Wirtschaft

Aurubis AG: Der Kupfermarkt - Kupfermail Nummer 100

01.09.2012

Aurubis AG Hamburg: Jedes Mal wenn bei den insgesamt 302 sportlichen Wettbewerben der Olympiade 2012 Wertmtall verliehen wurde, war Kupfer mit dabei. 4.700 Medaillen sind für die Olympischen Spiele undfür die Paralympics geprägt worden. Aus reinem Gold oder Silber bestehen diese 412 Gramschweren Auszeichnungen allerdings schon seit 1912 nicht mehr. Stattdessen ist man zu Legierungen übergegangen. So enthält die Goldmedaille nur noch 5,5 Gramm Gold, was einem Anvon etwa 1,34 % entspricht, 92,5 % Silber und als Rest Kupfer. Bei der Silbermedaille wurde Gold durch Kupfer ersetzt und bei der Bronzemedaille ist Kupfer mit einem Anteil von 97 % klarder Gewinner. 2,5 % Zink und 0,5 % Zinn vervollständigen hier die Legierung.
 
Fast genau acht Jahre zuvor, im August 2004, waren ebenfalls Olympische Spiele zu Ende gegangen. Ihr Umfeld unterschied sich von dem heutigen allerdings gravierend. Athen glänzte damals als Austragungsort und niemand sprach von einer möglichen Schuldenkrise. Der Ausbau der Europäischen Union befand sich mit der Aufnahme von zehn neuen Beitrittsländern noch voll im Gang. China orientierte sich immer stärker am Markt und läutete einen Wirtschaftsboom ein, der zu Wachstumsraten im zweistelligen Bereich führte. Sein Rohstoffhunger stieg exponentiell. Kupfer war zu dieser Zeit in den Augen vieler ein langweiliges Industriemetall. Es notierte seit Jahren verhältnismäßig gleichförmig an der LME mit Kassa-Preisen, die sich in mehr oder weniger großen Schwankungen um 1.500 US$/t bewegten. 2004 gerieten die Kurse dann in Bewegung und überschritten die Marke von 3.000 US$/t.
 
Damals hieß Aurubis noch Norddeutsche Affinerie und hatte durch Akquisitionen mehr Gewicht am Kupfermarkt bekommen. In Zeiten starker Veränderungen und der Neubewertung von Rohstoffen fand die Marktexpertise des Kupferspezialisten zunehmend Interesse. Die Herausgabe der Kupfermail war darauf eine Antwort. Seit dem 1. Mai 2004 erscheint der Infobrief zum Kupfermarkt nun monatlich und hat mit der heutigen 100sten Ausgabe in diesem Jahr eine runde Zahl erreicht. Das Interesse an Rohstoffen und Kupfer ist derweil ungebrochen. Unsere Berichterstattung über die Entwicklungen am Kupfermarkt wollen wir deshalb auf die bewährte Weise fortsetzen.

Aurubis AG: Der Kupfermarkt - Kupfermail Nummer 100

Kupfermarkt
Der August ist nun da und mit ihm die Ferienzeit in wichtigen regionalen Kernmärkten, wie Italien und Frankreich. Von der Politik kommen derzeit weder neue Impulse noch Störfeuer, die Aktivitäten der verarbeitenden Industrien verlaufen ruhig. Der Kupferpreis schwankt zumeist zwischen 7.400 und 7.500 US$/t. Es ist eine Ruhe, die angesichts der vorangegangenen Ereignisse, fast schon wieder Unruhe bewirkt. Denn viel hängt am Kupfermarkt von den kommenden Mona-ten ab. Im Allgemeinen besteht ein Konsens, dass sich bis zum Jahresende eine Nachfragebelebung an Schlüsselmärkten zeigen wird. Da ist vor allem China, auf dem die Hoffnung ruht. Das Land hat in diesem Jahr deutlich die Auswirkungen der global rückläufigen Konjunktur zu spüren bekommen. Die Veröffentlichungen von Konjunkturindikatoren und die wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen der chinesischen Regierung sind deshalb für Kupfer von hoher Kursrelevanz. Die Industrieproduktion im Juli zeigt ein Plus von 9, 2 %, die Inflationsrate ist mit 1,8 % sehr moderat. Beide Zahlen sind positiv gewertet worden und können als Resultat einer aktiven Konjunkturpolitik gesehen werden.
 
Es ist davon auszugehen, dass China nichts unversucht lassen wird, um sein Wirtschaftswachstum abzusichern. So will die chinesische Zentralbank kurzfristig die Feinsteuerung der Geldpolitik intensivieren und die Kreditpolitik zur Stützung der Wirtschaft verbessern. Das spricht für Kupfer. Die gute Industrieproduktion ist zudem ein Hinweis darauf, dass der chinesische Kupferbedarf höher sein könnte, als er derzeit eingeschätzt wird. Die Autoindustrie läuft zufriedenstellend, der Absatz elektrischer Haushaltsgeräte soll mit 10 % des Kaufpreises subventioniert werden. Die Infrastrukturprogramme im Verkehrssektor sind finanziell aufgestockt worden, für die Energiewirtschaft bestehen sie fort.
 
Bedient wird die Nachfrage Chinas derzeit wohl vor allem aus der heimischen Produktion. Die ist aber im Juli um 6,8 % auf 483.000 t zurückgegangen. Bleiben noch Einfuhren und Lagerbestände: Die Importe von Rohkupfer und Kupferprodukten lagen im Juli mit 366.000 t um 6 % über denen des Vormonats, davon geschätzt über 70 % raffiniertes Kupfer. Dies war zwar mehr als erwartet worden war, es können aber auch Lieferungen aus Jahresverträgen gewesen sein. Als belastend für die Entwicklung werden oft die hohen Kupferbestände in Asien genannt. Bei der SHFE bewegen sie sich aktuell wieder abwärts und liegen bei 156.151 t. In den asiatischen Lagerhäusern der LME befinden sich mit rund 110.000 t etwa 46 % der Gesamtvorräte dieser Börse. In chinesischen Zolllagern sollen zudem etwa 550.000 t Kupfer lagern. Unbekannt sind die Mengen bei Firmen und in der strategischen Reserve. Nicht alles steht jedoch physisch zur Verfü-gung: Bei Kupfer in chinesischen Zolllagern gab es früher einen Bodensatz von 200.000 bis 300.000 t; etliche Mengen sind durch Finanzgeschäfte gebunden. Bei der LME befinden sich nach offiziellen Angaben 40 bis 50 % der Gesamtbestände in einer Hand. Davon dürften auch Mengen in asiatischen LME-Lagerhäusern betroffen sein. Wer sich dies vor Augen führt, sieht die Versorgungssituation des Landes bei wiederauflebender Nachfrage vielleicht nicht mehr ganz so rosig.
 
Dem europäischen Markt wird zumeist nur geringe Beachtung geschenkt, da hier die makroökonomischen Eindrücke überwiegen und die sind vor allem für Süd-europa negativ. Anders als in Asien ist die Bestandssituation jedoch sehr angespannt. In europäischen LME-Lagerhäusern befinden sich nur 15.000 t Kupfer und davon steht kaum etwas prompt zur Verfügung. Südamerikanische Produzenten haben zum Teil ihre Verschiffungen von Kupfer nach Nordamerika umgeleitet. Sollte die Nachfrage nach der Sommerpause wieder aufleben, könnte dies alles den europäischen Markt enger werden lassen, auch dann, wenn sich die Wirtschaftslage nicht positiv darstellt. 
 
Kupferrohstoffe und Kupferprodukte 
Da in den nächsten Monaten die Jahresverhandlungen zwischen Minen und Kupferhütten über Konzentratver-träge bevorstehen, zeigt sich, dass die Meinungsver-schiedenheiten über die Marktlage zunehmen. Während die Minen Knappheit diagnostizieren, sieht es am Markt eher nach einer stabilen Versorgung aus, mit Potential nach oben bei den TC/RCs. Der Minenausbau schreitet voran, die Produktion läuft inzwischen weitge-hend störungsfrei. Viele Kupferhütten sind derzeit gut versorgt. Potentielle chinesische Konzentratkäufer werden zudem durch die ungünstigen Kursverhältnisse zwischen LME und SHFE gebremst.

Am europäischen Altkupfermarkt zeigt sich, gefördert durch den Kupfer-preis, ein anhaltend gutes Angebot, das auf eine gute Versorgungslage bei Nachfragern trifft. Die Raffinierlöhne bewegen sich deshalb auf zufriedenstellendem Niveau. Keine wesentlichen Neuigkeiten bieten die europäischen Produktmärkte: In der Ferienzeit haben viele Unternehmen der verarbeitenden Industrie ihre Aktivitäten gedrosselt. Die Bestände entlang der Wertschöpfungskette sind hier nach wie vor niedrig. (Pressemeldung vom 20.08.2012)
Quelle: Aurubis AG | Foto: Aurubis AG
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