Wirtschaft

Aurubis AG: Kupfermail Nr. 95

14.03.2012

Aurubis AG Hamburg: Konjunktur macht Märkte. Da wo die Wirtschaft wächst, wird Kupfer benötigt, da wo sie sich schwächer entwickelt leidet die Metallnachfrage. Konjunkturelle Signale aus den führenden Volkswirtschaften der Welt genießen deshalb mehr denn je eine hohe Aufmerksamkeit an den Metallmärkten. Dies gilt umso mehr, als dass sich die Zentren des Kupferbedarfs mit den ökonomischen Brennpunkten unserer Zeit decken. Der globale Bedarf an raffiniertem Kupfer, der für das Jahr 2012 auf fast 21 Mio. t geschätzt wird, konzentriert sich zu fast drei Viertel auf die Wirtschaftsräume Europa (19%), USA (9%), Japan (5 %) und China (41 %).  

Aurubis AG: Kupfermail Nr.  95In Europa ist die Wirtschafts- und Finanzkrise nicht vorbei, aber es wurden trotz rezessiver Entwicklungen Zeichen der Zuversicht gesetzt. 25 EU-Staaten haben einen Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin unterschrieben. Zudem hat die EZB die Finanz-märkte mit reichlich zusätzlicher Liquidität ausgestattet. In Japan scheint die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu sein, nachdem eine Reihe von Konjunkturdaten im Januar positiv ausgefallen sind. In den USA sieht die Notenbank zwar noch Risiken, aber die Erholung scheint sich fortzusetzen und eine Jahresrate der Wirtschaftsleistung von plus 2,2 bis 2,7 % wird anvisiert. Bleibt noch China, als weltweit größter Einzelmarkt für Kupfer, mit einem Bedarf von fast 8 Mio. t. Hier hat die Regierung überraschend das ökonomische Wachstumsziel auf 7,5 % gesenkt, nach 9,2 % im Vorjahr. Was heißt das alles für den Kupfermarkt?  Wir sehen derzeit erneut eine Disparität zwischen China und Europa. Verglichen mit dem letzten Quartal 2011 hat sich das Verhältnis jedoch umge-kehrt. Nachdem die hohen Einfuhren von raffiniertem Kupfer und mangelnder physischer Bedarf am chinesischen Markt einen Mengenüberschuss erzeugt hatten, ist das Interesse an prompten Eindeckungen so gut wie verschwunden. Bei der SHFE lagern inzwischen 224.781 t – ein zehnjähriges Hoch, im Zolllager Shanghai sollen sich bereits über 500.000 t befinden. Der Kupferpreis an der SHFE liegt um bis zu 370 US$/t unter dem entsprechenden LME-Kurs, was für Einfuhren eine zu hohe Hürde darstellt. Die Kathodenprämien im chinesischen Spotgeschäft sind in der Folge stark zurückgegangen. Heute werden im China-Geschäft nach einer Bandbreite von zuvor 60 bis 90 US$/t sogar  Prämien genannt, die zwischen 40 und 60 US$/t und sogar darunter liegen. Doch das was hier zu sehen ist, stellt eine Momentaufnahme dar und kann nicht für das Jahr fortgeschrieben werden. Nach Angaben der Deutsche Bank erreicht der kupferintensive Hausbau in China 2012 seinen Höhepunkt im laufenden Fünfjahresplan.

Der Bau von 7 Mio. Einheiten soll begonnen werden, 5 Mio. Einheiten stehen in diesem Jahr vor der Fertigstellung, an weiteren 10 Mio. Einheiten wird weitergearbeitet. Der größte chinesi-sche Kupferproduzent Jiangxi Copper sieht den Kupferbedarf Chinas 2012 um 7 % wachsen. Das sind immerhin fast 550.000 t. Auch Codelco, der weltweit größte Kupfer-produzent, schätzt den chinesischen Kupferbedarf weiterhin hoch ein.  
In Europa hat sich das Bild seit Februar 2012 gewandelt. Überschattete in den letzten Monaten 2011 die Finanzkrise das physische Geschäft, scheint sich nach anfänglichem Zögern jetzt am Markt eine Situation zu entwickeln, in der Kathoden wieder gefragt sind. Verschiedene Faktoren kommen zusammen. Kathodenverschiffungen aus Südamerika verzögerten sich und ließen kurzfristig prompten Bedarf entstehen. Die Beschäftigungs-lage von Kupferkonsumenten ist zwar immer noch von der europäischen Finanzkrise beeinflusst, zum Teil aber besser als erwartet ausgefallen. Da in den Verhandlungen zwischen Produzenten und Konsumenten für 2012 weniger Kupfermengen auf Jahresbasis abgeschlossen wurden, besteht Nachdeckungsbedarf im Spot-Geschäft. Dieser stößt auf begrenzt verfügbare Mengen bei Produzenten und auf geringe Kupferbestände in den europäischen Lagerhäusern der LME. Sie betragen nur rund 38.000 t, wovon allein 11.000 t im italienischen Livorno und rund 24.000 t in Rotterdam liegen, bei unklarer Verfügbarkeit. Das Prämienniveau ist vor diesem Hintergrund im Tagesgeschäft angestiegen und liegt inzwischen über dem Niveau der Jahresprämie von 90 US$/t. 

Der Kupferpreis zeigt sich angesichts dieser Marktsituation fest. Im Durchschnitt der bisherigen März-Notierungen ergibt sich ein Wert von fast 8.500 US$/t (Settlement).        
 
Kupferrohstoffe und Kupferprodukte
Die Situation am Spotmarkt für Kupferkonzentrate weist gegenüber dem Vormonat keine  Veränderung auf. Die Aktivitäten sind sehr gering. Bei langfristigen Verträgen scheint sich das TC/RC-Niveau von 63,50 US$/t und 6,35 cents/lb inzwischen etabliert zu haben. Die Schließung des PASAR-Smelter, durch die sich die Mengenverfügbarkeit an Konzentrat verbessern konnte, hält voraussichtlich bis Mitte des Jahres an. Das ungünstige Kursverhältnis SHFE/LME macht zudem Einfuhren für chinesische Käufer uninteressant. Dies gilt auch für Altkupferimporte. Der europäische Altkupfermarkt ist deshalb, unter-stützt von hohen Kupferpreisen, weiterhin von einem guten Angebot gekennzeichnet. Bei Kupferprodukten zeigen die Mengendispositionen bei Jahresverträgen und die vermehrten Nachfragen im Spot-Geschäft, dass sich eine leichte Erholung eingestellt hat. (Pressemeldung vom 12.03.2012)
Quelle: Aurubis AG | Foto: Aurubis AG
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