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GfK: Smartphone-Nachfrage auf Höchststand, deutlicher Anstieg beim durchschnittlichen Verkaufspreis
Mittwoch, der 26.Juli 2017
GfK: Smartphone-Nachfrage auf Höchststand, deutlicher Anstieg beim durchschnittlichen Verkaufspreis
Nürnberg: Die weltweite Smartphone-Nachfrage lag im zweiten Quartal 2017 bei 347 Millionen Geräten. Das entspricht einem Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Schwellenländer Asiens waren mit einem Anstieg um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr treibende Kraft für das Nachfragewachstum, gefolgt von Mittel- und Osteuropa mit elf Prozent und Lateinamerika mit zehn Prozent. Der Marktwert erhöhte sich aufgrund des steigenden durchschnittlichen Verkaufspreises um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr.
 
Arndt Polifke, Global Director für Telekommunikation bei GfK, erklärt: "Wir haben im zweiten Quartal dieses Jahres eine Rekordnachfrage nach Smartphones verzeichnet. Der Wunsch, ein Smartphone zu besitzen, ist weltweit also ungebrochen – trotz Sättigung in einigen Märkten. Dies manifestiert sich je nach Region in höchst unterschiedlicher Weise. Die Hersteller versuchen permanent die Produkte noch attraktiver zu gestalten und so letztendlich den durchschnittlichen Verkaufspreis zu steigern."
 
Yotaro Noguchi, Product Lead bei GfKs Trends and Forecasting-Division, ergänzt: "Die Verbraucher sind bereit, mehr für ihr Smartphone zu bezahlen, weil sie stets nach der besten Benutzererfahrung suchen. GfK prognostiziert, dass die Smartphone-Nachfrage trotz der inzwischen hohen Verbreitungsquote im Markt auch im Jahr 2018 weiter zulegen wird, da die Smartphone-Anbieter mit ständig neuen Innovationen die Austauschzyklen kurz halten.“
 
Westeuropa: Nachfrage sinkt das dritte Quartal in Folge 
Die Smartphone-Nachfrage belief sich im zweiten Quartal 2017 auf insgesamt 28,7 Millionen Einheiten. Das sind drei Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Damit ist die Entwicklung seit nunmehr drei Quartalen in Folge rückläufig. Grund dafür ist eine Sättigung in den größten Märkten Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Dort sank die Nachfrage um vier Prozent, fünf Prozent und sieben Prozent. GfK erwartet allerdings, dass wichtige neue Produktvorstellungen im vierten Quartal dazu beitragen werden, den Rückgang für das Gesamtjahr auf  0,4 Prozent abzumildern.
 
Mittel- und Osteuropa: Wachstum und positive Aussichten
Die Region erholt sich weiterhin gut und konnte mit 18,7 Millionen Smartphones für das zweite Quartal 2017 einen Anstieg von 11 Prozent zum Vorjahresquartal verbuchen. Mit zunehmender Stabilisierung der politischen Lage und einer Erholung des Verbrauchervertrauens in Russland sowie der Ukraine haben beide Märkte ein starkes Wachstum gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. In Russland stieg die Nachfrage im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent, in der Ukraine um 22 Prozent. GfK korrigiert seine Prognose für die Smartphone-Nachfrage in dieser Region mit 85,2 Millionen für 2017 leicht nach oben. Das entspricht einem Anstieg von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr.
 
Nordamerika: Willkommener Umschwung in Richtung Wachstum 
Hier wuchs der Markt im zweiten Quartal, nach rückläufiger Nachfrage im ersten Quartal, nun um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 47,4 Millionen Einheiten. GfK prognostiziert die Smartphone-Nachfrage in der Region für 2017 auf insgesamt 203 Millionen Einheiten. Das entspricht einem Anstieg von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.
 
Lateinamerika: Wachsende Nachfrage trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten 
Die Smartphone-Nachfrage in der Region stieg im zweiten Quartal 2017 um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 27 Millionen Einheiten an. Diese Entwicklung wird vor allem durch den Nachholbedarf für Smartphones in Brasilien vorangetrieben. Trotz des unsicheren politischen und wirtschaftlichen Umfelds stieg der Smartphone-Absatz im zweiten Quartal um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Die GfK-Prognose für Lateinamerika bleibt optimistisch und geht für 2017 von einer um rund sieben Prozent höheren Nachfrage nach Smartphones gegenüber dem Vorjahr aus.
 
Naher Osten und Afrika: Makroökonomische Schwäche belastet Wachstum 
Die Smartphone-Nachfrage belief sich auf 42,2 Millionen Einheiten, ein Anstieg von nur einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das verlangsamte Wachstum ist primär auf die makroökonomische Schwäche in der Region und die Marktsättigung im Nahen Osten zurückzuführen. Insbesondere Ägypten leidet derzeit unter einer sehr hohen Inflation. Die Nachfrage ging hier im zweiten Quartal um vier Prozent zurück, und GfK prognostiziert einen Rückgang von zehn Prozent im Jahr 2017. Für die gesamte Region geht GfK geht davon aus, dass die Nachfrage für Smartphones im Jahr 2017 um fünf Prozent steigen wird. Wachstum wird vor allem für die Länder der Sub-Sahara-Region und dem Süden Afrikas prognostiziert, wo Smartphones noch nicht besonders stark verbreitet sind.
 
China: Markt bleibt auf unverändertem Niveau 
Die Smartphone-Nachfrage in China blieb im zweiten Quartal 2017 mit 110,1 Millionen Einheiten im Jahresvergleich unverändert. Grund für die moderat wachsende Nachfrage ist ein weitgehend gesättigter Markt. Gleichzeitig treiben jedoch, wie auch in anderen Regionen, neue hochpreisige Produkte den Marktwert in die Höhe. GfK prognostiziert die Smartphone-Nachfrage in China für 2017 auf insgesamt 461 Millionen Einheiten, ein Anstieg von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Wertzuwachs (in USD) wird mit voraussichtlich elf Prozent im Jahresvergleich deutlich höher ausfallen.
 
Industrieländer Asien*: Südkorea-Zahlen wirken sich negativ auf die Region aus  
Die Gesamtnachfrage nach Smartphones belief sich im zweiten Quartal auf 16,1 Millionen Einheiten und lag damit um drei Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der rückläufige Absatz in Südkorea, das im vergangenen Jahr ein beeindruckendes Wachstum verzeichnen konnte, glich die höhere Nachfrage in Japan (plus 12 Prozent) und Australien (plus neun Prozent) gegenüber dem Vorjahr aus. GfK erwartet für das zweite Halbjahr 2017 eine leicht positive Nachfrage in der Region und ein um ein Prozent niedrigeres Jahresergebnis. Dies entspricht 73,1 Millionen Einheiten.
 
Schwellenländer Asien*: Region mit dem voraussichtlich stärksten Wachstum für 2017 
Die Smartphone-Nachfrage in der Region betrug 56,7 Millionen Einheiten, ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bangladesch und Malaysia erwiesen sich dabei als die Hauptwachstumsmotoren. In Bangladesch stieg die Nachfrage nach Smartphones im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent. Malaysia verzeichnet nach dem Einbruch von 2015 eine stetige Erholung. Die Nachfrage im zweiten Quartal wuchs um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Smartphone-Absatz in Indien zeigte sich nach einer leichten Abflachung auf 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr auch im zweiten Quartal beständig. GfK erwartet, dass die kürzlich angekündigte Steuer auf Waren und Dienstleistungen (Goods and Services Tax, GST) keine Auswirkungen auf die Smartphone-Nachfrage im Land haben wird und geht für 2017 von insgesamt 234 Millionen Einheiten für die Region aus. Das entspricht einer Steigerung von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr und steht, gemessen an allen Regionen, für das stärkste Wachstum im Jahr 2017.
 
Zur Studie - Diese Veröffentlichung basiert auf den endgültigen GfK Point of Sales-Daten für April und Mai sowie auf Schätzwerten für Juni auf Grundlage der wöchentlich bis zum 24. Juni 2017 erhobenen Daten.
 
Die GfK-Prognose gründet sich auf die tatsächlichen getätigten Einkäufe der Endverbraucher und nicht auf die über die Hersteller ausgelieferten Einheiten. Die Marktgrößen basieren auf Point-of-Sale (POS) Tracking in mehr als 75 Märkten mit wöchentlichen beziehungsweise monatlichen Updates. Für die USA nutzt GfK keine Handelsdaten, sondern eigene Markt- und Konsumforschungsmethoden, um Marktprognosen zu erstellen. Die Werte basieren auf nichtsubventionierten Einzelhandelspreisen. Die Daten sind vierteljährlich verfügbar, der nächste Datensatz wird im Oktober 2017 bereitgestellt.
 
Nordamerika-Zahlen: GfK hat sein Smartphone-Prognosemodell für die USA, insbesondere für nicht erfasste Segmente des Marktes, neu kalibriert (einschließlich kleinere Mobilfunkanbieter, MVNOs und proprietäre Kanäle wie zum Beispiel Läden, die sich im Besitz der Hersteller befinden). GfK war bislang davon ausgegangen, dass der Mix nichterfasster Smartphone-Verkäufe mit zunehmendem Marktanteil der großen Mobilfunkanbieter abnehmen werde, hat jedoch nach Analyse aller der von Carriern gemeldeten Wholesale-Anschlüsse festgestellt, dass sich der nichterfasste Segmentmix tatsächlich sogar weiter erhöht hat. GfK wird den US-Markt in Zukunft durch Auswertung von Carrier-Kennzahlen wie Netto-Neukunden, Abwanderungsquoten und Mobilgerät-Upgrades bemessen. (Pressemeldung vom 25.07.2017)
Quelle: GfK SE | Foto: GfK SE
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