Wirtschaft

Aurubis AG: Der aktuelle Kupfermarkt - Kupfermail Nr. 102

23.10.2012

Aurubis AG Hamburg: Kupfermarkt - Ganz so schnell wird es aber doch nicht sein. Der CEO der LME hat gerade erst erklärt, dass man einen Prozess der Überprüfung gestartet habe, der auf sechs Monate veranschlagt wird. Will man die aktuelle Marktlage von Kupfer beurteilen, kommt man darum auch in der nächsten Zeit nicht an diesem Thema vorbei. 
 
Die LME-Kupferbestände werden oft herangezogen um die Verfügbarkeit am Markt einordnen zu können. Sie sind damit Preisbildungsfaktor. Das Bestandssystem scheint aber derzeit in seiner Funktionalität Verzerrungen unterworfen zu sein, die gravierenden Einfluss auf seine Nutzung zur physischen Auslagerung haben. Vor allem Verarbeiter oder andere Konsumenten, die sich bislang aus LME-Beständen physisch versorgen konnten, kritisieren das Geschehen. Was ist passiert? Es läuft darauf hinaus, dass die Metalle auch Basis für Investment-Produkte geworden sind und der Einfluss von Finanzinstitutionen auf das Geschehen in letzter Zeit zugenommen hat. 
 
Im Mittelpunkt stehen dabei sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs), bei denen physisch Mengen hinterlegt werden müssen. Bei Aluminium wurde dies 2009 unter Mitwirkung von Credit Suisse, Glencore und RUSAL praktiziert. 
Die Folge war, dass große Mengen Aluminium aus der physischen Versorgungskette der Industrie entnommen wurden. Die LME-Bestände stiegen drastisch an, waren dann aber in Finanzgeschäften gebunden und standen damit nicht zur Verfügung. Auch für Kupfer halten sich inzwischen mit J.P. Morgan und Blackrock zwei Kandidaten bereit, die ebenfalls physisch hinterlegte ETFs auf den Markt bringen wollen. Sollte dieses Vorhaben gelingen, würden dafür wohl 180.000 t Kupfer erforderlich werden, die angesammelt werden müssten. Angesichts der LME-Bestände an Kupfer in Höhe von derzeit 211.000 t ent-stünden hieraus wahrscheinlich deutliche Preiseffekte. In den USA wird allerdings noch unter Einschaltung von Rechtsanwälten heftig über die praktische Umset-zung gestritten. Hinzu kommt eine andere Erscheinung. Die Anhäufung von Aluminium und Zink  in Lagerhäusern und sehr hohe Auslagerungsorder (bei Aluminium allein 1,7 Mio. t cancelled warrants) führen dazu, dass sich für die physische Auslieferung anderer Metalle, ebenfalls lange Warteschlangen bilden. Auch sind die Mieten und Handlingkosten bei Auslagerung deutlich gestiegen. 

Aurubis AG: Der aktuelle Kupfermarkt - Kupfermail Nr. 102
 
Mit diesen Entwicklungen und dem Auseinanderdriften von Investoren- und Industrieinteressen verlieren die Börsenbestände ohne Gegensteuerung ihre Funktion als physische Eindeckungsmöglichkeit für die schnelle Versorgungssicherung und als klarer Indikator für eine Marktverengung oder Überversorgung.    

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Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Frage nach dem Ende des Superzyklus für Metallrohstoffe. Skeptiker verweisen auf die gebremste Kupfernachfrage in China, auf die angespannte Situation in Europa und auf eine bessere Produktion als in den Vorjahren. Für die Kupferminenproduktion ist das richtig, denn hier gibt es  Verbesserungen. Sie betreffen vor allem Südamerika, wo z. B. die diesjährige Produktion in Chile und Peru Aufwärtstendenzen zeigte. Indonesien fällt zwar durch die Streiks in der ersten Jahreshälfte hinter dem Vorjahr zurück, weist aber inzwischen keine Störungen mehr auf. Auch wenn es heißt, dass manche Minenge-sellschaften ihre Investitionen inzwischen restriktiver handhaben ist die Produktionstendenz weiterhin nach oben gerichtet.
Eine Meldung aus der allgemeinen Wirtschaftspresse lässt aufhorchen und scheint zu bestätigen, dass es im Kupferbergbau dynamisch weitergeht. Sie besagt, dass General Electric in großem Stil auf das Minengeschäft setzt und dort im Zulieferbereich in vier Jahren durch Akquisitionen einen Gesamtumsatz von fünf Milliarden Dollar erreichen will. Für das Unternehmen hält damit der Superzyklus der Rohstoffe an.   
 
Auf der Hüttenstufe setzt sich nach Meinung der ICSG der Produktionsanstieg ebenfalls fort. Die Studiengrup-pe sieht vor allem in China und Afrika Produktionswachstum und leitet daraus für 2013 einen Überschuss von 458.000 t raffiniertem Kupfer ab. Dies erscheint angesichts eines bestehenden Defizits von 470.000 t  für das erste Halbjahr 2012 und der speziellen Situation in den beiden Regionen aber zu hoch angesetzt, auch wenn die Konzentratversorgung 2013 besser sein dürfte als 2012. Auf keinen Fall unterschätzt werden sollten weiterhin die einschränkenden und belastenden Faktoren: Geringere Kupfernachfrage, Wartungsstillstände, lange Lernkurven bei Neuprojekten, nicht effiziente Fahrweise von Anlagen und andere Produktionsstörungen wie Streiks, Energieversorgungsprobleme etc.     

Aurubis AG: Der aktuelle Kupfermarkt - Kupfermail Nr. 102
 
Hinsichtlich der Kupfernachfrage in China keimt durch die Konjunkturstützungsprogramme und den bevorstehenden Wechsel in der politischen Führung, die Erfolge verlangt, etwas Hoffnung auf; in Europa scheint der Boden erreicht worden zu sein. So ergibt die aktuelle Reuters-Umfrage unter 27 Analysten denn auch eine durchschnittliche Kupfer-Preisprognose für 2012 von 8.020 US$/t und für 2013 von 8.267 US$/t.
 
Kupferrohstoffe und Kupferprodukte
Am Konzentratmarkt haben sich die TC/RCs im Spot-geschäft durch eine gute Verfügbarkeit an Konzentraten weiter nach oben bewegt und liegen derzeit bei etwa 70 US$/t und 7 cent/lb. Mit einem weiteren Anstieg kann gerechnet werden, da 2013 die Produktion aus neuen Projekten den Markt erreicht. In den anstehenden Jahresverhandlungen zwischen Hütten und Minen ist dies auch das entscheidende Argument für höhere TC/RCs. Die Verfügbarkeit von Altkupfer am europäischen Markt hält sich auf hohem Niveau, unterstützt von hohen Kupferpreisen. Die Abgabebereitschaft des Handels ist gut. In der europäischen Nachfrage nach Gießwalzdraht und Stranggussprodukten ist die Abwärtsbewegung im Sommer gestoppt worden. Für das kommende Jahr wird mit einer stabilen Nachfrage in Europa gerechnet. Impulse könnten vor allem aus dem Bauwesen, der Elektronik und dem Bereich der Erneuerbaren Energien kommen. (Pressemeldung vom 22.10.2012)
Quelle: Aurubis AG | Foto: Aurubis AG
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