Wirtschaft

Aurubis AG: Kupfermail- Informationen über den aktuellen Kupfermarkt

25.01.2012

Aurubis AG Hamburg: Das neue Jahr ist noch jung in der westlichen Welt und in Asien hat es noch gar nicht richtig begonnen. Dort wird erst heute, am 23. Januar, das Neujahrsfest begangen. Damit bewegen wir uns am Kupfermarkt derzeit in einer Art Zwischenstadium, das stark von saisonalen Effekten geprägt ist. In Europa beginnt die Produktion erst langsam wieder anzulaufen, in Asien ruht das physische Geschäft durch die einwöchige Feiertagspause. Die Orientierung fällt damit schwer. Der Kupfermarkt ist dessen ungeachtet mit einer insgesamt aufwärts gerichteten Preisentwicklung in den Januar gestartet. Nach 7.661 US$/t am 03.01. gab Kupfer zunächst leicht nach, notierte dann aber am 19.01. offiziell mit 8.350,50 US$/t und verbesserte sich damit um fast 7 %. Impulse von der jährlichen Neugewichtung der verschiedenen Rohstoff-Index-Fonds sind nicht sichtbar geworden, institutionelle Anleger werden jedoch voraussichtlich weiterhin Interesse am Kupfermarkt zeigen. 2011 verzeichnete die LME insgesamt einen Anstieg der gehandelten Kupferkontrakte um rund 15 % auf 34.537.000 lots, wozu Aktivitäten von Investment-Fonds wesentlich beigetragen haben dürften.
 
Zwar sorgte die Euro-Schuldenkrise auch im neuen Jahr für Schlagzeilen, da die Ratingagentur Standard & Poors die Euroländer Frankreich und Österreich, sowie gleich den gesamten Euro-Rettungsschirm um eine Stufe abwertete, an den Finanz- und Metallmärkten wurde dies aber schlichtweg ignoriert. Zum einen mag es an der zunehmenden Krisenmüdigkeit liegen und daran, dass dies schon in den Kursen eingepreist war, zum anderen bietet der Kupfermarkt weiterhin fundamental genug Anhaltspunkte, um feste Kurse zu rechtfertigen. 
 
Immer mehr geraten die Kupferbestände der Metallbörsen in den Fokus. Sie befinden sich bei der LME seit Jahresanfang mit zunehmender Beschleunigung in einer Abwärtsbewegung. Gestartet mit 370.900 t, liegen sie aktuell bei 348.750 t und haben sich damit in wenigen Tagen um 22.150 t bzw. um 6 % verringert. Abflüsse finden vor allem nach Asien statt. In der Warteposition zur Auslieferung befinden sich weitere 69.000 t, abzulesen an der Höhe der veröffentlichten Cancelled Warrants. Damit dürften die Kupferbestände an der LME erstmals seit August 2009 wieder unter 300.000 t fallen. Aktuell langt ihre Reichweite nur um den weltweiten Kupferbedarf für 6 Tage decken zu können. Die Gesamtbörsenbestände sind theoretisch in der Lage 10 Tage Kupfer-Weltverbrauch zu decken. Der Vergleich mit Aluminium zeigt dabei deutlich, wie niedrig diese Bestände eigentlich sind und wie sie mit der Höhe des Metallpreises in Wechselwirkung stehen: Bei Aluminium reichen die bei der LME eingelagerten Mengen für rund 47 Tage Weltbedarf; der Preis des Metalls liegt entsprechend niedrig bei 2.183 US$/t (Settlement).
 
Anders als bei der LME sind die Kupfermengen der SHFE seit Jahresanfang von 93.000 t auf 131.600 t gestiegen. Das dies mit Dispositionen zum chinesischen Jahreswechsel zusammenhängt, ist naheliegend, zumal die Wirtschaftsaktivitäten in der chinesischen Kabelindustrie vor dem Feiertag zurückgefahren worden sind. Dessen ungeachtet tritt China als Kernland des internationalen Kupferbedarfs weiterhin als aktiver Importeur auf. Im Dezember 2011 führte das Land mit 509.000 t Rohkupfer 13 % mehr ein als im Vormonat. Chinesische Käufer dürften dabei die niedrigen Preise im letzten Jahr genutzt haben. Als unterstützend wird auch die weiterhin gute Wirtschaftsentwicklung und die erwartete leichtere Kreditpolitik des Landes gesehen. Zu Beginn des Jahres 2012 werden die Einfuhrmengen deshalb voraussichtlich hoch bleiben. 
 
In Europa lagern derzeit nur 8,7 % der Kupferbestände bei Metallbörsen. Das sind gerade einmal 48.000 t. In Asien sind es 24,7 % und in den USA 66,7 %. Die Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone hat punktuell durchaus positive Ansätze. Ab Frühjahr wird nach einer schwächeren Industrieproduktion wieder mit einer Belebung gerechnet, wovon auch die europäische Kupfernachfrage profitieren könnte. 
Auf der Produktionsseite sorgten die Nachrichten über einen Produktionsstop in der japanischen 200.000 t-Saganoseki Hütte und die vorübergehende Schließung der philippinischen PASAR-Hütte wegen eines Feuers für Unterstützung der Kupferpreise.
 
Kupferrohstoffe und Kupferprodukte
Der Spotmarkt für Kupferkonzentrate hat in den letzten Tagen noch unter den Nachwirkungen des zu Ende gegangenen Streiks bei der Freeport-Mine in Indonesien gelitten. Mit der Wiederaufnahme der Konzentratproduktion dürfte sich die Situation aber verbessern. Einen Beitrag hierzu leistet auch die Nachfrageseite mit den störfallbedingten Produktionsstillständen zweier großer Konzentrathütten in Japan und Indonesien. Bei langfristigen Verträgen am internationalen Markt streuen die Konditionen. Ingesamt zeigt sich aber ein TC/RC-Niveau von etwa 63,50 US$/t und 6,35 cents/lb. Am europäischen Altkupfermarkt hat sich die Mengenverfügbarkeit wieder verbessert, wozu die höheren Kupferpreise und das milde Wetter beitragen. Die Kaufaktivitäten Chinas beschränken sich hier im Wesentlichen auf Nordamerika und Großbritannien und sind kein großer Störfaktor. An den Kupfer-Produktmärkten zeigen sich im Spotmarkt noch keine größeren Aktivitäten. Dies dürfte allerdings immer noch saisonal bedingt sein. (Pressemeldung vom 23.01.2012)
Quelle: Aurubis AG | Foto: Aurubis AG
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