Wirtschaft
Billig-Entsorgung für EWN-Kernkraftwerk ist kompletter Quatsch
Donnerstag, der 26.April 2012
Lubmin: Die Energiewerke Nord weisen die Behauptung von Spiegel Online, man plane eine „Billig-Entsorgung“ des Kernkraftwerkes, mit Nachdruck zurück. „Das ist völlig haltlos und einfach nur Quatsch“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Henry Cordes. „Es geht darum, unsere Mitarbeiter, die im Rückbau unserer Kernkraftwerke Hand anlegen müssen, so weit wie möglich vor Strahlenbelastung zu schützen. Deshalb überlegen wir, die schwache Reststrahlung in den ehemaligen Kraftwerksgebäuden kontrolliert und auf natürlichem Wege abklingen zu lassen, bevor wir sie dann in ca. 50 Jahren abreißen. Das gehört zum vorbeugenden Gesundheitsschutz für unsere Leute, und Gesundheit hat Vorrang“, so Cordes weiter.
In diesem Rahmen sei natürlich auch die Wirtschaftlichkeit abgeprüft worden. „Wir sind ja nicht der billige Jakob der Entsorgung. Wir gehen sehr verantwortungs-bewusst mit dem Geld des Steuerzahlers um. Wir wissen genau: Wirtschaftlich ist auf Dauer nur das, was sicher ist.“
Vor diesem Hintergrund hat die EWN ihre Überlegungen den Behörden im Land Mecklenburg-Vorpommern und im Bund zur Bewertung vorgestellt. Die Erörterungen hierzu sind noch nicht abgeschlossen.
Die EWN GmbH ist ein bundeseigenes Unternehmen mit folgenden Aufgaben:
- Stilllegung und Abbau der Kernkraftwerke Greifswald und Rheinsberg
- Sicherer Betrieb des Zwischenlagers Nord
- Entwicklung des Industrie- und Gewerbegebietes “Lubminer Heide”.
Weitere Projekte, bei denen die EWN GmbH ihr Know-how verwertet:
- Entsorgung von 120 stillgelegten russischen Atom-U-Booten in Murmansk
- Stilllegung und Abbau des Versuchsreaktors AVR in Jülich (NRW)
- Rückbau von nuklearen Anlagen und Betrieb der Hauptabteilung Dekontaminationsbetriebe in Karlsruhe (BW)
Seit 2008 besitzt die EWN GmbH 25 % der Gesellschafteranteile der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe mbH (DBE). (Pressemeldung vom 25.04.2012)
Quelle: EWN Energiewerke Nord | Foto: EWN Energiewerke Nord
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