Ariane 6, Auftakt der Heißlauftests für die Oberstufe
07.10.2022
Bremen | München: Am 5. Oktober haben die Teams der ArianeGroup, der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) erfolgreich den ersten Heißlauftest der neuen Ariane 6-Oberstufe auf einem speziellen Prüfstand in Lampoldshausen, Baden-Württemberg, gestartet.
- Erster Heißlauftest der kompletten Oberstufe der neuen Ariane 6-Rakete beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erfolgreich gestartet
- Weitere Tests des neuen, wiederzündbaren Vinci-Triebwerks und des flexiblen Hilfstriebwerks APU zur Qualifizierung der Oberstufe geplant
- Kombinierte Tests von Trägerrakete und Startrampe werden parallel in Kourou durchgeführt
Die kryogene Oberstufe ist eine der wichtigsten Neuerungen der Ariane 6. Sie ermöglicht ein breites Spektrum komplexer und kombinierter Launch-Missionen. Mithilfe der neuen Oberstufe können beispielsweise ganze Satellitenkonstellationen in die erdnahe Umlaufbahn (LEO) gebracht werden oder Nutzlasten von 4,5 bis 12 Tonnen in den geostationären Transferorbit (GTO). Die Stufe besteht aus zwei Haupttanks, die mit flüssigem Wasserstoff und flüssigem Sauerstoff gefüllt sind, dem neuen, bis zu viermal wiederzündbaren Vinci-Triebwerk sowie der APU (Auxiliary Power Unit), einer innovativen Antriebseinheit.
Foto: Erster Heißlauftest der kompletten Oberstufe der neuen Ariane 6-Rakete beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erfolgreich gestartet Foto: © ArianeGroup SAS, DLR, ESA
Der Heißlauftest der Oberstufe wurde auf dem Gelände des DLR durchgeführt. Die Stufe muss bis zu drei weitere Tests durchlaufen, um als flugtauglich eingestuft zu werden. Die Ingenieurinnen und Ingenieure der ArianeGroup und der ESA in Bremen (Deutschland), Vernon und Les Mureaux (Frankreich) und die DLR-Teams in Lampoldshausen sammeln dabei Daten, die für den Fortgang des Programms unerlässlich sind. Dazu gehören Informationen über die ballistischen Phasen, in denen die Trägerrakete ohne Schub fliegt, über den Druckaufbau in den Tanks vor der Triebwerkszündung, über die Wiederzündung des Triebwerks und die Funktion der Düsen, die der Flugstabilisierung dienen.
„Der erfolgreiche Heißlauftest ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Qualifikation der Ariane 6 und zu einem erfolgreichen Erstflug. Die in Deutschland entwickelte, produzierte, montierte und getestete Oberstufe der Ariane 6 stellt das Know-how der ArianeGroup, ihrer Industriepartner und des DLR unter Beweis", erklärt André-Hubert Roussel, Vorstandsvorsitzender der ArianeGroup. „Die Heißlauftests der Oberstufe werden parallel zu den sogenannten kombinierten Tests der Trägerrakete und des Startplatzes durchgeführt – letzterer steht unter der Leitung der französischen Raumfahrtagentur CNES. Die kombinierten Tests finden derzeit im Raumfahrtzentrum von Guayana (CSG) unter der Aufsicht der Europäischen Weltraumorganisation ESA statt. Mit solchermaßen vereinten Kräften und dank unserer hervorragenden Teams werden wir die technischen Spitzenleistungen erzielen, um die langjährige Erfolgsgeschichte von Ariane 5, der Vorgängerin der Ariane 6, fortzuschreiben. Wir arbeiten unermüdlich daran, den erfolgreichen Erstflug und die Serienproduktion der Ariane 6 zu gewährleisten, und so die Erwartungen der namhaften europäischen institutionellen Kunden von Arianespace sowie seiner kommerziellen Kunden rund um die Welt wie geplant zu erfüllen."
„Mit der Ariane 6 wird Europa über einen Träger verfügen, der über viele Jahre den Grundpfeiler der europäischen Raumfahrtaktivitäten bilden wird. Sie ist die ideale Rakete, um unsere institutionellen Missionen zu starten und damit den Zugang für alle europäischen Raumfahrtnutzenden zu garantieren – eine Fähigkeit, die im heutigen geopolitischen Umfeld unverzichtbar geworden ist“, betont Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstand und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. „Daher freut es mich besonders, dass wir hier und heute diesen essenziellen Meilenstein in der Entwicklung der Ariane 6 erreicht haben. Es ist ein großartiger Erfolg der Zusammenarbeit zwischen dem DLR, der ESA und der deutschen und europäischen Raumfahrtindustrie.“
„Im 21. Jahrhundert sind die Europäer für ihre Sicherheit und ihren Wohlstand zweifellos auf Daten aus dem Weltraum angewiesen. Europa muss auf eine vollständige Autonomie beim Zugang zum Weltraum und dessen Nutzung hinarbeiten. Die Ariane 6 ist der Schlüssel dazu und wir freuen uns darauf, sie vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana starten zu sehen“, erklärt Daniel Neuenschwander, Direktor der ESA für Raumtransport.
Foto: Weitere Tests des neuen, wiederzündbaren Vinci-Triebwerks und des flexiblen Hilfstriebwerks APU zur Qualifizierung der Oberstufe geplant Foto: © DLR, ESA, ArianeGroup
Der Abschluss aller Tests und die präventive Lösung aller Arten von möglichen Problemstellungen gewährleisten, dass der geplante Erstflug der Ariane 6 erfolgreich durchgeführt werden kann.
Die Oberstufe der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6 wird von der ArianeGroup in Bremen (Deutschland) hergestellt. Eine zweite Oberstufe wurde von Bremen nach Kourou in Französisch-Guayana geliefert, um mit der ersten Hauptstufe kombiniert zu werden. Sie bilden das Combined Test Model (CTM), das auf dem neuen Startplatz in Kourou platziert und getestet wird. Die Bodensegmente für die Ariane 6 wurden von der französischen Weltraumagentur CNES und ihren Auftragnehmern gebaut.
Die Stufen der ersten Ariane 6, die in den Weltraum fliegen wird, das Flight Model 1 (FM 1), werden derzeit an den ArianeGroup-Standorten in Bremen und Les Mureaux integriert und fertiggestellt. Im Anschluss werden sie nach Kourou geliefert, wo sie zusammengefügt und für den Erstflug vorbereitet werden.
Ariane 6 ist ein Programm, das von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) geleitet und finanziert wird. Als Hauptauftragnehmer und Konstrukteur der Trägerrakete ist ArianeGroup, gemeinsam mit ihren Industriepartnern, für die Entwicklung und Produktion sowie – über ihre Tochtergesellschaft Arianespace – für die Vermarktung zuständig. Die CNES und ihre Vertragspartner sind für den Bau des Startplatzes in Kourou, Französisch-Guayana, verantwortlich.

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