Wirtschaft
Arbeitskreis XXL-Produkte bringt Industrie und Wissenschaft zusammen
Freitag, der 4.Oktober 2013
Arbeitskreis XXL-Produkte bringt Industrie und Wissenschaft zusammen

Hannover | Bremerhaven: Gastgeber des Arbeitskreistreffens ist diesmal die Firma Weserwind, organisiert wird die Veranstaltung vom Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH). Unter dem Titel „Innovative Fertigungskonzepte für XXL-Produkte“ diskutieren die Teilnehmer beispielsweise über die Herstellung von Windkraftanlagen, Containerschiffen, Flugzeugen oder Tagebauanlagen.

Über die Serienproduktion von Gründungsstrukturen für Offshore-Windanlagen spricht Dr. Sigurd Weise von der WeserWind GmbH Offshore Construction Georgsmarienhütte. Das Unternehmen ist diesmal Gastgeber des Arbeitskreises und zählt zu den Experten auf dem Gebiet: In seiner Produktionsstätte in Bremerhaven werden Offshore-Gründungsstrukturen (Tripods und Jackets) in Serie gefertigt. Dabei handelt es sich um die Fundamente, mit denen Offshore-Windanlagen im Meeresboden verankert werden. Und nicht nur die Windanlagen selbst müssen sicher im Meer stehen, sondern beispielsweise auch die Umspann-Stationen, in denen der Strom, der vor der Küste erzeugt wird, in Hochspannung umgewandelt wird.

Beim Bau von Rotorblättern wird derzeit noch ein Großteil der Arbeitsschritte manuell durchgeführt. Wie die Herstellung abläuft, erläutert beim Arbeitskreistreffen Thomas Lang von der SINOI GmbH, einem Rotorblatthersteller aus Nordhausen. Lang spricht auch über Logistik und Automatisierung der Rotorblattherstellung. Darüber wollen die Arbeitskreis-Mitglieder anschließend branchenübergreifend diskutieren – denn ob Windrad, Flugzeug oder Frachtschiff: Bei vielen großskaligen Produkten haben die Hersteller das Ziel, die Produktion von der Handarbeit zur Fließfertigung zu verschieben und damit effizienter zu gestalten.

Foto: Mit Tripods lassen sich Offshore-Windanlagen im Meeresboden verankern. Die drei Beine dieser Gründungsstruktur werden im Meeresboden verankert, der Turm der Windanlage steht dadurch sicher. Foto: (c) WeserWind

Ein weiteres Beispiel aus der Praxis stellt Andreas Gallinger von der Firma Dirostahl vor. Er spricht über das Freiformschmieden von XXL-Bauteilen und zeigt Bildfolgen. Aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet Florian Mach das Thema: Der Projektingenieur vom Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) spricht über Fließfertigung für XXL-Produkte.

Das IPH hat den Arbeitskreis XXL-Produkte im Jahr 2010 gegründet und damit ein überregionales Kooperationsnetzwerk geschaffen, das einen engen Dialog zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ermöglicht. Zu den Mitgliedern zählen Hersteller und Zulieferer von großskaligen Produkten aus ganz unterschiedlichen Branchen sowie Forschungseinrichtungen, die sich mit XXL-Produkten beschäftigen – also beispielsweise mit Flugzeugen, Spezialfahrzeugen, Förderanlagen, Schiffen und Windkraftanlagen. Die Mitglieder des Arbeitskreises treffen sich zweimal jährlich, um über aktuelle Themen aus den XXL-Branchen zu diskutieren. So diskutieren sie beispielsweise über aktuelle technologische und organisatorische Herausforderungen und entwickeln gemeinsam Lösungsansätze.
Am Treffen teilnehmen können Hersteller und Zulieferer von XXL-Produkten sowie Forschungseinrichtungen, die sich aus wissenschaftlicher Sicht mit diesem Themenfeld beschäftigen. Interessierte Unternehmen und Institute können den Arbeitskreis kostenlos kennenlernen. Ab dem zweiten Treffen wird ein jährlicher Mitgliedsbeitrag erhoben.

Das nächste Arbeitskreistreffen findet am Dienstag, 5. November 2013, von 9 bis 16 Uhr bei der Weserwind GmbH in Bremerhaven statt. Am Vortag um 19 Uhr wird es ein gemeinsames Abendessen geben.

Anmeldungen zur Veranstaltung sind noch bis Freitag, 25. Oktober, unter www.xxlprodukte.net möglich. Ansprechpartner ist Aaron Bentlage vom Institut für Integrierte Produktion Hannover. (Pressemeldung vom 02.10.2013)

Quelle: IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH | Foto: IPH, © Weserwind
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