Hamburg: Ein europaweit einmaliges Projekt zur Einspeisung regenerativ erzeugter Wärme in ein öffentliches Wärmenetz hat die E.ON Hanse Wärme in Hamburg gestartet. „Wir zeigen mit diesem Projekt, dass es nicht nur sinnvoll und möglich ist, Strom regenerativ zu erzeugen und ins Netz einzuspeisen, sondern eben auch Wärme“, erläutert Karl-Friedrich Henke, technischer Geschäftsführer der E.ON Hanse Wärme. Hierzu hat das Unternehmen rund sieben Millionen Euro investiert. Das Bundesministerium für Umwelt förderte das Projekt mit einer Anteilsfinanzierung. Der Wärmespeicher der Solarsiedlung Karlshöhe wurde dabei zu einem Multifunktionsspeicher umgebaut und in das Wärmeverbundnetz Ost der E.ON Hanse Wärme GmbH integriert. Zusammen mit dem neuen Speicher wurde ein neues Netznutzungskonzept entwickelt, bei dem auch Solarwärme eine Rolle spielen soll. „Wir solarisieren unser Netz“, bringt es Karl-Friedrich Henke auf den Punkt und ergänzt: „Wir öffnen unser Netz für die solarthermische Wärme, die unsere Kunden auf ihren Dächern produzieren.“
Mit der Einspeisung solarer Wärme in ein Fernwärmenetz dieser Größe betritt E.ON Hanse Wärme Neuland. Schon bei seiner Errichtung vor knapp 15 Jahren war der Solarspeicher die erste Anlage dieser Art in Deutschland. Damals war das Ziel, die Wärme der Solarsiedlung Karlshöhe zu speichern. Allerdings wies der alte Speicher einige technische Schwächen auf. „Aus den Überlegungen über eine langfristige Verwendungsmöglichkeit entstand das Projekt ‚Multifunktionsspeicher‘, das zu 40 Prozent mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt gefördert wird“, erläutert Karl-Friedrich Henke.
• Wärme aus solarthermischen Anlagen im Sommer
• Wärme aus Blockheizkraftwerken im Netzgebiet, um den Strom bedarfsabhängig, aber witterungsunabhängig zu produzieren
• Wärme aus KWK-Anlagen der MV Stapelfeld, um die Bezugskennlinie zu glätten
• Wärme aus anderen Quellen, z.B. aus erneuerbaren Energien und Industrieabwärme
Im Rahmen eines Pilotprojekts entwickelte die SAGA GWG als Projektpartnerin neuartige Warmwasserbereitungen zur Restwärmenutzung, die in vier baugleichen Gebäuden in der Thomas-Mann-Straße demonstriert werden. (Pressemeldung vom 01.07.2011)
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