Wirtschaft

Aurubis AG: Kupfermail - Aktueller Kupfermarkt Februar 2012

27.02.2012

Aurubis AG Hamburg: Erinnern wir uns. Vor einem Jahr hatte der Kupferpreis nach dem Januar-Start bei 9.754 US$/t (Settlement) zunächst etwas nachgegeben, war dann aber auf ein historisches Hoch von 10.148 US$/t am 14. Februar 2011 gestiegen. Inzwischen ist die Welt eine andere. Wegen der Finanz- und Schuldenkrise in Europa haben wir es mit einem veränderten Umfeld zu tun, das weltweit von gravierenden Unsicherheiten und äußerst vorsichtigen Einschätzungen bestimmt ist – sowohl bei den Akteuren auf den Finanzmärkten als auch unter Ökonomen. Erfahrungen aus der Vergangenheit als Grundlage für Prognosen zählen hier nicht. Man bewegt sich auf unbekanntem Terrain. Dennoch hat sich der Kupferpreis seit Jahresanfang 2012 kontinuierlich nach oben entwickelt und nach anfänglich 7.661 US$/t Mitte Februar ein Hoch von 8.591 US$/t erreicht. Erst in den letzten Tagen ist es zu einer leichten Korrektur gekommen.
 
Aurubis AG: Kupfermail - Aktueller Kupfermarkt Februar 2012
 
Im Vergleich mit den zurückliegenden Jahren zeigt sich, dass eine aufwärtsgerichtete Kursentwicklung zum Jahresanfang nicht die Regel ist. Was steht also hinter dem diesjährigen Kursanstieg? Offensichtlich besteht ein Konsens, dass wir auch 2012 den Kupfermarkt mit einem Produktionsdefizit im Ungleichgewicht sehen werden, und das trotz einer gedämpft erwarteten Kupfernachfrage. Über die ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, auch wenn sie derzeit noch gering ausfällt. Die Kupferimporte Chinas sind im Januar gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert zwar um 13,8 % auf 413.964 t gestiegen, jedoch gegenüber dem Dezember-Hoch von 509.000 t zurückgegangen. In den vergangenen zwei Wochen ist darüber hinaus die chinesische Kupfernachfrage abgeflaut, was sich an rückläufigen Prämien im Spotgeschäft zeigt.

Aurubis AG: Kupfermail - Aktueller Kupfermarkt Februar 2012

Die Kupferbestände bei der SHFE haben mit 217.142 t den höchsten Stand seit August 2002 erreicht und auch in den chinesischen Zolllagern ist es mit den Mengen aufwärts gegangen. Dahinter stehen umfangreiche Mengenabrufe aus LME-Beständen während der vergangenen Wochen und, da die SHFE-Preise erneut deutlich unter den LME-Preisen liegen, das wieder geschlossene Arbitrage-Fenster. Dies alles ist aber lediglich temporär zu sehen. Das zweite Quartal eines Jahres gilt als bedarfsintensiv, so dass ab März mit dem Abbau lokaler Bestände gerechnet werden kann. Dies gilt umso stärker, als dass die negative Arbitrage zunächst zu geringeren Kupferimporten führen dürfte. Zudem hat China jüngst kommuniziert, dass es einen deutlichen Wachstumsrückgang nicht zulassen wird. Nach den schwachen Güterexporten im Januar hat die chinesische Zentralbank bereits am letzten Wochenende den Mindestreservesatz gesenkt, wovon die chinesische Wirtschaft einen deutlichen Wachstumsimpuls erhalten dürfte.

Aurubis AG: Kupfermail - Aktueller Kupfermarkt Februar 2012

In Europa und den USA haben die letzten Konjunktur- und Stimmungsindikatoren sowie die politischen Krisenbewältigungsmaßnahmen zu einer Beruhigung und Stabilisierung geführt. Vielfach ist der Blick der Industrie hier schon weiter ins Jahr hinein gerichtet. In Europa ist deshalb zu beobachten, dass das Kaufinteresse für Kathoden bei Preisrückgängen steigt, zumal die Kupfermengen in europäischen LME-Lagerhäusern mit 37.000 t sehr niedrig sind. Mancher Verarbeiter ist in diesem Jahr zudem verstärkt auf Eindeckungen im Spot-Geschäft angewiesen, da längerfristig nur geringere Mengen gesichert worden sind. 
Hinsichtlich der Kupferproduktion muss differenziert werden. Auf der Minenseite spricht nach dem störungsreichen Produktionsjahr 2011 vieles für einen deutlichen Mengenanstieg während der kommenden Jahre. Die ICSG rechnet mit einem Zuwachs der Produktionskapazitäten für Kupferkonzentrate von akkumuliert 30,5 % bis 2015 mit einem durchschnittlichen Wachstum von 6,9 % im Jahr. Barclays sieht 2012, als Folge der Inbetriebnahme neuer Projekte und dem Ausbau und der  Reaktivierung  bestehender Minen, eine Steigerung um 3 % gegenüber dem Vorjahr. BHP Billiton und Rio Tinto investieren Milliarden in die Kupferförderung ihrer Escondida-Mine und wollen sie von 990.000 t Jahresproduktion auf mehr als 1,3 Mio. t bis Juni 2015 steigern. Anders als die Minenproduktion wird die Produktion von raffiniertem Kupfer 2012, trotz des Ausbaus der Schmelzhüttenkapazitäten um durchschnittlich 3,7 % jährlich, anhaltend schwach gesehen, mit niedrigen Auslastungsgraden von zuletzt 80 %. Schon im Januar war es bei zwei Hütten, in Japan und auf den Philippinen, durch technische Störungen zu Produktionsausfällen gekommen. 
      
Kupferrohstoffe und Kupferprodukte
Die Erholung am Spotmarkt für Kupferkonzentrate hat sich fortgesetzt. Die Kaufaktivitäten chinesischer Hütten sind derzeit gering, u. a. wegen des Preisunterschiedes LME/SHFE, die TC/RCs für prompte Verschiffungen liegen über 50 US$/t und 5 cents/lb. Die Abschlüsse unter langfristigen Verträgen sind weiterhin bei 63,50 US$/t und 6,35 cents/lb angesiedelt. Am europäischen Altkupfermarkt bestehen anhaltend gute Kaufmöglichkeiten. Das Angebot wird durch die hohen Kupferpreise gestützt. Bei guter Versorgungslage der europäischen Abnehmer hat dies am Markt zu höheren Raffinierlöhnen geführt. Die Nachfrage nach Kupferprodukten orientiert sich in Europa unverändert an der mit Unsicherheiten behafteten Wirtschaftsentwicklung. Die Mengendispositionen der Kunden sind deshalb weiterhin von Zurückhaltung und Vorsicht geprägt. Dennoch zeichnet sich eine stabilere Entwicklung ab, die von wachsender Zuversicht über eine Erholung im späteren Jahr begleitet ist.

Diese Information enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf unseren gegenwärtigen Annahmen und Prognosen beruhen. Bekannte wie unbekannte Risiken, Ungewissheiten und Einflüsse können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage oder die Entwicklung von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen.
(Pressemeldung vom 22.02.2012)
Quelle: Aurubis AG | Foto: Aurubis AG
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