Wirtschaft
PETROTEC AG: Bestes Ergebnis seit dem Börsengang im Geschäftsjahr 2013
Mittwoch, der 19.März 2014
PETROTEC AG: Bestes Ergebnis seit dem Börsengang im Geschäftsjahr 2013

Borken: Die Petrotec AG (ISIN DE000PET1111), einer der größten Hersteller von abfallbasiertem Biodiesel, überwiegend aus Altspeisefett, hat im Geschäftsjahr 2013 (1. Januar bis 31. Dezember) im Konzern einen Umsatz von EUR 193 Mio. (Vorjahr: EUR 166 Mio.) erwirtschaftet. Der Konzern erzielte ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von EUR 7,5 Mio. (Vorjahr: EUR 5,3 Mio.) und ein operatives Ergebnis (EBIT - Ergebnis vor Zinsen und Steuern) in Höhe von EUR 4,9 Mio. (Vorjahr: EUR 2,9 Mio.). Der Jahresüberschuss betrug EUR 4,0 Mio. verglichen mit EUR 0,9 Mio. im Vorjahr. Das unverwässerte Ergebnis pro Aktie (EPS) beläuft sich auf EUR 0,16, im Vorjahr lag es bei EUR 0,04.

Produktionsrekord von über 138.000 t
Dank der kontinuierlichen Eindämmung von Engpässen in den Produktionsprozessen hat Petrotec einen neuen Produktionsrekord von über 138.000 t Biodiesel in den beiden deutschen Anlagen in Emden und Südlohn-Oeding erzielt und damit im Vergleich mit dem Vorjahr insgesamt einen Produktionsanstieg von über 7% erreicht. 2013 stieg die Produktionsauslastung in den Biodiesel-Anlagen von 70% auf 75%. In Spanien setzte Petrotec ihren Wachstumspfad weiter fort. Das Unternehmen hat in einem weiteren lokalen Werk die Produktion aufgenommen, um die Produktion zu diversifizieren und die lokalen Produktionskapazitäten zu erweitern. Darüber hinaus erhöhte die Gesellschaft ihre Handelsaktivitäten. Der größte Teil der Biodiesel Mengen, über die Petrotec 2013 verfügte, lieferte das Unternehmen in den deutschen Beimischungsmarkt. Petrotec bediente eine starke Nachfrage nach "ISCC DE" zertifiziertem, abfallbasierten Biodiesel. Weitere Mengen verkaufte Petrotec in die Benelux-Länder und nach Großbritannien. Im vierten Quartal verlagerte sich der Absatz (aufgrund von gesetzlichen Vorgaben zur Winterspezifikation für die Beimischung) in die letztgenannten Länder. Petrotec verkaufte ein auf Rapsölmethylester (RME) basierendes FAME 10 (Biodiesel, Fettsäuremethylester mit einem Stockpunkt von minus 10 Grad Celsius) Produkt mit einem maximalen Anteil an doppelt anrechenbarem Altspeisefett-Biodiesel aus eigener Produktion.

Zum Ende des Jahres 2013 schloss das Unternehmen die erste Phase einer wichtigen Aufrüstung eines zentralen Produktionsprozesses in einer seiner Anlagen ab. Zugleich führte das Unternehmen umfangreiche Wartungsarbeiten in anderen Produktionseinheiten durch. Der Abschluss der Aufrüstung wird im 2. oder 3. Quartal 2014 erwartet. Durch diese wichtige Aufrüstung soll die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens verbessert werden. Wie bereits Anfang des Jahres in der am 5. Februar 2014 veröffentlichten Ad-Hoc Meldung mitgeteilt, verursachte die besagte Aufrüstung eine verzögerte Wiederinbetriebnahme einer der Biodiesel-Anlagen und damit eine geringere Produktionsleistung im 4. Quartal. In der Zwischenzeit geht das Unternehmen davon aus, in der Lage zu sein, die Produktion wie gewohnt fortzusetzen.

Eigenkapitalquote bei 47,6%
Die Bilanz der Petrotec AG zum 31. Dezember 2013 ist auf der Aktivseite geprägt von hohen Vorratsbeständen von EUR 15,1 Mio. (Vorjahr: EUR 19,6 Mio.). Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital durch den Gewinn des Berichtsjahres von EUR 4,016 Mio. und die Erhöhung der Kapitalrücklage als Folge aus dem Aktienoptionsprogramm um EUR 0,382 Mio. auf EUR 27,7 Mio. (Vorjahr: EUR 23,3 Mio.). Aufgrund der verringerten Vorräte sank die Bilanzsumme leicht auf EUR 58,2 Mio. (Vorjahr: EUR 59,3 Mio.). Zugleich erhöhte sich durch das Gesamtergebnis die Eigenkapitalquote auf 47,6 %, gegenüber 39,3 % im Jahr 2012.

Liquide Mittel in Höhe von EUR 9,9 Mio.
Im Geschäftsjahr 2013 erzielte Petrotec einen positiven operativen Cashflow in Höhe von EUR 11,6 Mio., verglichen mit einem negativen operativen Cashflow von EUR 6,3 Mio. im Jahr 2012. Petrotecs Cashflow aus Investitionstätigkeiten in Höhe von EUR 1,4 Mio. (Vorjahr: EUR 1,1 Mio.) war im Wesentlichen darauf gerichtet, technische Anlagen in der Biodiesel-Produktion und der Fettschmelze zu optimieren. Die Betriebsmittel des Unternehmens betrugen zum Ende des Geschäftsjahres 2013 EUR 16,6 Mio. (Vorjahr: EUR 20,4 Mio.). Der um EUR 2,0 Mio. erhöhte Cashflow trug insgesamt zu einem Zahlungsmittelbestand in Höhe von EUR 9,9 Mio. (Vorjahr: EUR 7,9 Mio.) zum Bilanzstichtag bei.

Regulierungen
Die größte Herausforderung im Jahr 2013 war die Umsetzung der 36. BImSchV (Bundes-Immissionsschutzverordnung). Diese neuen Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit, die nur den deutschen Markt betrafen, haben ein weltweit einmaliges System geschaffen, um auf die Beimischungsquote doppelt gewichtete Rohstoffe und insbesondere Altspeisefette zurückzuverfolgen. Petrotec passte ihre Systeme, Quellen und Arbeitsverfahren an diese hohen Standards bezüglich der Rückverfolgbarkeit innerhalb des sehr begrenzten Zeitrahmens an, der durch die neue 36. BImSchV von der Veröffentlichung bis zur Umsetzung Anfang 2013 vorgegeben wurde und zählt damit weiterhin zu den führenden Unternehmen in diesem Markt. Die EU führte ebenfalls ein Rückverfolgungssystem für Altspeisefette ein, das sich etwas von dem ISCC DE-Zertifizierungssystem unterscheidet. Aufgrund dieser Unterschiede stand Petrotec vor der Herausforderung, zwei Sorten von Biodiesel herzustellen - beide aus Altspeisefetten, beide nachhaltig - jedoch eine Sorte mit der Kennzeichnung "ISCC DE", die für nur den deutschen Markt bestimmt war, und die andere mit der Kennzeichnung "ISCC EU", die auf dem übrigen europäischen Markt vertrieben werden kann. Petrotec hat diese Herausforderungen erfolgreich gemeistert, indem bestehenden Systeme angepasst und neue Arbeitsprozesse eingeführt wurden, um diese neuen Anforderungen zu erfüllen.

Prognose 2014
Im Zusammenhang mit der anhaltenden Debatte um die iLUC-Kriterien (indirekte Landnutzungsänderung) wird ein erster Schritt zu einer möglichen Änderung der Wettbewerbsbedingungen im Jahr 2015 auf dem deutschen Markt erwartet: die Anrechenbarkeit von Biodiesel auf die Beimischungsquote wird dann hauptsächlich von dessen Beitrag zu den CO2-Emissionseinsparungen abhängen. Da die CO2-emissionsarmen Produkte, die von Petrotec vermarktet werden, zu den nachhaltigsten Biodieselsorten zählen, die auf dem Markt erhältlich sind, werden diese Produkte wahrscheinlich von der Einführung dieser neuen Maßnahmen profitieren. Das Unternehmen ist zuversichtlich, sich durch seinen Nachweis der CO2-Einsparung in eine regulatorisch vorteilhafte Position zu bringen. Langfristig kehrt die EU zu ihrer ursprünglichen Intention zurück, Anreizprogramme zur Unterstützung erneuerbarer Energien jeglicher Art zu schaffen und stellt in diesem Zusammenhang CO2-Emissionseinsparungen als oberstes Ziel in den Vordergrund.. Auch in diesem Zusammenhang können sich die Stärken der Petrotec Produkte wiederum bemerkbar machen. Daher kommt die Geschäftsleitung zu der Einschätzung, dass das Unternehmen von dieser langfristigen Intention, die kürzlich von der EU angekündigt wurde, profitieren wird. Daneben wir das Unternehmen in allen Verbänden, in denen es Mitglied ist, darauf hinwirken, dass eine zwingende Verpflichtung zur Beimischung von Biokraftstoffen im Jahr 2020 und darüber hinaus fortbesteht.

Eine der wesentlichen Leistungen im Geschäftsjahr 2013 ist die weitere Steigerung der Leistungsfähigkeit in den Produktionsprozessen und der Kapazitäten im Bereich der Verarbeitung von niederqualitativen Rohstoffen gewesen. Dies entspricht der langfristigen Strategie des Unternehmens, flexible Anlagen zu gestalten.

2014 könnte es im spanischen Markt zu einer dynamischen Entwicklung kommen. Mit der Einführung einer obligatorischen Beimischungsquote für Biodiesel wird höchstwahrscheinlich auch das Prinzip der doppelten Anrechenbarkeit installiert. Petrotec hat fortlaufend Möglichkeiten für eine Erhöhung der Marktpräsenz in Spanien im Blick.

In gewissem Maße hängt die Fähigkeit des Unternehmens, seine Rentabilität sowohl kurz- als auch langfristig vorherzusagen, davon ab, in welchem Maße die von der Geschäftsleitung ermittelten Investitionschancen verwirklicht werden können. Das ist wiederum von der Verfügbarkeit finanzieller Ressourcen abhängig. Die Geschäftsleitung legt die Leitlinie für 2014 unter der Annahme fest, dass nur der begrenzte, im Budget aufgestellte Investitionsplan, umgesetzt werden wird. Angesichts einer Reihe von Risikofaktoren wie Verordnungen, Entwicklung der Rohstoff- und Biodieselpreise, der Steuern und Währungen sowie der Schulden- und Finanzkrise in der Eurozone und unter der Prämisse, dass sich im weiteren Verlauf kein extremes "worst case"-Szenario ergeben wird, geht Petrotec für das Jahr 2014 von einer Umsatzspanne von EUR 150 Mio. bis EUR 220 Mio. aus. Die EBIT-Marge sollte im Bereich von 2 bis 4 Prozent liegen. Petrotec wird eine präzisere Prognose mit Bekanntgabe der Halbjahreszahlen im August 2014 abgeben.

Ende des Bafin Kredits, Gewährung eines neuen Kredits durch ICG
In 2009 gewährte die IC Green Energy Ltd., Tel-Aviv, Israel, im Rahmen des BaFin-Beschlusses (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) Darlehen in Höhe von EUR 10,45 Mio. zu einem Zinssatz von 8% an die Petrotec AG um den Restrukturierungsprozess zu unterstützen. Nach der Kapitalerhöhung durch Sacheinlage (Debt-to-Equity-Swap) im Dezember 2011 belief sich die Darlehenssumme auf einen Restbetrag von EUR 7,256 Mio. Die Fälligkeit des Darlehens datiert auf den 19. März 2014. Mit Vertrag vom 17. März 2014 wurde eine Prolongation der Darlehen mit den Gesellschaftern vereinbart. In diesem Zusammenhang sind die Jahre 2014-2017 für die Darlehensrückzahlungen vereinbart worden. Der Zinssatz wurde dabei von 8% auf 10% angepasst. Die Gesellschaft kann jederzeit freiwillig, ganz oder teilweise, die im Rahmen dieser Vereinbarung ausstehenden Beträge vorzeitig tilgen, ohne dass dies zu einer Vorfälligkeitsentschädigung oder sonstigen Strafzahlung führt. Nach dem 31. März 2015 hat ICG das Recht zur sofortigen Rückforderung des Darlehens. (Pressemeldung vom 18.03.2014)

Quelle: Petrotec AG | Foto: Petrotec
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