Gesellschaft

26. Grundwasser-Workshop rückt Grundwasserqualität in den Fokus

11.10.2021

Niedersachsen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und VerkehrNorden: Wie kann auch in Zukunft genug Grundwasser in ausreichender Qualität zur Verfügung stehen? Mit dieser Frage beschäftigte sich der 26. Niedersächsische Grundwasser-Workshop. Die Fachveranstaltung, die pandemiebedingt bereits zum zweiten Mal als Webkonferenz durchgeführt wurde, traf auf großes Interesse der mehr als 280 Teilnehmenden aus Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz. Im Fokus der Debatte standen die Belastungssituation des Grundwassers, vorhandene Handlungsbedarfe und die Düngegesetzgebung.

26. Grundwasser-Workshop rückt Grundwasserqualität in den Fokus

Grafik: NLWKN

Gleich zu Beginn der vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) organisierten Fachveranstaltung unterstrich Umweltminister Olaf Lies die gestiegene Bedeutung dieser Fragestellung und warb für eine breite Zusammenarbeit bei der Bewältigung: „Die Erfahrungen aus dem Niedersächsischen Weg zeigen, dass auf der einen Seite die Herausforderungen groß, aber auf der anderen Seite Lösungen möglich sind. Wir setzen hier auf den Dialog statt Konfrontation, um am Ende bessere Ergebnisse für die Qualität unseres Grundwassers zu erreichen: Dabei loten wir in einem beständigen Prozess aus, welche Lösungen möglich und welche Veränderungen oder Einschränkungen nötig sind."

26. Grundwasser-Workshop rückt Grundwasserqualität in den Fokus

Foto: Die angereisten Referenten Falk Hilliges (UBA, 1.v.l.), Maik Uhlen (HWW, 2.v.l.), Dieter De Vries (NLWKN, 4.v.l.), Dr. Michaela Schmitz (BDEW, 7.v.l.) und Dr. Romuald Buryn (8.v.l.) wurden von Direktorin Anne Rickmeyer und Stefanie Gudat empfangen.  Foto: Quelle Pressemeldung 08.10.2021,Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

Dass in der Tat enormer Handlungsbedarf besteht, um die Ziele der Nitrat-Richtlinie und der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zu erreichen, betonten auch NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer und die neue Geschäftsbereichsleiterin für Wasserwirtschaft und Strahlenschutz im NLWKN, Stephanie Gudat: „Neben Stickstoff belasten Pflanzenschutz- und Arzneimittel zunehmend und durch Messungen nachweisbar die Qualität von Grundwasser und Oberflächengewässern".

Sowohl die von Referent Falk Hilliges vom Umweltbundesamt vorgestellten Ergebnisse des Nitratberichts 2020 als auch die Ergebnisse der aktuellen Bewertung gemäß WRRL auf der Grundlage des NLWKN-Überblicksmessnetzes kommen zu dem Befund, dass die im Rahmen der WRRL vorgegebenen Ziele aufgrund der sehr hohen Nitratgehalte im Grundwasser und der Stickstoffüberschüsse aus der Landwirtschaft in 2027 kaum zu erreichen sind.

„Die aktuell durch die EU-Kommission in Kritik stehende Düngeverordnung muss deshalb deutlich angepasst werden, um eine wirksame und nachhaltige Reduzierung dieser Stickstoffüberschüsse sicherzustellen", fasste Hubertus Schültken von der NLWKN-Betriebsstelle Hildesheim, der auch in diesem Jahr wieder durch die Veranstaltung führte, die Ergebnisse der Diskussion zusammen.

Hierzu gehören nach Ansicht der Experten insbesondere eine umfassende Dokumentation und Bereitstellung der Bewirtschaftungsdaten, ein effizientes Wirkungsmonitoring und die Definition der guten fachlichen Praxis als rechtliche Vorgabe. Vertreter der Wasserversorgungswirtschaft unterstrichen im Rahmen des Fachforums ihre Forderung nach einer Erhöhung des Fördermittelbudgets aus der Wasserentnahmegebühr. Sie sei Voraussetzung einer zielgerichteten und standortbezogenen Maßnahmenumsetzung im Kooperationsmodell.

„Die heutige Debatte hat gezeigt: Aufgrund der enormen Probleme, die zu bewältigen sind, erwarten die Akteure zeitnah klare rechtliche Vorgaben seitens der Politik, um die notwendigen Maßnahmen zum Abbau der Stickstoffüberschüsse umsetzen zu können", so Hubertus Schültken.

 

Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz 

(Pressemeldung vom 08.10.2021)
Quelle: Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz  | Foto: Niedersachsen
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