Wirtschaft

30 GW Offshore-Windenergie bis 2030

13.01.2022

BWE Bundesverband WindEnergie e.V.Berlin | Bremerhaven | Frankfurt | Hamburg: Aufgrund falsch gesetzter politischer Rahmenbedingungen fand im Gesamtjahr 2021 kein Zubau von Windenergieanlagen in der deutschen Nord- und Ostsee statt. Die neue Regierung hat - motiviert durch erforderlichen Klimaschutz und wirtschaftspolitische Zukunftsfähigkeit - im Koalitionsvertrag höhere und langfristigere Ziele fixiert. Diese müssen nun umgehend Eingang in das Wind-auf-See-Gesetz finden, um weitere Zeitverluste zu vermeiden.

  • Erwartungsgemäß kein Zubau im Jahr 2021. Weiterhin 1.501 Anlagen mit einer Leistung von
    7.770 MW am Netz
  • Frühzeitigere Ausschreibung von Flächen erforderlich, um den Ausbau gleichmäßiger als bisher geplant zu verteilen
  • Erhöhung der Planungs- und Genehmigungskapazitäten durch rechtssichere, einheitliche und schnelle Ausgestaltung der gesetzlichen Vorgaben und personelle Aufstockung der Behörden
  • Deutliche Anhebung der Ausschreibungsmengen in diesem Jahr, um schneller mehr Bauaktivitäten zu ermöglichen. Für den Erhalt von Innovation, Beschäftigung und Wertschöpfung
  • Ausbau und gezielte Förderung von Aus- und Fortbildung schafft und sichert zukunftsfähige Arbeitsplätz

„Das Bekenntnis der Ampel-Koalition zum deutlich schnelleren Ausbau der Offshore-Windenergie ist ebenso richtig wie die konkrete Zielvorgabe von mindestens 30 Gigawatt bis 2030. Diese Zielsetzung schafft eine positive Perspektive für die gesamte Wertschöpfungskette“, kommentieren die Branchenorganisationen BWE, BWO, VDMA Power Systems, WAB und die Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE die neuen Ausbauziele. „Nun sollte umgehend die Netz- und Flächenplanung für die Umsetzung des anvisierten Ausbaupfads überarbeitet werden. Es muss dabei darum gehen, alle Beschleunigungspotenziale zu heben, um einen wirtschaftlichen und klimaschutzgerechten Ausbau zu ermöglichen.“

Zubau beschleunigen und entzerren, Beschäftigung und Wertschöpfungskette stärken

Die geplanten Ausschreibungsmengen müssen schnellstmöglich deutlich erhöht werden, um das vorhandene Innovationspotenzial sowie die Beschäftigung und Wertschöpfungskette in Deutschland zu erhalten und auszubauen. Darüber hinaus müssen die Flächenpotenziale in deutschen Gewässern voll ausgeschöpft werden. Es sollte bei Nutzungskonflikten um pragmatische und klimaschutzfreundliche Lösungen gehen, nicht zuletzt im Sinne des Umweltschutzes. Es gilt zudem, einen Ausbau-Stau am Ende des Jahrzehnts zu vermeiden, der zu Engpässen in der Lieferkette führen könnte und die Kapazitätsplanung der Industrie vor Herausforderungen stellen würde – zumal auch andere Märkte ihre Ausbauziele erhöht haben.

Die schnelle Umsetzung innovativer Konzepte kann ebenfalls dabei helfen, die höheren Ziele zu erfüllen. Hierzu zählt, bei den Offshore-Wind-Netzanbindungen schon früher als bisher geplant mit dem Bau der Systeme mit 2 Gigawatt (GW) zu beginnen. Das Potenzial deutscher Gewässer muss voll ausgeschöpft werden, und auch europäische Lösungen wie grenzübergreifende Projekte sind hilfreich, um ausreichend Erzeugung zu erlangen. Dies erhält und schafft qualifizierte Arbeitsplätze in der Wertschöpfungskette im gesamten Bundesgebiet.

Flächen für grünen Wasserstoff ausschreiben

Die Bundesregierung sollte frühzeitig klären, welchen zusätzlichen Offshore-Wind-Ausbaubedarf das auf 10 GW erhöhte Ziel für die Elektrolysekapazität für grünen Wasserstoff notwendig macht. Diese Flächen sollten ebenfalls umgehend lokalisiert und zügig ausgeschrieben werden. Der Regulierungsrahmen für grünen Wasserstoff bedarf gemeinsam abgestimmter Vorgaben in Deutschland und Europa, um den Markthochlauf der grünen Wasserstoffwirtschaft wirtschaftlich möglich zu machen.

Wichtig für den mittel- bis langfristigen Ausbau der Windenergie auf See ist die entsprechende Infrastruktur. Dazu zählt auch der koordinierte Ausbau der Strom- und Gasnetze für die Erzeugung von grünem Wasserstoff in Nord- und Ostsee.

Genehmigungshemmnisse abbauen: Behörden personell verstärken, Verfahren beschleunigen

Die für den Ausbau der Offshore-Windenergie zuständigen Behörden müssen zügig personell verstärkt werden, um dem stark beschleunigt geplanten Ausbau gerecht werden zu können. Gleichzeitig ist es bei personellen Engpässen sinnvoll, auch auf externe Expertise zu bauen. „Hilfreich könnte auch die Einrichtung einer zentralen Koordinationsstelle sein, welche alle notwendigen Referate und Zuständigkeiten für die beteiligten Behörden an einen Tisch bringt“, sagen die Branchenorganisationen. „Die Bereiche Flächenplanung und -nutzung, Arten- und Umweltschutz, Netzausbau und die Regularien für den Bau und Betrieb eines Offshore-Windparks sollten künftig besser aufeinander abgestimmt werden.“

Dem Fachkräfte-Engpass entgegenwirken

Um für den geplanten langfristigen Ausbau der Offshore-Windenergie über die notwendigen Fachkräfte zu verfügen, müssen die einschlägigen Studienangebote optimiert sowie Aus- und Weiterbildungsangebote unterstützt und beworben werden.

Über die jährlichen Zahlen „Status des Offshore-Windenergieausbaus in Deutschland“

In der Analyse der Deutschen WindGuard werden seit 2012 die Ausbauzahlen für die Windenergie auf See gesondert von jenen der Windenergie an Land erhoben. Die Auftraggeber sind der Bundesverband WindEnergie (BWE), der Bundesverband der Windparkbetreiber Offshore e.V., die Stiftung Offshore-Windenergie, der VDMA Power Systems und der WAB e.V.

Als Mitglied im Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) vertritt der BWE mit seinen über 20.000 Mitgliedern die gesamte Windenergiebranche. Gemeinsam sorgen die im deutschen Maschinenbau verankerte Zulieferer- und Herstellerindustrie, Projektierer, spezialisierte Rechtsanwälte, die Finanzbranche sowie Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Bau, Service/Wartung sowie Speichertechnologien, Stromhändler, Netzbetreiber und Energieversorger dafür, dass der BWE zu allen Fragen rund um die Windenergie erster Ansprechpartner für Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Medien ist.

Der Bundesverband der Windparkbetreiber Offshore (BWO) vertritt alle Unternehmen, die in Deutschland Offshore-Windparks planen, errichten und betreiben. Der BWO ist der zentrale Ansprechpartner für Politik und Behörden auf Bundesebene zu allen Fragen der Offshore-Windkraft.

Die gemeinnützige Stiftung der deutschen Wirtschaft zur Nutzung und Erforschung der Windenergie auf See wurde 2005 auf Initiative der Branche und unter Moderation des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gegründet. Ziel der Stiftung ist es, die Rolle der Offshore-Windenergie im Energiemix der Zukunft in Deutschland und Europa zu festigen und ihren Ausbau im Interesse von Umwelt- und Klimaschutz voranzutreiben.

VDMA Power Systems ist ein Fachverband des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA e.V. Der Fachverband vertritt im In- und Ausland die Interessen der Hersteller von Windenergie- und Wasserkraftanlagen, Brennstoffzellen, thermischen Anlagen und Speichern. Für sie alle dient VDMA Power Systems als Informations- und Kommunikationsplattform für alle Themen der Branchen wie Energiepolitik, Gesetzgebung, Marktanalysen, Messen, Normung, Standardisierung sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Die WAB mit Sitz in Bremerhaven ist bundesweiter Ansprechpartner für die Offshore-Windindustrie, das Onshore-Netzwerk im Nordwesten und fördert die Produktion von „grünem“ Wasserstoff aus Windstrom. Dem Verein gehören rund 250 kleinere und größere Unternehmen sowie Institute aus allen Bereichen der Windindustrie, der maritimen Industrie sowie der Forschung an.

(Pressemeldung vom 13.01.2022)
Quelle: Bundesverband WindEnergie e.V. | Foto: BWE e.V.
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