Wirtschaft
Telekommunikationssatellit von OHB beweist volle Funktionsfähigkeit im All
Dienstag, der 6.Juni 2017
Telekommunikationssatellit von OHB beweist volle Funktionsfähigkeit im All
Bremen: Der Anfang des Jahres gestartete Telekommunikationssatellit H36W-1 aus dem Hause OHB System AG wurde nach einer über 80 tägigen Erprobungsphase im Weltraum an den spanischen Satellitenbetreiber HISPASAT übergeben. Dies bestätigt Konzept und Design der neuen europäischen Satellitenplattform SmallGEO und zeugt gleichermaßen von der wiedererlangten Systemfähigkeit der deutschen Raumfahrtindustrie bei Telekommunikationssatelliten.
„Mit der erfolgreichen Übergabe des SmallGEO-Satelliten H36W-1 hat OHB ein wichtiges strategisches Ziel erreicht, das für die Weiterentwicklung unserer Firma von hoher Bedeutung ist. Gleichzeitig wird mit der Rückkehr zur Systemfähigkeit auch ein Teil der nationalen Raumfahrtstrategie umgesetzt“, sagte Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB System AG, anlässlich der Übergabe des Satelliten an HISPASAT. H36W-1 ist der erste Satellit, der auf der von OHB entwickelten SmallGEO-Plattform basiert. Er wurde im Rahmen eines PPP-Projektes (private-public partnership) zwischen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), OHB und HISPASAT realisiert. „Ich möchte dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), der ESA und unserem Kunden HISPASAT für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit danken. Bei der Neuentwicklung eines solchen Produkts bedarf es eines hohen Maßes an gegenseitigem Vertrauen und das schließt auch die Teams mit ein: Nur mit großem persönlichen Einsatz konnten wir alle gemeinsam diese Vision Wirklichkeit werden lassen“.
 
Dienstantritt im All
„Unser SmallGEO-Erstling hat seine volle Funktionsfähigkeit im Orbit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Damit wurde das technische Design der neuen Satellitenplattform bestätigt“, erklärte Dr. Dieter Birreck, der für H36W-1 verantwortliche Projektleiter bei der OHB System AG. Die umfangreichen In-Orbit Tests und Manöver hat der erste geostationäre Satellit des Bremer Satellitenherstellers mit Bravour bestanden. „Es war eine außergewöhnliche und intensive Teamleistung zwischen Raumfahrtindustrie, ESA und unserem Kunden. Wir geben unseren Satelliten in die sehr erfahrenen Hände von HISPASAT und wünschen alles Gute!“
 
H36W-1 wurde bereits in die Satellitenflotte von HISPASAT eingegliedert. Von seiner geostationären Position, von der sich der Name des Satelliten ableitet, über dem 36. westlichen Längengrad aus soll der Telekommunikationssatellit über einen Zeitraum von gut 15 Jahren die flexible Breitbandversorgung der Iberischen Halbinsel, der Kanarischen Inseln und Südamerikas übernehmen.
 
Erfolg für OHB und die OHB-Unternehmensgruppe
Die OHB System AG fungierte bei H36W-1 als industrielle Hauptauftragnehmerin und griff dabei auf die Expertise dreier Schwesterfirmen zurück: OHB Sweden lieferte innovative Teilsysteme für den elektrischen Satellitenantrieb und das Lage- und Orbitkontrollsystem. Luxspace stellte Telemetrie- und Telekommandoteilsysteme zur Verfügung und beteiligte sich an deren Validierung auf Satellitenebene. Luxspace trug außerdem zur Entwicklung des Satellitensimulators bei. OHB Italia lieferte die Nutzlaststeuerungseinheit und war an der Entwicklung des Thermalsteuerungsteilsystems beteiligt.
Die Wertschöpfung bei H36W-1 war auch in Deutschland hoch: OHB nahm die Tesat-Spacecom GmbH aus Backnang als Hauptauftragnehmerin für die Telekommunikationsnutzlast unter Vertrag. Die Jena Optronik GmbH wurde mit der Lieferung der Sternsensoren beauftragt. Darüber hinaus waren zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) eingebunden.
 
Die SmallGEO-Plattform: Flexibilität in der 3-Tonnen-Klasse
Mit SmallGEO hat OHB im ESA -ARTES-Programm (Advanced Research in Telecommunications Systems) eine vielseitige geostationäre Satellitenplattform entwickelt. Die Anwendungen umfassen Telekommunikation und Erdbeobachtung sowie Technologieerprobung (In-Orbit Verification). Dank modularer Bauweise kann flexibel auf Kundenbedürfnisse eingegangen werden. Beim Satellitenantrieb stehen die Varianten klassisch, hybrid und elektrisch zur Wahl. Die Startmasse der unterschiedlichen Satellitentypen bewegt sich zwischen 2.500 und 3.500 kg, wobei die jeweils erlaubte Nutzlastmasse zwischen 450 kg und 900 kg variiert. Der 3,7 x 1,9 x 2 Meter große H36W-1 wies beim Start eine Masse von 3.200 kg auf.
 
Nach der Mission ist vor der Mission
„Mit der Übergabe eines voll funktionsfähigen SmallGEO-Satelliten konnten wir einen weiteren Meilenstein in der Unternehmensgeschichte setzen. Wir sind erfolgreich am kommerziellen Markt für Telekommunikationssatelliten angekommen. Acht aktuelle SmallGEO-Satellitenprojekte belegen die Zukunftsfähigkeit der Plattform“, sagt Vorstandsmitglied Andreas Lindenthal, der das operative Geschäft des Unternehmens verantwortet. „Mit der voll elektrisch angetriebenen Konfiguration SmallGEO, die im Projekt Electra ihren ersten Antritt machen wird, haben wir die richtigen Weichen gestellt, um uns auch langfristig am kommerziellen Markt behaupten zu können.“
 
Aufgrund des geringeren Gewichts des elektrischen Antriebssystems kann diese Konfiguration deutlich mehr Nutzlast mitführen. Electra wird von OHB in einem ppp-Projekt mit ESA und dem Satellitenbetreiber SES S.A. aus Luxemburg entwickelt und realisiert. OHB Sweden wurde mit der Entwicklung und Qualifizierung des elektrischen Antriebssystems sowie mit Bereitstellung der Lageregelungssoftware betraut.
 
Weitere Projekte im klassischen Telekommunikationsbereich sind EDRS-C (Laserrelais) und Heinrich Hertz (In Orbit Verifikation zahlreicher nationaler wissenschaftlicher und technischer Innovationen sowie Satellitenkommunikation für die Bundeswehr). Die EUMETSAT-Satelliten „Meteosat Third Generation“ für Europas künftige Wettersatellitenflotte basieren ebenfalls auf der SmallGEO-Satellitenplattform.
(Pressemeldung vom 02.06.2017)
Quelle: OHB System AG | Bilder: OHB System AG
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