 Prozent). Gruner + Jahr beschäftigte zum Jahresende 10.819 Mitarbeiter (31. Dezember 2012: 11.585). Seit April 2013 wird Gruner + Jahr von Julia Jäkel (Vorstandsvorsitzende), Stephan Schäfer und Oliver Radtke gemeinsam geführt.
G+J Deutschland gelang es, das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr auszubauen. Während die Vertriebserlöse den Marktgegebenheiten entsprechend leicht zurückgingen, entwickelte sich das Anzeigengeschäft portfoliobereinigt entgegen dem Markttrend positiv. In Deutschland wurden die Unternehmensstrukturen grundlegend verändert. Mit der Neuaufstellung entlang acht „Communities of Interest“ orientiert sich G+J konsequent an den Interessen seiner Leser, Nutzer und Kunden. So wurde die starke Position in den Communities Living, Food und Family mit Investitionen in digitale Angebote wie die Community für Wohnen und Einrichten Roomidoo, den Onlinestore für hochwertige Lebensmittel Delinero oder den Onlinestore für Baby- und Kinderbekleidung Tausendkind ausgebaut. Mit Chefkoch und Flow wurde das Printportfolio der Communities Food und Women um zwei innovative Titel ergänzt. Im Anzeigenmarkt konnte G+J Media Sales Marktanteile hinzugewinnen. Der G+J-Digitalvermarkter EMS verzeichnete ebenso wie der Performance-Vermarkter Ligatus weiterhin dynamisches Wachstum.

Das Magazingeschäft von Prisma Media in Frankreich war aufgrund schwieriger Marktbedingungen rückläufig. Der Ausbau des Digitalgeschäfts wurde erfolgreich vorangetrieben, auch mithilfe gezielter Akquisitionen. So wurden im Berichtsjahr die beiden digitalen Werbevermarkter Mob Value und P Comme Performance erworben.

Die Verlagsgruppe News in Österreich entwickelte sich vor allem im Anzeigengeschäft über den Markttrend hinaus rückläufig. Die Aktivitäten in Südeuropa waren im Berichtsjahr weiterhin von den schwierigen makroökonomischen Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Die Geschäfte in Polen sowie Teile der Geschäftsaktivitäten in Südosteuropa wurden veräußert.

Die Aktivitäten von Gruner + Jahr in China wiesen aufgrund des 2013 erstmals rückläufigen Anzeigenmarkts Rückgänge auf. Bei der US-Offsetdruckerei Brown Printing gingen aufgrund schlechterer Auslastung Umsatz und Ergebnis zurück. Die Geschäfte des Dresdner Druck- und Verlagshauses entwickelten sich weitgehend stabil.

Die G+J-Journalisten und -Autoren wurden im Berichtszeitraum für ihre Arbeiten mit einer Vielzahl renommierter Preise ausgezeichnet – kein Verlag konnte in Deutschland mehr Auszeichnungen auf sich vereinen.


Arvato

Der internationale Dienstleister Arvato verzeichnete im Geschäftsjahr 2013 einen robusten Geschäftsverlauf. Der Umsatz blieb mit 4,4 Mrd. Euro (Vorjahr: 4,4 Mrd. Euro) stabil, das Operating EBIT erreichte 244 Mio. Euro nach 244 Mio. Euro im Vorjahr. Die Umsatzrendite blieb damit bei 5,5 Prozent (Vorjahr: 5,5 Prozent). Das Operating EBITDA legte auf 401 Mio. Euro (Vorjahr: 391 Mio. Euro) zu; die EBITDA-Marge erreichte damit 9,1 Prozent (Vorjahr: 8,8 Prozent). An der Spitze von Arvato vollzog sich ein Führungswechsel: Seit April 2013 leitet Achim Berg als Vorstandsvorsitzender die Unternehmensgruppe. Eine neue Organisationsstruktur ordnet die Geschäfte in Solution Groups und nach Ländern; außerdem wurde ein zentrales Key Account Management für internationale Großkunden eingeführt. Arvato beschäftigte zum Jahresende 66.410 Mitarbeiter (31. Dezember 2012: 63.627).
Deutliche Zuwächse verzeichnete Arvato im Berichtszeitraum vor allem bei IT-Services und Supply-Chain-Management-Lösungen für internationale Kunden aus den Branchen Internet, Hightech und Konsumgüter sowie in China. Mit der im Juni 2013 abgeschlossenen Übernahme der Gothia Financial Group trieb Arvato die Internationalisierung des Unternehmens voran und stieg zu Europas Nummer 3 im schnell wachsenden Markt für Business Information und Finanzdienstleistungen auf.

Das Operating EBIT spiegelt auch Vorlaufkosten für Übernahmen sowie Set-up-Kosten für neu gewonnene Kunden aus den Geschäftsbereichen Supply Chain Management und E Commerce wider.

Die Geschäfte im Bereich Customer Relationship Management entwickelten sich im Berichtszeitraum in Deutschland und Spanien positiv, in Frankreich leicht rückläufig. In Südamerika, Asien und Afrika wurden neue Offshore-Standorte für Kundenkommunikationslösungen auf- bzw. ausgebaut, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Die Print Services von Arvato konnten sich in einem schwierigen Marktumfeld behaupten. Die Umsätze bei Replication gingen erwartungsgemäß zurück. In Brasilien und China veräußerte Arvato Beteiligungen an Replikationsfabriken.

Regional entwickelten sich die Arvato-Geschäfte unterschiedlich: So war die Performance in den europäischen Kernländern vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Situation zufriedenstellend. In Großbritannien gelang es, mit dem britischen Verkehrsministerium einen neuen Großkunden im Bereich Government Services zu gewinnen. Die Dienstleistungsaktivitäten in Spanien wuchsen trotz Wirtschaftskrise profitabel. Dahingegen konnten die Servicegeschäfte in Frankreich das hohe Niveau des Vorjahres nicht ganz halten. Auf dem nordamerikanischen Markt wurde das Kunden- und Standortportfolio gezielt bereinigt und dadurch die Profitabilität der Geschäfte erhöht. In der Türkei wuchsen die Dienstleistungsgeschäfte von Arvato dynamisch und in China wurde das unternehmenseigene Logistiknetzwerk nochmals umfassend erweitert.

Für maßgeschneiderte Kundenlösungen wurde Arvato in verschiedenen Ländern der Welt mit renommierten Preisen ausgezeichnet.


Be Printers

Die im Unternehmensbereich Be Printers gebündelten Tiefdruckaktivitäten und internationalen Offsetdruckereien von Bertelsmann erzielten 2013 in einem schwierigen Marktumfeld einen Umsatz von 1,1 Mrd. Euro, 7,5 Prozent weniger als im Vorjahr (1,2 Mrd. Euro). Das Operating EBIT ging um 29,3 Prozent auf 41 Mio. Euro (Vorjahr: 58 Mio. Euro) zurück; die Umsatzrendite betrug damit 3,7 Prozent (Vorjahr: 4,8 Prozent). Das Operating EBITDA verringerte sich auf 92 Mio. Euro (Vorjahr: 115 Mio. Euro); die EBITDA-Marge erreichte damit 8,2 Prozent (Vorjahr: 9,5 Prozent). Be Printers beschäftigte zum Jahresende 6.201 Mitarbeiter (31. Dezember 2012: 6.571).
Sinkende Druckauflagen prägten die Druckgeschäfte von Be Printers im Berichtsjahr ebenso wie anhaltender Preisdruck und hohe Überkapazitäten in der Branche. Der Verbund reagierte darauf mit neuen Angeboten sowie verschiedenen Programmen zur Steigerung der Effizienz und Senkung der Kosten.

Konkret realisierte der Tiefdruckbereich Prinovis Einsparungen bei den Personalkosten und beim Materialeinkauf. Für die geplante Schließung des Standortes Itzehoe zum April 2014 wurden Rückstellungen für Restrukturierungskosten gebildet, die als Sondereinfluss nicht im Operating EBIT ausgewiesen sind. Der Brand einer Tiefdruckmaschine in Dresden führte zu Einschränkungen in der Produktion, gleichzeitig erhielt Prinovis eine Entschädigungszahlung aus der maschinenbezogenen Sachversicherung. Diese ist als Sondereffekt ebenfalls nicht im Operating EBIT ausgewiesen. In Großbritannien gingen die Auftragsvolumina eines Großkunden zurück; insgesamt gaben Umsatz und Ergebnis von Prinovis nach. Für ihre hohe Qualität wurden mehrere Druckerzeugnisse und digitale Angebote von Prinovis im Berichtszeitraum mit Branchen-Auszeichnungen prämiert.

Die südeuropäischen Druckereien von Be Printers agierten in einem angespannten Marktumfeld, das durch die makroökonomische Entwicklung in Italien und Spanien noch verschärft wurde. Die Einheiten verzeichneten rückläufige Volumina. Das Management steuerte mit Vertriebs- und Kostenmaßnahmen, z. B. im Einkaufs- und IT-Bereich, gegen. Außerdem verbesserte die Zusammenlegung des italienischen und deutschen Kalendergeschäfts Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.

Be Printers Americas gelang es, trotz rückläufiger Marktentwicklung das Ergebnis stabil zu halten. Ein wachsendes Geschäft mit Kun-den außerhalb der Verlagsbranche – so etwa Kommunikationsdienstleistungen für Unternehmen aus dem Healthcare-Bereich – federte den Umsatzrückgang ab. Wichtige Bestandskunden verlängerten 2013 ihre Verträge mit Be Printers Americas.


Corporate Investments / Corporate Center

Der Bereich Corporate Investments, der alle übrigen operativen Aktivitäten von Bertelsmann umfasst, weist für 2013 einen deutlich erhöhten Umsatz von 582 Mio. Euro (Vorjahr: 471 Mio. Euro) und ein Operating EBIT von -40 Mio. Euro (Vorjahr: -38 Mio. Euro) aus. Das Operating EBITDA erreichte 10 Mio. Euro nach -29 Mio. Euro im Vorjahr); die EBITDA-Marge betrug damit 1,7 Prozent. Umsatzsteigernd wirkte sich die im April 2013 vollzogene Komplettübernahme der Musikrechtetochter BMG aus; gegenläufig wirkten sinkende Umsätze im Club- und Direktmarketinggeschäft. Das Operating EBIT spiegelt Anlaufverluste unter anderem für den Geschäftsausbau im Bereich Education und einen Ergebnisrückgang im Clubgeschäft wider. Bei Corporate Investments waren zum Jahresende 4.342 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2012: 4.289 Mitarbeiter)
Das von Bertelsmann und KKR gemeinsam aufgebaute Musikrechteunternehmen BMG gehört seit Ende März 2013 wieder vollständig zu Bertelsmann und wuchs im Berichtsjahr kräftig. BMG erwarb mit Primary Wave, Sanctuary, Mute und Virgin/Famous mehrere Kata-loge mit Song- und Masterrechten. Zahlreiche internationale und nationale Künstler wurden neu unter Vertrag genommen, darunter Mick Jagger und Keith Richards von den Rolling Stones, Robbie Williams und die Backstreet Boys. BMG baute seine Präsenz in den wichtigsten Musikmärkten aus und eröffnete u. a. eine Niederlassung in Kanada.

Bertelsmann investierte im Berichtsjahr in den Aufbau des jungen Geschäftsfelds Bildung. Der zusammen mit weiteren Investoren aufgelegte „University Ventures Fund“ baute sein internationales Beteiligungsportfolio aus. Zusätzlich stockte Bertelsmann seine Anteile an Synergis Education, einem Dienstleister, der Hochschulen beim Aufbau anerkannter Onlinestudiengänge unterstützt, sowie am innovativen US-Onlinebildungsanbieter UniversityNow durch Direktinvestitionen auf.

Die Fonds Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI) und Bertelsmann Asia Investments (BAI) erweiterten ihr Portfolio. So stieg BDMI zusammen mit der RTL Group in das Onlinevideonetzwerk StyleHaul ein und hielt damit zum Jahresende 49 Beteiligungen. BAI erwarb fünf neue Beteiligungen – darunter Anbieter für mobile Zahlungsdienste, Autokauf und Cloud Computing – und stieg aus drei Firmen aus, wobei hohe Veräußerungsgewinne realisiert wurden. Das verbleibende Portfolio, bestehend aus 20 Beteiligungen, entwickelte sich sehr erfreulich. In Indien wurden zwei Direktinvestments, darunter das Immobilienportal indiaproperty.com, getätigt. In Brasilien wurde ebenfalls in zwei Start-ups im Bereich Onlinemedien investiert.

Die Umsätze im Clubgeschäft gingen 2013 wie geplant zurück. Das operative Geschäft des Direktvertriebs von Inmediaone wird zur Jahresmitte 2014 schrittweise eingestellt. Beim deutschen Club setzte sich der Rückbau mit Filialschließungen fort; die Geschäfte in Tschechien und der Slowakei wurden an einen strategischen Investor verkauft.

Der Bereich Corporate Center, der alle Zentralstandorte des Konzerns abbildet, steuerte und unterstützte 2013 mehrere große Transaktionen, darunter den Zusammenschluss von Penguin und Random House zur weltweit führenden Publikumsverlagsgruppe und die stufenweise Platzierung von Aktien der RTL Group an der Frankfurter Börse. Auch die Ausrichtung eines Management-Meetings und „State of the Art Forum“ im Silicon Valley sowie die Organisation einer weltweiten Mitarbeiterbefragung zählten zu den Arbeitsschwerpunkten. Der Bertelsmann-Vorstand hat in der ersten Jahreshälfte 2013 das Operational Excellence Programm aufgesetzt. Es umfasst die konzernweite Überprüfung von Prozessen und Strukturen in den Bereichen Finanzen, Personal, IT und Einkauf. Das Programm dient der Unterstützung der Konzernstrategie. Es geht darum, Prozesse und Strukturen zu modernisieren, die Effizienz zu erhöhen und einheitliche Qualitätsstandards zu schaffen. Die Umsetzung erfolgt in mehreren Schritten und wird sich über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren erstrecken. (Pressemeldung vom 26.03.2014)

Quelle: Bertelsmann SE & Co. KGaA | Foto: Bertelsmann
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