Wirtschaft

Aurubis AG: Die Kupfermail 105 - Aktuelles vom Kupfermarkt

24.01.2013

Aurubis AG Hamburg: Das Vertrauen der Märkte in die Wirtschaft scheint nach drei Jahren europäischer Finanzkrise und globaler Konjunk-turschwäche zurückgekehrt zu sein. Gleich aus mehreren Richtungen kommen hoffnungsvolle Signale. Die Ratinga-gentur S&P sieht eine Wende in der Eurokrise und auch die Weltbank äußert sich mit ungewohnten Worten. „Das Schlimmste scheint vorbei zu sein“, heißt es von ihr hinsichtlich der wirtschaftlichen Situation in Europa. Damit gibt die Bank zumindest ein wenig Entwarnung, obwohl die Zahlen noch nicht überzeugen: Für 2013 wird mit einem Rückgang des BIPs in der Eurozone um 0,1 % gerechnet. 2014 soll es dann mit 0,9 % wieder aufwärts gehen, 2015 um 1,4 %. Chinas Wirtschaft scheint zudem zu alter Stärke zurückzufinden. Weltweit sieht die Weltbank die Wirtschaftsleistung 2013 um 2,4 % zunehmen, nach 2,3 % im Jahr 2012. Ist damit dem Kupfermarkt die diesjährige Richtung vorgegeben?

Kupfermarkt
Die Antwort darauf ist nicht einfach und muss differenzierter ausfallen als nur ein simples Ja oder Nein. Unbestritten ist, dass sich die Rahmenbedingungen im Makroökonomischen etwas verbessert haben, doch Skepsis vor zu viel Euphorie ist angebracht. Eine echte Erholung wird langsamer ausfallen als gewünscht und Restrisiken sind weiterhin vorhanden. Sorgen bereiten vor allem der ungeklärte Streit über die Budgetkrise in den USA und die Frage, ob Südeuropa in seinen Reformbestrebungen Durchhaltevermögen zeigt.Aurubis AG: Die Kupfermail 105 - Aktuelles vom Kupfermarkt

In Asien sieht es mittelfristig besser aus. Japan, das über einen jährlichen Kupferbedarf von etwa einer Million t verfügt, hat umgerechnet ein 175 Milliarden Euro schweres Konjunkturprogramm beschlossen und in China mit seinen 8,1 Mio. t Kupferbedarf ist das BIP im vierten Quartal 2012 um 7,9 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Für den Kupfermarkt besonders wichtig ist hierbei, dass auch die Industrieproduktion wieder anzieht - im Dezember um 10,3 %. Dies sind indes Nachrichten, die eher für eine positive Grundstimmung, denn für eine unmittelbar bessere Kupfernachfrage sorgen. Die Einfuhren an Rohkupfer und Kupferprodukten sind im Dezember auf 341.000 t gefallen, d.h. um 6,6 % gegenüber dem Vormonat. Dies ist u. a. die Folge einer geringeren Kupfernachfrage für Finanzierungsgeschäfte, wie auch auf einen geringeren physischen Kaufbedarf zurückzuführen. So hat eine Umfrage unter chinesischen Kupfer-Wirerod-Produzenten ergeben, dass 48 % von ihnen im Januar mit einer niedrigeren Orderrate als im Vormonat rechnen. Gründe hierfür sind das bevorstehende chinesische Neujahrsfest am 10. Februar 2013, das mit einer zweiwöchigen Feiertagspause verbunden ist und schlechte Wetterverhältnisse im Norden Chinas, die zu Projektverzögerungen führen. 47 % sehen das Orderniveau jedoch als stabil an, verfügen aber zumeist auch über langfristige Verträge. Danach muss sich zeigen, in welchem Maße die geplanten Infrastrukturprojekte Nachfrageeffekte für Kupfer hervorrufen. Rund 650 Milliarden Yuan (ca.104,5 Milliarden US$) sollen 2013 in Bahnprojekte investiert werden, etwas mehr als im Vorjahr. Auch in den Ausbau des staatlichen Stromnetzes sollen 2013 etwa 318 Milliarden Yuan fließen, rund 4 % mehr als 2012. Nachfrageimpulse werden ebenso von anderer Seite her erwartet, u. a. aus dem Bereich der Klimatechnik. Mit 4,9 % wurde das diesjährige Wachstum der chinesischen Kupfernachfrage unlängst während einer Metallmarktkonferenz in New York beziffert. Folgt man dem Verhalten in der Vergangenheit, wird sich diese Nachfrage jedoch zunächst der im Land vorhandenen hohen Kupferbestände bedienen. Wenn auch nur minimal, so sind die SHFE-Kupferbestände doch, zum ersten Mal seit längerer Zeit, von ihrem Acht-Monatshoch bei 209.000 t gefallen. Auch ist von Abnahmen der Mengen in den Zolllagern Shanghais die Rede, obwohl es sich hierbei u. a. um Umschichtungen in asiatische LME-Lagerhäuser außerhalb Chinas handeln dürfte. Dort lagern derzeit 126.500 t Kupfer. Insgesamt wird die Entwicklung in China erst nach dem Ende der Feierlichkeiten zum Neuen Jahr, also ab Ende Februar, zu mehr Klarheit am Kupfermarkt führen. Bis dahin sollten sich dort keine größeren Veränderungen einstellen.Aurubis AG: Die Kupfermail 105 - Aktuelles vom Kupfermarkt

In Deutschland kommen positive Nachrichten aus der kupferintensiven Elektroindustrie. Hier stufen 78 % der Unternehmen ihre gegenwärtige Lage als gut oder stabil ein. 85 % der Firmen wollen ihren Output in den nächsten drei Monaten erhöhen oder aufrechterhalten. Insgesamt wird 2013 eine Zunahme der Produktion um 1,5 % erwartet. Nachdem es bei der Energiewende aufgrund von Finanzierungsproblemen zu Investitionsstaus im Bau und in der Anbindung von Offshore-Windparks gekommen war, scheint jetzt eine erste Lösung in Sicht. Der japanische Finanzinvestor Mitsubishi will sich an vier Seekabeln in der Nordsee mit einem Gesamtvolumen von 776 Millionen Euro beteiligen. Drei weitere Verbindungen sind im Bau, drei andere in der Ausschreibung. Seekabel besitzen in der Regel einen sehr hohen Kupferanteil und auch in den Windrädern finden sich etliche Mengen des Metalls.

Hinsichtlich der Entwicklung in den USA steht mit der anhaltenden Budgetdiskussion weiterhin die Makroökonomie im Mittelpunkt. Dabei lohnt es sich eher auf Einzelindikatoren zu schauen, die ein Bild von der Kupfernachfrage vermitteln können. Im Dezember wurden in den USA rund 12 % mehr neue Häuser gebaut als im gleichen Vorjahresmonat. Damit liegen die Hausneubauten, in deren Elektrik Kupfer zum Einsatz kommt, auf dem höchsten Stand seit Juli 2008. Auch die Autoproduktion hat den höchsten Stand seit 2008 erreicht.

Beim Kupferpreis, der weiterhin konjunktursensitiv ist, tut sich noch wenig. Er weist nur wenig Bewegung auf und scheint bei etwa 8.000 US$/t seine Basis gefunden zu haben. Neue Kursimpulse, die zu größeren Ausschlägen führen könnten, sind derzeit nicht in Sicht und werden, wenn überhaupt, erst ab Ende Februar, also nach der Rückkehr Chinas an die Märkte, für möglich gehalten. Erst dann dürfte auch klarer werden, ob sich eine Richtung herausbildet.


Kupferrohstoffe und Kupferprodukte
Am Markt für Kupferkonzentrate sind in den vergangenen Tagen Abschlüsse in den Jahresverhandlungen bekannt geworden. Danach sollen Schmelzlöhne von 70 US$/t und 7 cents/lb vereinbart worden sein, allerdings nur für eine Laufzeit von sechs Monaten. Für die übliche Festlegung über 12 Monate fordern diverse Hütten mindestens 75 US$/t und 7,5 cents/lb. Hintergrund für den Anstieg ist die erwartete bessere Verfügbarkeit von Konzentrat am Markt. Dabei spielen nicht nur die Produktion von neuen Projekten eine Rolle, sondern auch umfangreiche geplante Wartungsstillstände von Kupferproduzenten in Europa und in andern Ländern. Durch die schnelle Einigung in den Tarifverhandlungen bei der chilenischen Escondida-Mine konnte ein Streik vermieden werden. 

Der europäische Altkupfermarkt hat im Januar nach der Rückkehr zum regulären Geschäft ein gutes Angebot gezeigt. Dieses trifft derzeit auf eine weitreichende Versorgung der Schrottverarbeiter, was sich auch in den Raffinierlöhnen widerspiegelt, welche stabil auf gutem Niveau liegen.


Auf den Märkten der Kupferprodukte werden gegenwärtig die letzten Verhandlungen für Langfristverträge abgeschlossen. Insgesamt rechnen wir im laufenden Jahr in unseren Kernmärkten mit einer Belebung der Nachfrage. (Pressemeldung vom 23.01.2013) 

Quelle: Aurubis AG | Foto: Aurubis AG
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