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Glücksspielregulierung: Schleswig-Holsteins Lösung ökonomisch von Vorteil
Montag, der 23.April 2012
Kiel: Nur wenn Spieler im regulierten Markt ihr Glück versuchen, kann ein Glücksspielstaatsvertrag überhaupt eine Wirkung entfalten. Setzen die Spieler hingegen ihre Euros bei nicht-lizenzierten Anbietern mit Sitz in Steueroasen wie Gibraltar oder Malta ein, bringen die beste Suchtprävention und der erträglichste Steuersatz nichts.
So lautet das Fazit der IfW-Wissenschaftler Ulrich Schmidt und Katharina Lima de Miranda, die in einem aktuellen Kiel Policy Brief die beiden Glücksspielverträge – Schleswig-Holsteins Lösung und den Vorschlag der anderen Bundesländer – auf ökonomischer Ebene vergleichen.
Steuereinnahmen und Eindämmung der Spielsucht sind hierbei die vorrangigen Ziele einer Regulierung. Beide Lösungen arbeiten mit unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen (Rohertragssteuer in SH und Wetteinsatzsteuer in den restlichen Bundesländern) und konsequenterweise auch mit unterschiedlichen Steuersätzen. Der direkte Vergleich zeigt jedoch, dass die Besteuerung in Schleswig-Holstein generell niedriger ist und dadurch den Wettbewerbsnachteil gegenüber nicht-lizenzierten Anbietern verringert und potenziell mehr Spieler in den regulierten Markt lockt. Dies führt dort dann zu mehr Wetteinsätzen und damit trotz des geringeren Steuersatzes zu höheren Steuereinnahmen. Zudem schließt Schleswig-Holstein zusätzlich zu Sportwetten auch Online-Poker und Online-Casinos in den Vertrag mit ein. Gerade diese Form des Glücksspiels war in Deutschland beispielsweise im Jahr 2010 deutlich ertragsstärker als die Sportwetten. Eine Besteuerung der Wetteinsätze wie in den restlichen Bundesländern ist für die Online-Casino und Online-Poker Angebote, die eine hohe Einsatzfrequenz erfordern, generell ungeeignet, da die Besteuerung sehr hoch werden würde. Daher ist auch eine nachträgliche Erweiterung auf diese Form des Glückspiels nicht möglich.
Der Glücksspielstaatsvertrag der restlichen Bundesländer bietet generell das umfangreichere Paket zur Suchtprävention an. Da bisher aber rund 90 Prozent des Glückspiels auf dem nicht-regulierten Markt stattfindet, ist es unwahrscheinlich, dass diese Maßnahmen den Spielern zugutekommen, wenn der lizenzierte Markt nicht attraktiver wird – wie es die schleswig-holsteinische Lösung ermöglicht.(Pressemeldung vom 29.03.2012)
Quelle: Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW) | Foto: IfW
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