Wirtschaft
HPA schließt Ideenwettbewerb für Steinwerder-Süd ab - Gewinner: China Communications Construction Company Ltd.
Freitag, der 14.Juli 2017
HPA schließt Ideenwettbewerb für Steinwerder-Süd ab - Gewinner: China Communications Construction Company Ltd.
Hamburg: Ob Logistik, Umschlag, Industrie, Erlebnis oder Zukunftstechnologie: Mit vielfältigen Ideen für eine zukunftsorientierte Nutzung der Hafenfläche Steinwerder-Süd haben sich in den vergangenen Monaten Unternehmen und Forschungseinrichtungen an einem internationalen Ideenwettbewerb der Hamburg Port Authority (HPA) beteiligt. Die Idee, eine Kombination aus einem e-Logistik-Hub und einem automatisierten Container-Terminal auf dem zentralen Areal im Hamburger Hafen zu entwickeln, entsprach dabei am meisten den umfangreichen Wettbewerbskriterien, die neben der Realisierbarkeit vor allem die Finanzierungsansätze, die Schaffung von dauerhaften Arbeitsplätzen und die Entwicklung des Gesamtgebiets Steinwerder im Fokus hatten. Die umfangreichen Anregungen aus den Konzepten werden nun in die weitere Entwicklung des mittleren Hafens einfließen. Das bedeutet nicht, dass die prämierten Entwürfe letztendlich 1:1 umgesetzt werden müssen. Bei den Konzepten handelt es sich um Ideenbeiträge für die Zukunft von Steinwerder-Süd, die nun Bestandteil eines transparenten und diskriminierungsfreien Verfahrens sind. Letztlich wird die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation als zuständige Behörde über diese wichtigen Weichenstellungen entscheiden. Dabei gilt es, die Wettbewerbsposition des Hamburger Hafens langfristig zu sichern und zu stärken.
 
Beteiligen konnten sich an dem Wettbewerb Vertreter aller denkbaren Branchen. Das 42 Hektar große Areal bietet Potenzial für bis zu 1100 Meter Kaimauer mit drei Liegeplätzen für große Schiffe sowie die Herstellung von Terminalflächen im Oderhafen und neuer Wasserflächen als Manövrierraum. Insgesamt waren zwölf Teilnahmebeiträge eingegangen, acht erfüllten die Teilnahmevoraussetzungen und wurden von einer unabhängigen Jury bewertet.
 
„Ich möchte mich bei allen Teilnehmern für ihre Beiträge herzlich bedanken. Sie haben ein breites Spektrum an kreativen Ideen eingereicht, wie der Hamburger Hafen zukunftsorientiert wachsen kann“, sagt Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority. Die Vorschläge reichen von Projekten zur E-Mobilität über ein Multi-User-Terminal bis hin zu einer 3D-Druck-Fabrik. „Die Vielfalt der Ideen bestätigt, dass die Fläche in Steinwerder-Süd viel Potenzial für die weitere Entwicklung des Hamburger Hafens bietet“, so Meier.
 
Automatisierter Container-Terminal mit Logistik-Park
Zum Sieger des Ideenwettbewerbs kürte die Jury den Beitrag der ZPMC Germany GmbH/CCCC (China Communications Construction Company Ltd.). Vor dem Hintergrund der „One Belt – One Road“-Initiative zum Aufbau eines interkontinentalen Infrastruktur-Netzes zwischen Europa und China, sieht der Entwurf vor, eine Kombination aus einem e-Logistik-Hub und einem automatisierten Container-Terminal in Steinwerder-Süd zu errichten. Bestandteile der Ideenskizze sind ein automatisierter Container-Terminal, ein Logistik-Park mit integriertem e-Hub und smarten, automatisierten Lagerhallen.
 
Short Sea Terminal mit Kühllogistik-Lager
Die Zweitplatzierung sicherte sich der Entwurf des Hamburger Unternehmens C. Steinweg (Süd-West Terminal) GmbH & Co. KG in Zusammenarbeit mit Rotterdam Short Sea Terminals B.V. Als Hauptnutzung des Areals sehen die Teilnehmer den Aufbau eines Hamburger Short Sea Terminals vor.
 
Dieser wäre vergleichbar mit einem bereits erfolgreich von der Steinweg-Gruppe betriebenen Terminal in Rotterdam. Die Anlage könnte laut der Ideenskizze eine Kapazität von 400.000 Containern (720.000 TEU) haben und durch das Konzept helfen, viele intereuropäische LKW-Fahrten zu vermeiden. Als weitere Nutzung der landseitigen Fläche könnten ein Kühllogistik-Lager und eine Produktionshalle errichtet werden.
 
Gemeinsame Nutzung von Infra- und Suprastruktur
Einen Innovationspreis verlieh die Jury an den Beitrag der Arbeitsgemeinschaft Hamburger Lagerhalter und Quartiersleute GbR. Das Flächennutzungskonzept trägt den Titel „Cluster of Commodities“. Ziel ist die Bündelung der Hamburger Nahrungs- und Genussmittellogistik mit gemeinsamer Nutzung von Infra-/Suprastruktur. Unter anderem sollen durch ein neu gegründetes Gemeinschaftsunternehmen Kaianlagen genutzt werden. Daneben sollen Produktionsstätten und Kühllagerhäuser entstehen. Auch die Verlegung des Großmarktes nach Steinwerder ist Teil des Konzepts. Zudem ist eine touristische Nutzung angedacht.
 
Die weiteren Beiträge legten ihre Schwerpunkte beispielsweise auf ein Betriebskonzept zur besseren Ausnutzung der Kaimauer durch verschiedene Nutzer, auf Industriefertigungen von Brücken aus 3D-Druck sowie die Herstellung von Elektromotoren.
 
Mitglieder der Jury des Ideenwettbewerbs waren Dr. Torsten Sevecke (Amtsleiter, Innovations- und Strukturpolitik, Mittelstand, Hafen; Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation), Prof. Dr. Gesa Ziemer (Professorin für Kulturtheorie und Vizepräsidentin Forschung, HafenCity Universität Hamburg), Michael Westhagemann (Vorstandsvorsitzender des Industrieverbandes Hamburg; CEO Region Nord-Deutschland, Siemens AG), Uta Stammer (Bereichsleitung Services / Projektentwicklung & Flächenmanagement / Mittelstandslotsin; HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH) und Ingo Egloff (Vorstand, Hafen Hamburg Marketing e.V.).  (Pressemeldung vom 14.07.2017)
Quelle: Hamburg Port Authority | Foto: Hamburg Port Authority
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