Wirtschaft

Alt Tellin - Gutachten gibt Entwarnung für die angrenzenden Ackerböden

30.06.2021

MV Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz  Mecklenburg-VorpommernSchwerin, 30.06.2021 - Nach dem Brand in der Schweinezuchtanlage am 30.03.2021 hat die untere Bodenschutzbehörde des Landkreises Vorpommern-Greifswald die URST Umwelt- und Rohstofftechnologie GmbH Greifswald beauftragt den Boden auf den Ackerflächen nördlich angrenzend der Brandstelle zu untersuchen. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt teilt im Einvernehmen mit dem Landkreis die wesentlichen Ergebnisse des Gutachtens mit:

Über die beprobten Flächen war der Rauch des Brandes abgezogen, weshalb dort mögliche Bodenbelastungen infolge brandbedingter Schadstoffeinträge identifiziert und bewertet werden sollten.

Dafür wurden von drei Teilflächen in unterschiedlicher Entfernung vom Brandherd Bodenproben genommen und auf ein breites Schadstoffspektrum hin analysiert. Untersucht wurde u. a. auf Dioxine und Furane, verschiedene Schwermetalle und die Stoffgruppe der Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK).

Einige dieser Schadstoffe waren in den untersuchten Bodenproben nicht analytisch nachweisbar. Bei den nachweisbaren Schadstoffen lagen die ermittelten Gehalte im Bereich der Hintergrundwerte für sandige Ackerböden in Mecklenburg-Vorpommern.

Lediglich auf der Teilfläche, die in der Rauchabzugs­richtung unmittelbar an die Brandstelle angrenzt, wurde ein erhöhter PAK-Gehalt festgestellt, der den allgemei­nen Vorsorgewert der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung überschreitet. Eine solche Vorsorgewert-Überschreitung war auch für den PAK-Einzelstoff Benzo(a)pyren festzustellen. Aus der Überschreitung der Vorsorgewerte resultiert das Erfordernis, weitere Schadstoffeinträge zu unterbinden. Dieses Erfordernis ist bereits mit dem Löschen des Brandes erfüllt.

Alle weiteren bodenschutzrechtlich definierten Gefahrenschwellen (Prüfwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung für die Wirkungspfade Boden – Mensch und Boden-Nutzpflanze) wurden deutlich unterschritten. Im Übrigen werden PAK in der Regel von Pflanzen nicht bzw. nicht in nennenswerten Konzentrationen aus dem Boden über die Wurzeln aufgenommen.

Auch ist eine Grundwassergefährdung auszuschließen, weil der oberste Grundwasserleiter durch eine zehn Meter mächtige Deckschicht aus Geschiebemergel gut gegen eventuelle Schadstoffeinträge geschützt ist.

Zum Zeitpunkt der Probennahme wurden durch den Gutachter noch kleinere Brandrückstände auf dem zu untersuchenden Ackerboden vorgefunden. Die Flocken aus verkohltem PU-Schaum zerfielen bei Berührung zu Staub und konnten nicht mehr abgesammelt werden. In der Laboranalyse der Flocken wurde ein geringer PAK-Gehalt nachgewiesen, der bodenschutz- und abfallrechtliche Vorsorgestandards klar einhält.

Der Gutachter schätzt abschließend ein, dass weitere Bodenuntersuchungen auf dem Acker nicht erforderlich sind.

Der Boden im Bereich der abgebrannten Stallungen wird nach dem Gebäudeabriss und der Entsorgung der Abfälle untersucht.

(Pressemeldung vom 30.06.2021)
Quelle: MV Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern
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