Wirtschaft
E.ON Hanse: Einspeisung regenerativ erzeugter Wärme ins Netz
Mittwoch, der 6.Juli 2011
E.ON Hanse: Einspeisung regenerativ erzeugter Wärme ins Netz

Hamburg: Ein europaweit einmaliges Projekt zur Einspeisung regenerativ erzeugter Wärme in ein öffentliches Wärmenetz hat die E.ON Hanse Wärme in Hamburg gestartet. „Wir zeigen mit diesem Projekt, dass es nicht nur sinnvoll und möglich ist, Strom regenerativ zu erzeugen und ins Netz einzuspeisen, sondern eben auch Wärme“, erläutert Karl-Friedrich Henke, technischer Geschäftsführer der E.ON Hanse Wärme. Hierzu hat das Unternehmen rund sieben Millionen Euro investiert. Das Bundesministerium für Umwelt förderte das Projekt mit einer Anteilsfinanzierung. Der Wärmespeicher der Solarsiedlung Karlshöhe wurde dabei zu einem Multifunktionsspeicher umgebaut und in das Wärmeverbundnetz Ost der E.ON Hanse Wärme GmbH integriert. Zusammen mit dem neuen Speicher wurde ein neues Netznutzungskonzept entwickelt, bei dem auch Solarwärme eine Rolle spielen soll. „Wir solarisieren unser Netz“, bringt es Karl-Friedrich Henke auf den Punkt und ergänzt: „Wir öffnen unser Netz für die solarthermische Wärme, die unsere Kunden auf ihren Dächern produzieren.“

Mit der Einspeisung solarer Wärme in ein Fernwärmenetz dieser Größe betritt E.ON Hanse Wärme Neuland. Schon bei seiner Errichtung vor knapp 15 Jahren war der Solarspeicher die erste Anlage dieser Art in Deutschland. Damals war das Ziel, die Wärme der Solarsiedlung Karlshöhe zu speichern. Allerdings wies der alte Speicher einige technische Schwächen auf. „Aus den Überlegungen über eine langfristige Verwendungsmöglichkeit entstand das Projekt ‚Multifunktionsspeicher‘, das zu 40 Prozent mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt gefördert wird“, erläutert Karl-Friedrich Henke.

Der Speicher wurde mittels einer Edelstahl-Auskleidung vollständig saniert und mit einer neuen 20 Zentimeter dicken Wärmedämmung versehen. Hierzu gab es in der ausgeführten Größenordnung von 4.000 m³ Fassungsvermögen weltweit noch kein Beispiel, so dass die Sanierung – wie schon der Bau vor 15 Jahren – im Stand der Wissenschaft erfolgte. Durch die Einbindung des Speichers in das Fernwärmenetz kann nicht nur die solarthermische Wärme der Solarsiedlung in Hamburg Bramfeld gespeichert werden, sondern auch die Wärme, die in der Müllverbrennungsanlage in Stapelfeld und in Blockheizkraftwerken für das Netz erzeugt wird. Darüber hinaus bietet sich durch die Anbindung in das Netz die Möglichkeit weitere solarthermische Anlagen in den Kreislauf einzubinden.
Betreiber solarthermischer Anlagen mit mindestens 100 m² Kollektorfläche können ihre Wärme ins Netz einspeisen. Der Einspeiser bleibt im Besitz der Wärme, E.ON Hanse Wärme fungiert nicht als Abnehmer, sondern stellt lediglich sein Netz inklusive Speicher zur Verfügung. So kann der Einspeiser seine Wärme wieder entnehmen, wenn sie gebraucht wird und spart sich die Anschaffung eines eigenen Speichers und der komplexen Regelungstechnik. Für die Bereitstellung der Infrastruktur berechnet E.ON Hanse Wärme ein Systementgelt.
 
Der Multifunktionsspeicher ist mit einem neuen Hochdruck-Rohrnetz ab Anschlusspunkt Bekassinenau mit dem Wärmeverbundnetz Hamburg-Ost der E.ON Hanse Wärme GmbH verbunden. Dieses umfasst zurzeit 13 Arealnetze und vier Gewerbegebiete mit bis zu 400.000 MWh Jahreswärmebedarf. Dies entspricht einem Wärmebedarf von etwa 50.000 Wohneinheiten. Die vorhandenen solarthermischen Anlagen der Siedlung Karlshöhe werden im Moment saniert und sollen im Sommer ans Netz gehen. Außerdem installiert E.ON Hanse Wärme im Heizwerk Busbrookhöhe eine Demonstrationsanlage. Ziel ist es, gemeinsam mit den Kunden bis zu 20.000 m2 Solarkollektorfläche an das Netz zu nehmen.
 
Die Beladung mit Wärme und die Entladung des Speichers erfolgen mit Pumpen und Wärmeaustauschern, die im Keller eines benachbarten Heizhauses installiert sind. Mit je 10 MW Be- und Entladeleistung kann mehrere Tage Volllast Wärme gespeichert oder an das Netz abgegeben werden.
 
Gespeichert werden soll: 

• Wärme aus solarthermischen Anlagen im Sommer 

• Wärme aus Blockheizkraftwerken im Netzgebiet, um den Strom bedarfsabhängig, aber witterungsunabhängig zu produzieren 

• Wärme aus KWK-Anlagen der MV Stapelfeld, um die Bezugskennlinie zu glätten 

• Wärme aus anderen Quellen, z.B. aus erneuerbaren Energien und Industrieabwärme

Im Rahmen eines Pilotprojekts entwickelte die SAGA GWG als Projektpartnerin neuartige Warmwasserbereitungen zur Restwärmenutzung, die in vier baugleichen Gebäuden in der Thomas-Mann-Straße demonstriert werden. (Pressemeldung vom 01.07.2011)
Quelle: E.ON Hanse AG | Foto. E.ON Hanse AG nordicmarket
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