Wirtschaft

Aurubis für weiteres internes wie externes Wachstum sehr gut aufgestellt

02.03.2012

Aurubis AG Hamburg: Aurubis hat die Internationalisierungsstrategie des Konzerns im Geschäftsjahr 2010/11 einen großen Schritt vorangebracht und ist für weitere Wachstumsinitiativen – intern wie extern – sehr gut aufgestellt. Dies resümierte Peter Willbrandt, Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG, auf der Hauptversammlung von Europas größtem Kupferproduzenten am Donnerstag in Hamburg und zog vor rund 1.600 Aktionären und Gästen eine positive Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres. Willbrandt dankte gleichzeitig seinem Vorgänger, Dr. Bernd Drouven, unter dessen Vorsitz das sehr gute Ergebnis erwirtschaftet wurde, für dessen Einsatz im Konzern.  
 
Willbrandt stellte fest, dass aus dem Hamburger Kupferunternehmen inzwischen nach den externen Akquisitionsschritten und den internen Wachstumsmaßnahmen ein weltweit tätiger integrierter Kupfererzeugungs- und Verarbeitungskonzern entstanden sei, der es ohne weiteres mit den Großen in der Kupferbranche aufnehmen könne. Entscheidend sei jedoch, dass Aurubis inzwischen in einigen Bereichen Weltmarktführer sei. In der Kupfererzeugung und in der Kupferverarbeitung belege der Konzern weltweit Spitzenpositionen. In der Kathodenproduktion liege nur der chilenische Staatskonzern Codelco vor Aurubis. Der Vorstandsvorsitzende erklärte weiter: „Wir wachsen, überlegt und besonnen. Denn qualitatives Wachstum ist uns wichtiger als nur die Größe. Aurubis verfügt über ein gutes solides Geschäftsmodell und eine sinnvolle Strategie, die wir konsequent verfolgen -  das hat auch das vergangene Geschäftsjahr erneut bestätigt.“
 
In dem am 30. September 2011 abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 hat Aurubis die für die Beurteilung der Wirtschaftsleistung des Konzerns maßgebliche Kennzahl – das operative Ergebnis vor Steuern – um 84 % auf 292 Mio. € gesteigert. Der Netto Cashflow stieg von 85 Mio. € im Vorjahr auf 418 Mio. €, was im Wesentlichen auf den guten Geschäftsverlauf zurückzuführen war. Die Investitionen in das Anlagenvermögen betrugen 116 Mio. €. Der ROCE, die Rendite auf das eingesetzte Kapital, stieg auf 18,7 % und liegt damit deutlich über dem Ziel von 15 %. Die sehr guten operativen Finanzkennzahlen übertreffen allesamt die Werte des Vorjahres. „Wir sehen uns auf Basis dieser Kennzahlen finanztechnisch sehr gut aufgestellt“, kon-statierte Willbrandt.
 
Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr 2010/11 waren
 
  • die 15tägige Produktionsunterbrechung der Konzentratverarbeitung durch Schmelzaustritt aus der Ofensohle in der Rohhütte Werk Ost am Standort Hamburg im Dezember 2010
     
  • die erfolgreiche Aktienplatzierung im Rahmen einer zehnprozentigen Kapitalerhöhung am 13. Januar 2011
     
  • der Start des Projektes „Aurubis Bulgaria 2014“ im Juni 2011 mit Investionen von ca. 44 Mio. € in die Produktivitäts- und Durchsatzsteigerung (rund 18 Mio. €) und die weitere Verbesserung der Umweltstandards (rund 26 Mio. €) am Standort Pirdop
     
  • die Inbetriebnahme des KRS-Plus-Projektes zur Erweiterung der Verarbeitung komplexer Rohstoffe am Standort Lünen am 7. Juli 2011 mit Investitionenn von ca. 60 Mio. € sowie
     
  • der Erwerb der Walzsparte von Luvata am 1. September 2011.
 
Dagegen musste Aurubis zum 31.12.2011 den Betrieb der CIS Solarzellenpilotanlage einstellen. Das Projekt wurde mit dem Vermarktungspartner Cordes & Gräfe KG betrieben. Die Qualität der in der Pilotlinie hergestellten CIS-Solarzellen hat am 
Ende die ursprüngliche Zielsetzung für die Pilotphase voll erreicht. Drastische Veränderungen im Solarmarkt führten jedoch zu einem starken Preisverfall von Solarmodulen in den letzten beiden Jahren. Der Bau einer Produktionsanlage mit einer Kapazität von 30 MWp, wie ursprünglich geplant, war unter den heutigen Rahmenbedingungen nicht mehr wirtschaftlich möglich. Die Einstellung der Aktivitäten belastete das Geschäftsjahr mit 4,5 Mio. € Abschreibungen auf die Technologie.
 
Zum Umweltschutz als Kernkompetenz und Wettbewerbsvorteil erklärte Willbrandt: „Aurubis hat schon sehr früh begonnen, seine Hausaufgaben zu machen. Wir verfügen über die einschlägigen zertifizierten Umweltmanagementsysteme, darüber hinaus bestehen Selbstverpflichtungen zum Umweltschutz. Mit unserem Multi-Metall-Recycling sorgen wir zudem für eine nachhaltige Rohstoffbewirtschaftung. Unser  internationales Ranking im Umweltschutz kann sich sehen lassen. Der Aurubis-Konzern gehört heute zu den umweltfreundlichsten und energieeffizientesten Kupfererzeugern der Welt.“
 
Das Erdbeben in Japan mit der Atomkatastrophe in Fukushima hat nach Willbrandts Worten nicht nur Auswirkungen auf Deutschland, sondern auch auf die Arbeit bei Aurubis. Die Bundesregierung beschloss als Folge der Tragödie den Atomausstieg und nahm sieben Grundlastkraftwerke vom Netz. „Das ist für uns ein Risiko. Denn das Gesetzpaket der Regierung gewährleistet nicht, dass Strom für Aurubis sicher und bezahlbar bleibt“, führte Willbrandt aus. Aurubis verbrauche im Jahr eine Milliarde Kilowattstunden Strom – etwa soviel wie eine Stadt mit 600.000 Einwohnern, also zum Beispiel Düsseldorf oder Stuttgart. Komme es durch Spannungsschwankungen im Netz  zu Stromausfällen, werde das für Aurubis teuer. Schon bei einem  Wischer, der gegebenenfalls nur eine Sekunde dauert, werde ein halber Tag benötigt, um die Anlagen wieder hochzufahren. Komme es jedoch zu einem längeren Stromausfall, vielleicht sogar zu einem Black-Out, liefe Aurubis Gefahr, dass die Schmelzen und Flüssigkeiten in den Systemen erstarren. Dies würde zu massiven Schäden führen. „Da dieses Risiko groß ist, haben wir uns intensiv mit Möglichkeiten zur Schadensminimierung in einem solchen Fall beschäftigt: 1,5 Mio. Euro haben wir investiert, um uns einigermaßen zu schützen“, erklärte der Vorstandschef. An die Politik gewandt sagte er: „Wir erwarten, dass die dringend notwendigen politischen Weichenstellungen im Zusammenhang mit der Energiewende umgehend getroffen werden. Stichworte sind hier Netzausbau und Kraftwerkskapazitäten. Hier droht ein weiterer Standortvorteil Deutschlands verloren zu gehen – die sichere Energieversorgung.“
 
Die Hauptversammlung nahm den Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand an, eine Dividende von 1,20 € pro Aktie (Vorjahr 1,00 €) an die Anteilseigner auszuschütten. Bezogen auf den Schlusskurs der Aurubis-Aktie am 30. September 2011 von 38,19 € entspricht dies einer Dividendenrendite von 3,1 % (Vorjahr 2,9 %). Die Ausschüttungsquote liegt bei 51 Prozent des Bilanzgewinns der Aurubis AG. Dies stellt einen guten Kompromiss zwischen einer attraktiven Dividendenausschüttung und der Tatsache dar, den konjunkturellen Unsicherheiten Rechnung zu tragen.
 
Nach den sehr guten Ergebnissen des 1. Quartals (Oktober bis Dezember 2011) erklärte Willbrandt zu den insgesamt positiven Erwartungen für das weitere Geschäftsjahres 2011/12: „Unsere Primärkupfererzeugung ist für das laufende Jahr bereits gut mit Kupferkonzentraten versorgt. Die Schmelzlöhne unter langfristigen Lieferverträgen werden im Markt höher als im Vorjahr erwartet. Die nach wie vor hohen Kupferpreise schätzen wir zwar weiterhin volatil ein, sie sollten insgesamt das Niveau jedoch halten. Dadurch wird auch die Verfügbarkeit weiterer wichtiger Rohstoffe für Aurubis wie z.B. Altkupfer, Blisterkupfer und sonstige Recyclingmaterialien auf gutem Niveau liegen. Wir gehen auch bei diesen Materialien von auskömmlichen Raffinierlöhnen aus. Der Kupferproduktmarkt ist eher in einer Orientierungsphase. Der schulden- und finanzkrisengeprägte europäische Markt, der sich durch die – nach Asien – weltweit zweithöchste Kupfernachfrage auszeichnet, ist etwas abgekühlt, was sich auf die Kupferweiterverarbeiter am stärksten auswirkt. Gleichzeitig ist die Stimmung deutscher Unternehmen positiv und für China bestehen gute Aussichten, dass die Dynamik des Wirtschaftswachstums bis zum politischen Führungswechsel im Herbst 2012 anhalten wird. Für uns bedeutet dies, dass wir von einer weiterhin hohen Konzentratverarbeitung und einer Kathodenproduktion auf dem hohen Vorjahresniveau ausgehen. Wir erwarten, dass auch die Lüner Recyclingaggregate voll ausgelastet sein werden.“
 
Weiter führte der Vorstandsvorsitzende aus: „Gestützt durch die noch relativ gute Exporttätigkeit der deutschen Wirtschaft gehen wir von einer sich stabilisierenden und sich erholenden Nachfrage nach Gießwalzdraht und Stranggussformaten aus. Durch die Restrukturierungs- und Optimierungsmaßnahmen in den ehemaligen Luvata-Gesellschaften wird erwartet, dass die entstandene Business Line Flat Rolled Products & Specialty Wire ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Das Preisniveau für Schwefelsäure hat sich bereits zum Ende des letzten Quartals und im Verlauf der letzten Wochen deutlich abgeschwächt.  Wesentliche Gründe hierfür sind eine derzeit gesunkene Nachfrage in China und eine ebenfalls reduzierte Düngemittelproduktion. Wir erwarten hier aber eine Erholung aus saisonalen Gründen in den nächsten Monaten. Insgesamt gehen wir von einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr aus.“  
 
Zusammenfassend stellte Willbrandt fest: „Wir sehen die Zukunft von Kupfer auch weiterhin sehr positiv. Auch wenn der Bedarf von Kupfer durch die relativen hohen Preise in einigen Anwendungsfeldern durch Substitution sinkt, ergeben sich durch die hervorragende Strom- und Wärmeleitfähigkeit von Kupfer viele neue wachsende Anwendungen und Chancen wie zum Beispiel in der Elektromobilität und in dem Ausbau erneuerbarer Energien. Denn: ohne Kupfer funktioniert kein Windrad, keine Solarzelle und kein Elektroauto. Kupfer war, ist und bleibt das Metall des modernen Lebens.“
 
Die Hauptversammlung stimmte den zur Abstimmung vorgelegten Anträgen mit großer Mehrheit zu.
 
Auf der diesjährigen Hauptversammlung waren rund 62,21 Prozent des stimm-berechtigten  Grundkapitals anwesend. (Pressemeldung vom 01.03.2012)
Quelle: Aurubis AG | Foto: Aurubis AG
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